Stockholm, Schweden – das erste Mal Skandinavien

Nachdem Steffi (eine langjährige Arbeitskollegin und Freundin) und ich schon länger die Idee eines gemeinsamen WE-Trips hatte, wurde es nun 2022 endlich Zeit planloser Ideen auch Taten folgen zu lassen.

Bei den Überlegungen von möglichen Reisezielen hätte ich jetzt erstmal gar nicht wirklich über Skandinavien nachgedacht, ich bin ja dann doch viel eher der Sommer, Sonne, Strand und Meer Typ. Aber wir zwei wollten ein Ziel ansteuern, dass keiner von uns kannte und bei dem zumindest die Fixkosten nicht so hoch sind. Zudem waren wir mit unseren Reisedaten ein wenig eingeschränkt, da im August keine Möglichkeit bestand Urlaub zu bekommen.

Das Datum stand und nach Stockholm gab es recht günstige Flüge, mit Ryanair natürlich. Eine Unterkunft war schnell gefunden, denn meine Vorgaben hier waren: Doppelzimmer, eigenes Bad und sauber. Top, es gab ein Generator Hostel in Bahnhofsnähe – optimal! Steffi kannte das mit dem Hostel bisher nicht, ließ sich auf meine Idee aber ein.

Gesagt, getan. Also ging es Ende September auch schon los. Ich tingelte mit der örtlichen Bahn nach Münster, sammelte Steffi ein und weiter ging es nach Köln zum Flughafen.

Damit „eine Zugfahrt die ist lustig, eine Zugfahrt die ist schön“ auch den Tatsachen entspricht, gab es erstmal einen Sekt.

In der Zeit, als wir „nur mal eben“ eine Rauchen waren, entstand vor der Security Kontrolle am Flughafen eine Schlange jenseits von gut und böse. Wir standen sicher 40-50 Minuten an, nur um erstmal durch die Sicherheitskontrolle zu kommen. Aber gut, da wir rechtzeitig da waren und einen Puffer eingeplant hatten – alles kein Problem.

Da wir in der Zwischenzeit herausgefunden hatten, WIE teuer Alkohol in Schweden ist, haben wir uns im Duty free ein wenig Spaß in der Flasche gegönnt. Es gab einen Liter Gin und 400ml Whiskey. Ganz ohne Spaß im Glas sollte unser Mädels-Wochenend-Ausflug ja auch nicht von Statten gehen.

Mit gut 40 Minuten Verspätung stiegen wir in unseren Flieger. Zu unserer beider Überraschung waren wir, neben einem Pärchen, die einzigen MIT Maske in dem Flieger. Da wir uns ziemlich dämlich vorkamen, nahmen wir diese dankbar ab. Sind uns aber bis heute nicht sicher, warum auf diesem Flug keine Masken nötig waren. Selbst für mich war dies seit Corona der erste und bislang auch einzige Flug ohne Maske. Bis in den Flughafen Bahnhof Maske ja und dann im Flieger nein?

Circa zwei Stunden nach dem Start landeten wir bereits. Aus dem Fenster kann man ein wenig verschwommen die Lichter von Stockholm wahrnehmen.

Gelandet, ausgestiegen, kurz in dem fremden Flughafen orientiert war ich schon auf dem Weg nach draußen – so wie ich das immer erstmal mache. Steffi stoppte mich, da sie das Schild für einen Schnellzug vom Flughafen zum Hauptbahnhof entdeckt hatte. Dieser war etwas teurer, fuhr aber innerhalb von circa 20 Minuten zum Hauptbahnhof. Somit also 40 Minuten schneller, als der Bus. Da es bereits nach 21 Uhr war und wir insgesamt nur 2,5 Tage Aufenthalt in Stockholm hatten – perfekt. Hin- und Rückfahrt lagen bei circa 35-40 Euro pro Person.

Was wir an dieser Stelle noch nicht ahnten, der Ausgang von diesem Schnellzug aus dem Stockholmer Hauptbahnhof, lag nur 5 Minuten von unserem Hostel entfernt. Besser hätte es nicht laufen können. Insbesondere für den Rückweg am Sonntag Morgen – optimal!

