Alex, ihr habt in vorherigen Beiträgen (Kolumbien bis Panamá und auch in einem der Berichte über Thailand) bereits von ihr lesen können. Nach den Fernreisen in 2022 versuchen wir es dieses Jahr mal mit unser beider Heimat. Anfang des Jahres war Alex hier bei mir im beschaulichen Münsterland und anschließend besuchte ich sie im April in Frankfurt. Nun ist Alex zurück in Ihre Heimat, dass Allgäu gezogen und da ich alter Weltenbummler noch nie im Allgäu, noch nie in München und somit auch noch nie in Bayern war, war es Zeit mal über meinen Schatten zu springen und mich auf eine andere Kultur im eigenen Land einzulassen.
Ich meine gut, die meisten von euch kennen mich – zumindest mehr oder weniger… Feiern kann ich. Ich feiere von Herzen gerne, aber eben zu allem anderen als Schlager- oder Volksmusik. Das war aber das, was mir hier schon groß und breit angekündigt wurde. Nun gut wenn nicht ich, wer sonst? Ich lasse mich gerne von und für alles begeistern. Also nicht so viel zweifeln und auf in das nächste Abenteuer.
Los ging es für mich hier vor der Haustür, also ab dem Flughafen Münster/Osnabrück. Noch nie war ich von diesem kleinen heimischen Flughafen gestartet, also noch etwas Neues. Natürlich mit Lufthansa, wenn schon denn schon… Nee Quatsch, mit dem Auto wäre ich einfach ca. 10 Stunden auf einem Freitag unterwegs gewesen. Auch der Zug hätte deutlich länger gebraucht und wäre kaum günstiger gewesen. Ursprünglich sollte mich der Flug 150 Euro hin und zurück kosten, also gar nicht mal so übel. Allerdings wurden in der App die Gepäckbestimmungen falsch angezeigt und so musste ich vor Ort 50 Euro nachzahlen. Das tat auch den Damen am Schalter leid. Nun gut, shit happens. Ich hatte Urlaub und freute mich wie Bolle.

Ich stieg in eines der kleinesten Flugzeuge mit denen ich jemals geflogen bin. Es passten evtl. 100 Personen in den Bombadier. Der kleine Vogel war wirklich niedlich und vom Innenraum fast noch enger, als jede Ryanair Maschine. Wir hoben ab und ich schoss natürlich weiter fleißig Fotos. Hier dann mal meine Heimat aus der Vogelperspektive.

Im Hintergrund könnt ihr zwei größere Windkraftparks sehen, etwas womit es die Bayern nicht so haben. Der Beweis folgt später 🙂
Nach gut einer Stunde Flugzeit war ich auch schon in München. Das ging wirklich alles wahnsinnig fix.

Von hier aus ging es dann mit der U-Bahn eben zum Münchner Hauptbahnhof und von dort aus weiter nach Kempten. Mit einem Umstieg war ich dann nochmal 2,5 Stunden unterwegs. Zum Glück bietet mein neuer Arbeitgeber einen super Rabatt auf das Deutschlandticket, sodass ich bundesweit für den Regionalexpress und die Öffentlichen nichts bezahlen muss, außer mein Jobticket. Was ein Luxus! Eine kurzer Umstieg in Buchloe und gegen 14 Uhr war ich dann auch schon am Ziel angekommen. Kempten im Allgäu.
Übernachtet wurde während meines Aufenthalts bei Alex Papa im Haus, es war näher an der Partylocation und für alle anderen einfacher von der Organisation. Als wir dort um die Ecke kamen, fragte ich nur ganz vorsichtig, ob Sie ihn auch vorgewarnt habe… schließlich bin ich ja doch ein wenig bunter, als dort unten so üblich. Das ist tatsächlich faszinierend, aber der Trend mit den Tattoos ist den Bayern deutlich weniger geläufig, als hier bei uns.
Wir stiegen aus und wurden super herzlich empfangen. Meine klitzekleinen Bedenken legten sich sofort. Wir kamen gerade rein und Alex‘ Papa fragte direkt, was ich denn trinken möchte, wo ich schlafen mag. Alex und ihr Papa waren so bemüht, es mir so angenehm wie möglich zu machen – wirklich soooo lieb!
Wir legten kurz die Sachen ab und düsten direkt zu einem See um die Ecke, schließlich hatten wir bestes Wetter und an die 30 Grad. Zudem, wer kennt es nicht, wir Girls mussten uns ja erstmal updaten mit dem, was alles so passiert war. Also ab zum Öschlesee.