Das Generator versteckte sich links hinter einer Kurve und war ein riesen Kasten. Es standen sicher 20 Leute in der Schlange an der Rezeption und das an einem Donnerstag Abend. Die Bar nebenan war randvoll, hier fand eine Afterwork Party statt. Zudem gab es das ganze Wochenende Charaoke. Charaoke war nicht ganz, was wir uns so unter der Abendgestaltung vorstellten… aber gut, alle schienen Spaß zu haben! Die Stimmung passte.

Nach kurzer Wartezeit wies uns die Rezeptionistin auf die Self-Check-In Automaten hin. Da ich vorab bereits online eingecheckt hatte, musste ich nur einen QR-Code einscannen, unsere Zimmerkarten programmieren und die Zimmernummer notieren (wir hätten sie sonst sicher beide vergessen).

Nun aber voller Neugierde in unsere Bleibe für die nächsten drei Nächte.

Das Zimmer entsprach der Größe nach einem Tanzlokal und war erheblich größer, als wir beide erwartet hatten. Wir dachten eher an einen Schuhkarton. Die Betten ließen sich auf der Schiene dahinter zusammen oder auseinander schieben. Grundsätzlich eine super praktische Idee. Die Betten/Matratzen waren leider das einzige Manko an der Bude. Beide hatten wir Schulter-/Nackenschmerzen. Aber ok, wir sind auch einfach keine 20 mehr.

Zack das Regal im Flur neben der Tür zum Bad einfach direkt zur hauseigenen Minibar umfunktioniert. Machen unsere schönen Schnapsflaschen aus dem Duty free sich hier nicht wunderbar?

Selbst das Bad war tip top sauber. Wir fanden keine Krümel, keinen Staub und auch keine fremden Haare. Es war wirklich eine super Bude. Zudem hatten wir rund um den Schreibtisch an die 10 Steckdosen und jeweils noch zwei weitere am Bett. Selbst ein Fön war vorhanden. Neben dem Klo gab es sogar einen Popodusche á la Thailand – da bleiben für niemanden Wünsche offen.

Nachdem wir unsere eigene kleine Minibar eröffnet hatten, tigerten wir los durch die Ecken rund um das Hostel. Es war inzwischen sicher nach 22 evtl. auch nach 23 Uhr. Wir gingen durch einen Park und auf der anderen Seite entdeckte ich diesen süßen kleinen Löwen.

Kurzer Lacher am Rande, Steffi fand es amüsant, dass ich Parks Nachts und im Dunkeln nicht ganz so sympathisch finde… aber den Löwen, der hatte es mir auf Anhieb angetan.

Wir endeten in einer Latin Bar. Das war so ziemlich die einzige die nach Mitternacht noch geöffnet hatte. Wir bestellten ein Bier, lernten noch ein Mädel aus Uruguay und zwei Venezolaner kennen und schwupps ging 5 vor 1 das Licht an. Volle Beleuchtung und es war für alle Zeit zu gehen. Ok, es war nur ein Donnerstagabend… vielleicht war das eine Ausnahme. Wir wurden später eines besseren belehrt. Sperrstunde heisst in Stockholm Sperrstunde. Wochentag und Uhrzeit sind dafür absolut unrelevant. Auch ein kleiner Hinweis vorab wie „letzte Runde“? Leider nein. Irgendwie wild. Nach diesem Ausflug und einem langen Tag fielen wir in unsere Betten und waren gespannt auf den nächsten Morgen und die noch kommenden Erlebnisse.

Frisch geduscht und gut gelaunt verließen wir unser Zimmer und stellten fest, dass der 7/11 gegenüber nun geöffnet hatte. Den Abend zuvor war dieser bereits weit vor 23 Uhr geschlossen. Wir gönnten uns einen großen Kaffee für 3,50 Euro (ein Schnäppchen) und schauten nach den Preisen für Bier. Dosenbier 0,5 Liter kosteten 7,35 Euro. Ein sportlicher Preis! (den man im Lokal aber auch für 0,3 oder 0,4 Liter bezahlt…wenn nicht mehr)

Zunächst tingelten wir Richtung Hauptbahnhof, da wir gehört hatten dort solle es einen Foodcourt geben. Also einen Bereich mit vielen verschiedenen Optionen und Geschmacksrichtungen an Essen. Dort wollten wir uns etwas to go mitnehmen, damit wir zum einen etwas sparen konnten und zum anderen flexibel waren mit der Uhrzeit unseres Frühstücks. Wir entschieden uns beide für einen Wrap. Steffi für Hühnchen Bibimbap und ich für einen mit Jalapeños.

Weiter ging unsere Tour Richtung Gamla Stan, der Altstadt von Stockholm auf einer kleinen Insel gelegen. Wir liefen vorbei an Stockholms Stadshus…

Über eine schöne Brücke und gelangten so in die Altstadt. Hier gab es lauter kleine Gassen und Sträßchen bergauf und bergab, vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten.

mit Abstand die coolsten Vasen ever
Whiskey gab es auch 🙂

Nach den ganzen Eindrücken der Altstadt und einer nicht unwesentlichen Strecke zu Fuß, gönnten wir uns mit Blick auf das Wasser ein Picknick an den Slussen. Weiter ging es dann für uns zu Fuß auf die kleine Insel Skeppsholmen. Quasi am Wegesrand und auf dem Weg dorthin entdeckten wir das Schloss.

das Schloss darf natürlich nicht fehlen

Und natürlich eine Statue für super Touri Schnappschüsse 🙂

Weiter ging es über eine kleine Brücke mit der süßen goldenen Krone…

…und wir kamen auf der kleinen Insel an. Direkt am Wegesrand lag dann dieses wunderschöne große Seegelboot.

Nachdem wir über die super ruhige Insel von Skeppsholmen gelaufen sind, standen wir am Wasser. Auf der anderen Seite war ein riesiger Freizeitpark und laut Google auch sämtliche Museen. Da wir ja nun durch Zufall schon so nah dran waren – wollten wir rüber. Aber wie? Es gab weit und breit keine Brücke. Aber einen Bootsfahrplan. Ok, wir nehmen das Boot. Eine Ticketmaschine gab es auch, die erklärte uns dann allerdings, dass wir für die vergünstigten SL-Ticktes eine Karte benötigen, die dann aufgeladen werden kann. Sowas wie die Oyster Card in London. Für alle, die nicht im Besitz einer solchen Karte waren, gab es nur die Option der Einzeltickets. Gut, wir kauften jeweils eines davon und wurden automatisch zum Erklärbär sämtlicher anderer Touristen, wie das Gerät funktioniert. Für uns stand fest – wir brauchen im Laufe des Tages unbedingt noch eine SL-Karte.

Mit einer Tour erst zurück Richtung Slussen, fuhren wir dann aber in die richtige Richtung nach Alberget.

Was wir uns die ganze zeit fragten war, warum der Freizeitpark geschlossen war. Das sollte sich uns kurze Zeit später erklären. Nachdem wir auf Alberget das Boot verließen, entdeckten wir zunächst einen Ticketschalter und ergatterten uns jeweils eine SL-Karte. Diese lassen sich für 24 oder 72 Std. laden. Da wir noch 2 Tage vor uns hatten (die Hälfte von diesem mitgezählt) lohnte sich das auf jedenfall.

Happy und mit dem Ticket in der Hand entdeckten wir lauter Teenie Girls, die vor dem Freizeitpark warteten. Die meisten waren mit Edding beschrieben und hatten ein Wort auf der Stirn. Wie sich später herausstellte, gab es ein Konzert in dem Park von einer der angesagtesten Teeniebands Schwedens. Wir waren uns einig, so ein Konzert in einem Freizeitpark hätten wir auch cool gefunden!