Herrlicher See, herrlicher Ausblick, bestes Wetter und natürlich die beste Begleitung. Hach wie hätte mein Urlaub auch besser starten können? Natürlich, mit einem Sprung in’s kalte Nass! Hier gab es aber nicht so schöne flache Einstiege für Rentner oder kleine Kinder, nein, man musste über große rutschige Steine hinein… zudem war der Boden im Wasser auch steinig und uneben. Also so ziemlich dieselben Voraussetzungen, wie die unter denen ich mir im Dezember in Thailand den Fuß gebrochen hatte. Zugegeben, mir ging mein kleiner oder auch großer Isy Hintern gewaltig auf’s Grundeis. Gepaart mit meiner überragenden Geschicklichkeit plus der Nervosität war das nicht unbedingt die beste Idee. Aaaaber man muss ja immer das tun, wovor man Sorge hat. Stürzt man von einem Pferd, muss man wieder rauf. Hat man einen Unfall, soll man direkt wieder auf das Rad oder in das Auto… Ich folgte Alex und zack war ich drin. Was ich nicht wusste, die Seen im Allgäu sind nicht so warme Baggerseen, wie wir sie haben, nein…die sind eiskalt. Die anderen Girls im Wasser meinten „oh, der ist aber angenehm“ – für mich eiskalt also wirklich als würde man in den Schnee hüpfen! Laut Schätzungen hatte der gute Öschlesee etwas um die 20 Grad. Es wurde noch kälter…
Abends gingen wir zwei in einen wirklich schönen Biergarten. Wir waren in der Gaststätte Zum Stift in Kempten. Herrlich. Es gab für uns beide ein Allgäupfännle mit Schweinefilet, Krautkrapfen, Maultasche, Kässpatzen, Röstzwiebeln und einer Pilzrahmsauce. Dazu bestellte ich ein dunkles Radler. Das gibt es hier auch nicht, aber es war sehr lecker.

Die Portion, auch wenn es hier vielleicht gerade nicht so wirkt, war riesig! Zudem bin ich tatsächlich so deftige und mächtige Küche kaum gewöhnt. Puh, unter all dem verstecken sich die Kässpatzen (super lecker aber eher wie Beton im Magen), dazu die Maultasche, drei Filetstückchen, der Krautkrapfen – Teig mit Sauerkraut und hier auch Speck gefüllt und dann in Fett angebraten) plus die Pilzrahmsauce. Geschmacklich für mich eine 8/10 – es war super lecker, aber nach 2/3 der Portion habe ich aufgegeben. Wahnsinn! Neben uns saßen nachher zwei Herren, die eine Schweinshaxe aßen. Als ich deren Portion gesehen habe, war ich schon fast froh über meinen „Kinderteller“. Also die dortigen Portionen sind für uns tatsächlich nicht üblich. Dazu oder auch darauf dann noch das Bier? Ich hatte zwei halbe (Liter) und auf dem Rückweg schon ein wenig Bauchweh. Was für ein erster Tag im „Ausland“ im eigenen Land. So viele neue Eindrücke und Erlebnisse.
An dieser Stelle kann ich nur wiederholen, wie unfassbar froh und dankbar ich für mein buntes und „anderes“ Leben doch bin. Für all die Chancen, Möglichkeiten, Menschen und Erlebnisse, die manche Reisen dann so mit sich bringen. Ich möchte es wirklich für nichts und niemanden eintauschen.
Nun war es endlich so weit. Samstag hieß es dann Tageseinsatz auf der Allgäuer Festwoche in Kempten. Alex Papa brachte uns gegen 10 Uhr Morgens zum Marktplatz in Kempten und wir starteten mit einem Wurstfrühstück auf dem Wochenmarkt. Es gab eine Auswahl aus verschiedenen Würsten. Weisswurst, Wiener Würstchen, Debreziner und noch eine ganze Reihe mehr. Dazu konnte man dann zwischen „normalem“ und süßem Senf wählen und jeder bekam eine Brezen dazu. Auch wenn wir insgesamt an dem Tag evtl. mehr hätten essen sollen, war dies der perfekte Start in den Tag. Da wir auf dem Markt vergeblich nach einer Bierbude suchten, ging es dann auch schon direkt rein in die Festwoche. Natürlich alle in Tracht. Hier ziehen wir Dirndl und Lederhose zu Karneval an, oder wenn wir mal Oktoberfest feiern…was aber so gar nichts mit dem echten Oktoberfest gemein hat. Dort ist es Tradition und wird ganz anders gelebt. Ein „ordentliches“ Dirndl besitze ich dennoch und dies trug ich auch am ersten Tag. Bei um die 30 Grad war es jedoch verdammt heiss in dem Teil.
Wir starteten mit den ersten Getränken, es gab halbe Mass oder Mass, also halbe Liter oder Liter. Ich entschied mich zunächst für eine halbe Radler. Alex trank süßgespritze Weissweinschorle (Weisswein mit Sprite) und Eike bestellte sich eine Vierspurige (Weisswein, Rotwein, Sprite und Wasser) – beides hätte mich gekillt. Da bin und bleibe ich doch eher der Biertrinker. Auf unserer Tour gab es dann diese nette Hütte zu entdecken und ich musste direkt an Holger, den Mann meiner besten Freundin denken.