Weiter ging es für uns zunächst zum Spritmuseum, es war Mittags und sicher Zeit für das erste Bier.

Das schmeckte bei der Aussicht ganz hervorragend und wir stiefelten motiviert und wirklich voller Neugierde zum Wikingermuseum nebenan.

Das Wikingermuseum war sicher eines der absoluten Highlights! Es gibt so viel über die Geschichte und den Lebensstil der Wikinger zu sehen und zu entdecken, deren Götter, der Glaube, es war einfach beeindruckend!

An dieser Stelle dachte ich, wir wären mit unserer Tour durch das Museum so langsam fertig. Der Eintritt für Erwachsene liegt bei ca. 15,00 Euro und wir waren beide bereits super happy diese investiert zu haben. Das Museum ist mit so viel Liebe zum Detail hergerichtet – einfach einzigartig. Es ging eine Treppe hinunter (siehe Fotos im Anschluss) und von dort in ein Karussell. Während einer rund 10-Minütigen Tour wird eine tolle Geschichte erzählt. Wer mag, ich schicke das Video gerne weiter. Kann es hier aber nicht hochladen.

Wir waren beide so happy über den Besuch in dem Wikinger Museum, dass wir dieses Museum weiter unterstützen wollten. Zunächst gönnten wir uns ein Bierchen mit Ausblick und anschließend jeder noch eine Kleinigkeit aus dem Souvenir Shop. Wenn man schon mal wirklich begeistert ist, warum dann nicht auch dort investieren? Immerhin sind es Erinnerungen an eine wirklich tolle Erfahrung! (…und wann sage ich das schon über einen Besuch im Museum?)

Wir entschieden uns gegen den Rückweg mit dem Boot und für einen weiteren Marsch zu Fuß, um dann die Straßenbahn zu testen. Schließlich konnten wir nun, dank unserer SL-Karte, alle öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt nutzen.

An der Endhaltestelle angekommen, hatten wir beide Appetit. Es war irgendwas zwischen spätem Nachmittag und frühem Abend. Nach unserem Burrito/Wrap vom Vormittag hatten wir nichts mehr gegessen und waren nun hungrig. In Stockholm gibt es überall MAX, das schwedische Äquivalent zu McDonalds und Burger King. Wir waren neugierig und wollten eigentlich nur mal testen. So bestellten wir beide jeweils einen Chili Chicken Burger und teilten uns einen mit Rind. Auf dem Weg zum Hostel besorgten wir uns im 7/11 noch kurz ein bisschen Limo und waren neugierig auf den mitgebrachten Gin. Der passt schließlich super zu Burgern.

Den Gin hatte ich bei meiner britischen Nachbarin im Sommer getestet und ich war begeistert. Allerdings gab es den hier in good old Germany mit Schweppes Wildberry. Die Limo gibt es widerum nicht in Schweden, so testeten wir einfach mal die Alternativen. Fazit – das rote Zeug war absolut ekelhaft. Zudem war der Kühlschrank im 7/11 defekt und wir tranken alles auf Zimmertemperatur. Allerdings war die Mischung mit der Fanta überraschend gut! Es schmeckte uns beiden.

Zu den Burgern – der Chicken Burger war wirklich mega. Super saftig und hervorragend abgeschmeckt. Klare Empfehlung. Der mit Rind war wirklich kein Highlight. Das Fleisch und der gesamte Burger waren suuuuuper trocken und er schmeckte einfach 0815. Aber ok, einen Versuch war es auf alle Fälle wert. Zudem gibt es auch vegetarische und vegane Optionen. Die mit Halloumi hätte uns wirklich noch interessiert, aber wir wollten dann doch mehr Abwechselung auf dem Speiseplan.

der mit Chicken/Hühnchen
der mit Rind

Nachdem wir eigentlich dachten die Burger wären nur ein Snack und diese uns mit ihrer Größe durchaus überraschten, waren wir allerdings so voll gefuttert, dass wir uns für einen Spaziergang entschieden. Wir machten uns auf den Weg zum Hardrock Café. Auch bei Nacht oder im Dunklen ist Stockholm wirklich schön.

Auch wenn das vielleicht auf der Straße ein kleines wenig anders aussieht – es ist wirklich alles sehr schön sauber und gepflegt. Was vermutlich nicht zuletzt an den strengen Nichtrauchergesetzen liegt. Stockholm bzw. Schweden möchte eines der ersten Rauchfreien Länder werden. Rauchen ist hier nicht nur in, sondern auch vor den meisten Gebäuden untersagt. Also auch nicht direkt vor einer Bar oder einem Restaurant erlaubt. Sondern nur im öffentlichen Raum mit Abstand zu Lokalen und auch nur so, dass niemand Fremdes gestört werden könnte. Für uns beide Urlaubs- und Freizeitraucher etwas tricky hier zunächst die passenden Örtlichkeiten ausfindig zu machen. Aber alles machbar.

Nach einem schicken Spaziergang erreichten wir das Hard Rock Café. Endlich entdeckten wir mal ein paar heiße Kerle. Zumindest die, nach unserem Geschmack, heißesten des Ausflugs. Außer einem Grinsen und freundlich Winken ist aber nichts … dennoch ließen wir uns das Bierchen schmecken.

Trotz der wirklich ungewohnten Musik für ein Hardrock Café und der absolut dreckigen Toiletten bestellten wir aufgrund von Aussicht und Atmosphäre jeder noch ein zweites Bier. Den Abend ließen wir dann schön auf unserem Zimmerchen ausklingen. Immerhin sind wir einige Kilometer gelaufen und waren platt wie eine Flunder.

Den Samstag wollte wir mit einem fancy Frühstück in so einem hippen Café starten. Wir wollten uns einmal was gönnen. Schließlich ging es Sonntags recht früh schon wieder zurück… aaaaber wir haben unterschätzt wie hipp so angesagte Cafés wirklich sind. Es gab eine Schlange mit Absperrband. Hatten wir zuvor schon ein paar Mal gesehen, selbst vor Bekleidungsgeschäften. Aber Samstags Morgens macht sich ja auch niemand Stress beim Frühstück und der Schlange nach hätten wir sicher 1,5-2 Stunden dort gestanden und gewartet. Also kurzfristige Planänderung! Wir entschieden und das Café, welches Abends zur Bar wird, direkt an unserem Hostel zu testen. Überraschenderweise gab es dort genauso hippes Frühstück.

Ich gönnte mit ein Brot mit Avocado und Ei, einen Latte und erschnorrte uns beiden bei dem lieben Kellner einen kostenlosen O-saft. Die Frühstückszeit war fast vorbei und es war von dem Buffet noch welcher übrig. Gratis in Schweden? Top! 😀 Steffi bestellte sich zur selben Getränkeauswahl eine Focaccia, die genauso lecker war. Nicht zu vergessen, das Café / die Bar sieht echt ziemlich cool aus! Also, trotz Planänderung, ein gelungener Start in den Tag!

Ich hatte zuvor über den angesagtesten Flohmarkt der Stadt gelesen und wir zwei fanden das eine super Idee. Wie es an diesem Tag so unser Ding wurde, war das allerdings nichts… Da hatten wir nach all der Spontanität gedacht wir planen uns den Samstag mal so schön zurecht und was war? Wie beim geplanten Frühstück? Nichts. Der Hornstull marknad mag eventuell zu einer anderen Jahreszeit viel größer, schöner und bunter sein…aber außer ein paar coolen Foodtrucks und maximal 10-15 Ständen war wenig zu sehen. Da wir gerade vom Frühstück kamen, konnten wir beide aber leider nicht einmal bei den Foodtrucks etwas testen. Das wäre sonst ja noch wirklich was für mich gewesen.

Das Wetter war auf unserer Seite, wir zwei Helden hatten ja nun schließlich Urlaub und gute Laune. Zudem hatten wir Zeit satt. Schnell waren die Handys gezückt und der angrenzende Park entdeckt. Dort war es schön bunt und voller Graffitis.