Wäre ich reich und hätte ich einen Garten, wäre das meine! Eine Grillhütte mit Spanferkel-Grill-Option zum Bier trinken – Hammer! ❤ Sowas braucht man wirklich unbedingt. Die Festwoche ist ein bisschen sowas wie der Fettmarkt hier in Warendorf, es gibt auch alles für Haus und Hof, aber eben auch viel zu feiern und zu.
Als nächstes startete die Tour von Weinprobe zu Weinprobe weiter zur Schnapsprobe.


Von dem guten Butter Scotch hab ich dann auch ein Fläschchen nach Hause geordert. Das kommt dann mit der Bestellung der Jungs irgendwann an, für 45 Euro kann man das ja mal machen.
Als nächstes gab es ein Bierchen mit demmPapa von Alex in einem anderen Zelt. Hier spielte eine Kapelle / ein Orchester, so wie Zuhause auf dem Schützenfest. Also doch nur ein bisschen anders, da das Zelt ca. 5x so groß war.

Abends ging es dann weiter zu der Location wo gefeiert wurde. Alex Schwestern waren beide mit Partner dabei, Alex Freund und Freundinnen der mittleren Schwester. Also ein bunt gemischter Haufen.

Wie man sieht bin ich irgendwann von Radler auf Bier und von den halben auf Mass gewechselt. Ups! 🙂 Um das aufzufangen gab es für Alex und mich natürlich auch nochmal was zu essen. Eine Brotzeit…

Für zwei ein bisschen wenig, aber alles war besser, als nichts. Wir feierten, es gab ein paar Pöbeleien von den Männern am Nachbartisch, es wurde auf den Bänken getanzt und alle hatten einfach jede Menge Spaß. Es war ein verrückter Abend mit mehr Eindrücken als ich erwartet hatte. Zudem kann man festhalten, dass nicht alle Bayern trinkfester sind, als wir Westfalen und die Nordlichter.
Der nächste Morgen startete mit allen, die bei Alex Papa geschlafen hatten und einem ordentlichen Katerfrühstück. Ewald machte jedem, der wollte, Rühreier mit Speck. Dazu Semmeln (Brötchen) und natürlich frische Brezen. Also alles, was man nach dem Feiern so braucht. Danach ging es für uns Hühner nach Österreich, in’s Tannheimer Tal. Klingt weit weg, ist es aber nicht. Man fährt 30-40 Minuten bis man dort ist. Quasi ein Katzensprung. Für mich der schönste See, den ich in den paar Tagen gesehen habe.




Nur um es zu erwähnen, das Wasser in diesem See hatte maximal 18 Grad und beim reingehen, gerade mit leichtem Kater und bei der Hitze – unfassbar. Für einen kurzen Moment dachte ich mein Herz bleibt stehen. So unfassbar kalt war es. Aber eben auch herrlich erfrischend und der Kater verflüchtigt sich fast von alleine. Passend zum Badesee gab es Mittags eine schmierige Pommes. „Freibad feeling“ mit bester Kulisse!
Alex kannte ein Restaurant mit herrlicher Aussicht nicht weit vom See. Das Berghotel Zugspitzblick. Wow!

Dazu hatten wir eine super Suppe.

Leider kam der bestellte und bekannte Kaiserschmarrn nicht an. Bzw. hatten wir noch ein wenig Programm mit den Besuchen bei ihrer Schwester und der Mama. Also lief uns die Zeit davon. Was ein Glück, dass ich an dem See noch die Pommes hatte.
Der nächste Morgen begann sehr früh. Denn nun hieß es Sightseeing vom Besten! Ewald machte uns, wie jeden Morgen, ein leckeres Frühstück und für uns ging es ab Richtung Füssen. Zeit für das Schloss Neuschwanstein und die Burg Hohenschwangau. Alex hat mich ein bisschen veräppelt und mir erzählt der Aufstieg wäre locker machbar und ich würde maximal ein bisschen schwitzen… Bullshit! Also für faule Asthmatiker sind die 40-45 Minuten Aufstieg die Schotterpiste hoch mitten durch den Wald absolute Qual! Insbesondere bei 30 Grad… Klar es gibt Schatten und geübte Wanderer brauchen auch nur knapp 30 Minuten, aber ich brauchte ja auch die ein oder andere Verschnaufpause und einen Schluck Wasser hier oder da. Nichts desto trotz – oben angekommen ist der Ausblick herrlich! Es ist wunderschön.




Ich war an der Stelle nass geschwitzt. Ich hoffe ich wirke auf den Fotos relaxter, als ich tatsächlich war. Also für ungeübte und Faulbären wie mich, nehmt den Bus für 3 Euro. Aber gönnt euch die Aussicht. Wir waren nicht im Schloss drinnen, sondern nur auf der Brücke. Die Aussicht ist dafür umso schöner. Zudem schafften wir es vor den Touri Massen und hatten Zeit und Platz auf der Brücke, also früh sein lohnt sich.
Hier noch ein bisschen Landschaft, die ich von der Brücke und beim Abstieg geknipst habe.

Irgendwo hier wurden vor kurzem die zwei Amerikanerinnen von ihrem Landsmann herunter gestürzt. Dennoch sind die Wasserfälle echt mega beeindruckend.

Wie wunderschön können die Berge bitte sein? Also klar, im Herzen bin und bleibe ich das Beach Girl, aber die Natur ist wirklich unglaublich. Ich hätte nie gedacht, dass mir das Allgäu und die Berge so gut gefallen könnten. Auch die Nähe zu Österreich, der Schweiz und Italien ist Wahnsinn. Klar, wir haben die Holländer um die Ecke, die mir auch viel weniger fremd sind, aber es lohnt sich. Also falls ihr mal doch Urlaub im eigenen Land machen wollt, versucht es!
Nach dem schwitzen war Zeit für eine Abkühlung und ein Besuch an dem Lieblingssee von Alex, dem Hopfensee.


Wir lernten aus unseren Fehlern und gönnten uns eine kleine Stärkung vor dem Rückweg. Dann brach kurz ein bisschen Stress aus, da online alle Tageskarten für die Festwoche ausverkauft und wir ein bisschen spät dran waren. Aber wir schafften es erade noch so rechtzeitig.

Kurz nach 16 Uhr waren wir drin, also alles im zeitlichen Rahmen. Wir besuchten dann den zukünftigen von Alex großer Schwester samt Freunden und Cousin und so begann ein zweiter witziger Nachmittag/Abend auf der Festwoche.
Kurze Anekdote am Rande – seit Thailand kam Alex die Idee mich mit einem Allgäuer verkuppeln zu wollen. Vor Ort wussten auch die Schwestern Bescheid und alle waren stets bemüht ein passendes „Opfer“ zu finden. Um es kurz zu machen, ich komme wirklich gerne wieder, aber nicht wegen der örtlichen Männerauswahl. 🙂
So herzlich ich auch aufgenommen wurde, sind die Allgäuer im Großen und Ganzen nicht das aufgeschlossenste Völkchen. Auch hängen sie sehr an Ihrer Kultur. Zum Beispiel gibt es in den Häusern oft noch Kreuze und kleine Weihwasserschälchen. Das habe ich zuvor noch nirgendwo gesehen. Weder in Deutschland, noch wo anders. Irgendwie schön, dass die Menschen dort so an ihrer Kultur und den Werten festhalten, auch wenn es auf mich an der ein oder anderen Stelle durchaus ein bisschen befremdlich wirkte.
Als Alex das erste Mal das Weihwasser benutzte, war ich so irritiert, dass ich erstmal fragte was sie da gerade tut. Ich wusste immer, dass sie mehr für Glaube und Religion übrig hat und hatte, als ich. Aber es war eben einfach neu und anders für mich. Als sie es mir erklärte mussten wir beide über meine Doofheit herzhaft lachen.
Nun begann mein letzter voller Tag im Allgäu und wir machten einen Ausflug an den Bodensee. Wusstet ihr, dass der Bodensee an 3 Länder grenzt? Ich bislang nicht. Der Bodensee grenzt an Deutschland, Österreich und die Schweiz. Mit einem Boot kann man alle 3 Länder an einem Tag besuchen, verrückt.