Weiter durch den Park kamen wir vorbei an ein paar Schrebergärten, die Astrid Lindgren und Ihrer Pipi wirklich alle Konkurrenz machten. Ich Held hab leider keine Bilder gemacht. Aber genauso, wie man sich das vorstellt, sahen diese Gärten aus. So wie diese Hütten am See aus den Prospekten für Skandinavien Reisen.

Die nächste unserer super Ideen für den Tag war eine Tour mit dem Boot. Also auf zur nächsten U-Bahn und ab zur Haltestelle Sluissen. Angekommen und den Fahrplan ausgecheckt stellten wir fest, dass das von uns gewünschte Boot nur 3x an dem Samstag fuhr. 2x war es allerdings schon weg und die Chance Abends/Nachts zurück zu kommen somit gleich null. Bei einem Tag mit doch so vielen kleinen ungeplanten Pleiten, Pech und Pannen war nun Zeit für ein Bier.

Da das Wetter und der Trip viel zu schön waren, als dass wir uns nun dadurch den Tag verderben lassen würden, überlegten und suchten wir nach einer Alternative. Steffi fand einen Stadtteil auf Södermalm, den wir noch nicht gesehen hatten. SoFo – hier sollte die hipstrigste Hipster Ecke der Stadt sein. Da wir zwei Helden ja so unglaublich jung, modern und angesagt sind genau unser Ding! Damit wir auch das uns noch fehlende Verkehrsmittel testen konnte, nahmen wir den Omnibus bergauf. SoFo war einfach wirklich richtig cool. Absolut genialer Einfall. Lauter kleine süße Läden mit individuellen Sachen. Einer der ersten Läden den wir entdeckten verkaufte einfach alles, was man nicht braucht. Angefangen von einem bunten Fliegenvorhang, der mir in meiner Studentenwohnung als Raumteiler diente. Jeder der mal da gewesen ist, erinnert sich sicher! Es gab Notizbücher mit tollen kleinen Notizen und mit Bildern eines Künstlers, Lampen und Schnickschnack in allen Ausführungen und natürlich mein Neues und heißgeliebtes Tattoo Tarot. Ich habe schon so lange Tarotkarten haben wollen und nie die passenden gefunden und plötzlich in so einem Laden in Stockholm, da lagen Sie.

Es gab selbst die mexikanischen Lucha Libre (Wrestling) Masken, diese bunten, gestreiften mexikanischen Decken – einfach alles! Gefühlt hätte ich den halben Laden kaufen können! Was war ich froh, dass dieser bunte Laden und die zwei richtig coolen älteren Herrschaften auch Steffi Freude bereiteten. Sie ergatterte das mit Abstand coolste Notizbuch.

Wir schlenderten weiter durch die Straßen und kamen an vielen kleinen Restaurants oder Imbissbuden vorbei, an Geschäften – es war wirklich herrlich. Wir ließen uns treiben und liefen durch die Straßen bis wir an einem großen Platz ankamen. Überall am Rande schöne kleine Lokale und wir entdeckten eine Markthalle. Och so’n kleiner Snack wäre doch gar nicht schlecht. Also liefen wir erstmal in die süße Halle hinein. Es war überall mit kleinen Fähnchen geschmückt und ein DJ spielte sogar Musik. Manchmal ist das spontane sich treiben lassen und in den Tag hinein leben einfach so wunderbar! Zum Teufel mit all den Plänen 🙂

Wir entschieden uns dazu Kleinigkeiten zu teilen. So kann man am Ende einfach mehr probieren. Wir starteten mit Bao Buns – vietnamesische Teigtaschen aus Reismehl.