Als wir so durch das Örtchen auf der Insel Lindau schlenderten, entdeckten wir zwei einen Thailänder und freuten uns schon direkt auf ein Essen hier später am Tag. Aus später wurde leider ein nie, da dieser erst später am Abend wieder öffnen sollte und für Abends gab es bereits einen Plan, so als gute Deutsche war eben alles durchdacht 🙂
Wir suchten uns ein schönes Plätzchen am Bodensee und genossen die warmen Temperaturen.

Eigentlich machte ich nur einen Schnappschuss, bis ich bemerkte, dass ich gerade meinen ersten Zeppelin sah. Also live und in Farbe.


Für Alex hatte ich mir extra noch ein Blümchenkleid besorgt. Sie verkörpert für mich den Blümchenkleid-Träger-Typ. Mal davon abgesehen, dass ich auch niemanden außer ihr kenne, der so viele davon besitzt.

Schon hieß es bye, bye Bodensee. Bis irgendwann mal.
Ein „letztes Abendmahl“ gab es im Waldgasthaus Tobias, nicht weit von Alex‘ Elternhaus. Ich hatte zuvor mal von jemandem gehört, dass Zwiebelrostbraten sein Lieblingsgericht sei, hatte es aber noch auf keiner Speisekarte gesehen. Also fragte ich Alex irgendwann, ob sie das kennt „ja natürlich“. Also war klar, es ist ein bayrisches Gericht und ich musste es hier vor Ort probieren.

Oh mein Gott war das lecker. Ein rosa Braten vom örtlichen Jungbullen mit Röstzwiebeln und Spätzle. Hammer! Auch wenn die Portion wieder grenzwertig groß war, es gab vorab einen Salatteller, es war so lecker. Ich hab’s fast geschafft. Belohnt wurden wir mit einem herrlichen Sonnenuntergang.

Der letzte Morgen begann mit einem gemeinsamen Frühstück und schon brach ich wieder auf. Ich hatte noch zwei Nächte in München gebucht, da ich dort zuvor auch noch nicht gewesen bin. Dennoch möchte ich mich auch an dieser Stelle eben nochmal bei Alex, ihrem Papa und der ganzen Truppe für die Gastfreundschaft, eure Mühen und für einfach alles bedanken. Es waren wirklich ein paar herrliche Tage und ich freue mich sehr darauf euch alle nächstes Jahre wiederzusehen. Gut, Alex vielleicht auch etwas eher. Du kennst den Ort unseres nächsten Treffens ja schon 😛
Ab in den Zug und auf nach München.
Knappe 2,5 Stunden später erreichte ich auch schon mein Hotel.

Deutlich vor der regulären Check-In Zeit. Ich rechnete also nur damit, eben meinen Rucksack abzustellen und ab in die City zu düsen. Pustekuchen. Ich bekam ein Wasser oder ein Bier angeboten. Ausnahmsweise nahm ich das Wasser. Sightseeing mit voller Blase ist nichts.
Eben eingecheckt, frisch gemacht und hier ist das kleine Schmuckstück. Kurzer Hinweis, das Hotel ist für München echt ein Schnäppchen. Ich habe 70 Euro die Nacht bezahlt. Gambino Werksviertel, klare Empfehlung.






Gestartet bin ich vor der Haustür. Kurz schon mal durch das Werksviertel am Ostbahnhof.


Super cooles Viertel mit viel Streetfood und Streetart, ich liebs! Zwischendurch gab es Fotos von Zuhause, Lara, eine gute Freundin hat sich um die Ordnung in meinen vier Wänden gekümmert. Jap, ich bin und bleibe ein Chaot. Trotzdem habe ich einfach die besten Freunde um mich, die man sich wünschen kann!