Diese waren einfach der absolute Wahnsinn! Wow – ich hatte wirklich selten so unglaublich gute Bao Buns. Die waren einfach perfekt abgeschmeckt Dazu gab es für jeden kostenlos noch eine Miso-Suppe (glaube eigentlich nur eine für jedes Gericht, aber wir durften uns bedienen)

Wir schlenderten weiter durch die Markthalle und entdeckten eine Taco Bude. Wir dachten, wir könnten jeder zwei verschiedene bestellen und somit alle 4 Sorten testen. Aber die junge Damen meinte nee, immer nur 2x dieselben. Merkwürdig, da andere Kunden ja auch die anderen hätten bestellen können und es so auch nicht auf der Karte stand. Nun gut, kurz weiter geguckt, sprach uns so ein kleiner familiärer Vietnamese an. Wir teilten und einen Reisnudelsalat mit Garnelen. Auch der war wirklich fantastisch. Auch hier perfekt abgeschmeckt. Ich konnte mich beim Essen noch weniger benehmen,als üblich und verteilte das Dressing auf dem ganzen Tisch. Die hausgemachte Chilisauce probierten wir zwei natürlich auch. Wirklich suuuuper lecker.

Nachdem wir uns nun lange genug drinnen aufgehalten hatten und auch gesättigt waren, verschlug es uns nach draußen. Wir wollten schön gemütlich ein Bierchen in einem der Lokale rund um den Platz trinken. Allerdings sahen die meisten erstmal recht teuer aus. Also liefen wir bis auf die andere Seite und entdeckten eins, welches überwiegend von jungen Leuten besucht wurde. Nach kurzer Wartezeit ergatterten wir zwei ein Plätzchen. Perfekt.

So langsam aber sicher waren wir wieder gut unterwegs und traten den Heimweg an. Nicht zu vergessen und auf keinen Fall unerwähnt bleiben darf das modische Highlight des Tages!

Die Gute hatte auf alle Fälle Mut zur Farbe, aber alles Ton in Ton – Tasche und Schal passen perfekt. Style hat Sie, wenn auch nicht unbedingt einen der mir gefällt. Mut muss aber belohnt werden und darf an dieser Stelle nicht hinten rüber fallen!

Nachdem wir uns ein wenig ausgeruht und an unserer feinen Hausbar bedient hatten, war es Zeit für das „letzte Abendmahl“. Selbst nachdem wir schon gesehen hatten, das 25,00 Euro für ein Nudelgericht keine Seltenheit waren, hatten wir Bock auf einen Italiener. Ich suchte ein wirklich tolles Lokal (laut google.maps) aus. Allerdings gibt es in Stochholm immer mal wieder zwei Ebenen und wir zwei waren trotz der Suche mit beiden Handys nicht in der Lage das gewünscht Lokal zu finden.

Um 21.30 Uhr suchten wir einen anderen Italiener in der Nähe auf. Der war so rappelvoll, dass wir zunächst draußen saßen und die Karte studierten. Gerade als wir bereit für unsere Bestellung waren, winkte und der Kellner hinein. Wir bekamen einen wirklich schönen Tisch und trotz des rappelvollen Ladens und dem ganzen Stress war der Service wirklich fantastisch! Wir bestellten zwei Pizzen, die wir uns beide teilen wollten und jeder ein Glas Weisswein. Wir bekamen eine Flasche Wasser auf Kosten des Hauses, auf dem Tisch standen verschiedene aromatisierte Olivenöle, der Wein war fantastisch und die Pizzen kamen schnell. Bis hierher – absolut perfekt!

Pizza mit Riesengarnelen
Pizza mit gegrilltem Gemüse und Parmesan

Was wir zwei allerdings nicht ganz so im Auge behalten hatten, war die Uhrzeit! Wenn bei den Öffnungszeiten steht „schließt um 22 Uhr“, dann ist das auch so. Um 21.52 Uhr wurde das Licht auf OP-Saal geschaltet und die ersten Gäste fingen an ihre Weingläser auf Ex zu leeren. Immerhin hatten wir beide unsere Pizzastücke mit den Scampis auf. Allerdings saßen auch wir zwei beide vor jeweils einem randvollen Glas Wein und noch vor einer halben Pizza. Uns blieben 8 Minuten, um zu bezahlen und dazu alles zu verspeisen. Sportlich! Allerdings bin ich der schlechteste Esser, wenn es um Stress und Druck geht. Also fragte ich den Kellner nach einer Pizzaschachtel to go. Wir nahmen beide 1/4 mit. Den Wein schafften wir mit hängen und würgen, aber ohne den gewünschten Genuss. Ehrlich gesagt habe ich das in bisher keinem anderen Land jemals so erlebt. Da werden auf einem Samstagabend die Gäste aus einem rappelvollen Laden förmlich rausgeworfen (so wie aus der Bar am ersten Abend auch) und zack, das war’s. Es mag sein, dass es in Schweden so üblich ist, aber wirklich in keinem der übrigen Länder der Erde ist mir das jemals untergekommen. Es hat einfach ein wunderbares Restauranterlebnis zunichte gemacht. Klar es war natürlich trotzdem schön und lecker… aber mit 15-20 Minuten mehr Gelassenheit hätten wir, trotz Spitzenpreise, evtl. noch mehr bestellt, bei 30 Minuten mehr ganz bestimmt ein weiteres Getränk oder einen Absacker.

So ließen wir den Abend auf dem Zimmer ausklingen, verzerrten den Rest unserer mitgebrachten Spirituosen und packten währenddessen unsere Koffer. Bei Handgepäck und nur zwei vollen Tagen plus An- und Abreise geht das natürlich wirklich schnell.

Morgens klingelte ziemlich früh der Wecker, wir duschten schnell, verzierten beide unsere kleinen Koffer mit dem Sticker vom Wikingermuseum und machten uns auf dem Weg zum Arlanda Express. Dem Schnellzug Richtung Flughafen. Wir hatten schön einen Puffer einkalkuliert, wussten wir ja nun nicht, wie die Lage so in Stockholm ist. Trotz der frühen Morgenstunden hatten wir zwei alles richtig gemacht. Früh da sein lohnte sich, denn die Schlangen waren gar nicht mal so kurz. Nach der Security Kontrolle war erstmal Zeit für einen Kaffee und wir zwei gönnten uns für die Vitamine und den healthy lifestyle noch einen frisch gepressten Saft. Für mich gab es Orange, Möhre und Ingwer.

Wie schön ist Schweden bitte aus der Luft?

Nach der Landung hatten wir dann etwas Pech, Züge fielen aus, es gab reichlich Verspätungen und verpasste Anschlüsse… so dass wir Abends erst gegen 17.30 Uhr wieder in Münster waren.

Steffi und ich verabschiedeten uns, waren uns aber einig das wir 2023 auf alle Fälle wieder einen Trip machen. Dann irgendwo hin, wo es etwas wärmer und deutlich preiswerter ist. Wo man sich ein wenig bedenkenloser auch mal was gönnen kann. Egal ob nun Alkohol, Essen oder Krimskrams.

Ich nahm den Omnibus nach Warendorf, da ich keine Lust mehr hatte nochmal 50 Minuten zu warten. Meine Rettung und beste Freundin kam dann und sammelte mich am örtlichen Bahnhof ein. Zu meiner Freude gab es Leckereien vom gestrigen Grillevent.

Pulled Pork, Pork Belly Burned Ends, Kartoffelspalten und ich hatte noch etwas Mais. Was für ein Festmahl nach diesem Trip!

Nach der Portion fiel ich todmüde auf meiner Couch in den Tiefschlaf. Was ein Ausflug – einfach top! Ich freue mich schon jetzt auf eine Wiederholung in 2023!

Mein Fazit zum ersten Besuch in Skandinavien? Es ist überraschend schön, aber eben auch sehr schick, sehr hipp und sehr teuer. Für alle die es auch ein bisschen „einfacher“ mögen, lieber nicht. Werde aber sicher zu einer späteren Zeit in meinem Leben nochmal hin. So als Wohlstandsrentnerin oder so 🙂

Veröffentlicht von easy-the-gypsy

Bunt, verrückt und für jede Reise zu haben

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