Erster Stop Karlsplatz / Stachus,


weiter ging es zum Marienplatz,

und gefühlt einmal durch die gesamte Fußgängerzone mit einem Stop auf dem Viktualienmarkt, wo es erstmal alles rund um das leibliche Wohl gibt. Ich gönnte mir ein bisschen Antipasti und einen frischen Saft, bevor ich weiter bis zur Eisbachwelle lief. Da ich hier leider keine Videos hochladen kann, kann ich euch meinen Lieblingsspot leider nicht zeigen. Für die, die es kennen, super. Für den Rest von euch, mitten in München, im Englischen Garten, gibt es einen Bach/Fluss, den Eisbach. Hier gibt es eine Welle auf der den ganzen Tag Surfer ihr Können unter Beweis stellen. Dazu gibt es schattige Sitzplätze rund herum, von denen aus man seine Füße in den kalten Bach halten kann. Perfekt! Seitdem ich in Südafrika, in Costa Rica und an anderen Orten mich selbst mit dem Surfen versucht habe, ich bin talentfrei. Aber ich schaue es mir unfassbar gerne an. Somit hatte ich einen Ort in München gefunden, an dem all die „coolen Leute“ abhingen und wo ich entspannt im Schatten sitzen und meine Seele baumeln lassen konnte. Ich hatte Zeit um mich hin und wieder mal einem Tagtraum hinzugeben und zeitgleich etwas zu sehen, an dem ich mich erfreute.
Zeit zurück zum Hotel zu düsen, schließlich waren 12km zu Fuß auch nicht ohne. Lieferando sorgte für ein Abendessen, dass ich draußen vor dem Hotel mit Blick auf das Riesenrad genoss.

Zeit für vietnamesische Küche. Eine Pho mit Huhn und ein Papaya Salat mit Garnelen.
Ich gönnte mir danach noch einen Bummel durch die Gegend und begeisterte mich für die ganzen Graffitis ❤




Ich hab bei weitem nicht alles an Streetart fotografiert, damit ich euch nicht mehr zuspamme, als ich eh schon tue 🙂 Aber was diese Künstler können beeindruckt mich mindestens genauso, wie die Surfer in dem eiskalten Bach.
Der Vorteil eines leichten Schlafs in einem fremden Hotel? Man kann den schönsten Sonnenaufgang beobachten und das direkt vom Bett aus.

So beginnt schon wieder ein neuer und mein letzter voller Tag in München und mit noch mehr Sightseeing.
Der nächste Morgen startete im Olympiapark, in dem Einkaufscenter um die Ecke besorgte ich mir ein kleines Frühstück und einen Bubble Tea. Ich lieb das Zeug.

Anschließend genoss ich zunächst den leeren Park und die Sonne. So als echter Sonnenanbeter muss man die letzten sommerlichen Temperaturen ja genießen, bis es zurück in die kalten westfälischen Gefilde geht.

Aber natürlich durfte auch das Sightseeing nicht fehlen.

Ich hab einen Blick auf das Stadion erhascht, auf den Olympiaturm natürlich auch…

…aber insbesondere nach meiner Freundschaft zu Eden, der Israelin mit der ich auf meinem letzten Thailand Trip Freundschaft geschlossen habe und gereist bin, natürlich das Denkmal zum Olympia-Attentat 1972.

Es gibt dort einige bewegte Bilder und auch Fotos der Opfer samt Hintergrundgeschichte. Falls ihr ein bisschen was für Geschichte und die Hintergründe übrig habt und zufällig in der Nähe seid, schaut mal vorbei.
Bei strahlendem Sonnenschein ging es weiter zum Odeonsplatz, ein schönes Fleckchen.



Im angrenzenden Park spielten ein paar ältere Herrschaften Boggia.

Und schon war ich wieder an der Eisbachwelle. Unterwegs gönnte ich mir kurz noch einen Eiscafé von Starbucks…ich weiss, ich weiss. Gab aber sonst kein anderes Café in der Nähe und schon gönnte mir wieder ein schattiges Plätzchen bei den Surfern.
Inzwischen war es früher Nachmittag und Zeit für was anständiges zu Essen. Anna, eine ehemalige Kommilitonin, hatte mir einen Tipp (ok es waren eher 10) für gute Lokalitäten gegeben. Sie kennt meinen Geschmack und weiss ich habe für jegliches gutes Essen und gute Qualität etwas übrig. Mir war nach „Hausmannskost“ und so lief ich zum Dürnbräu. Ihre Worte, nicht meine „bitte esse nicht im Hofbräuhaus, das Essen ist echter Mist“. Somit war ich umso gespannter auf das Dürnbräu.

Es gab ein Schnitzel in einer Kruste aus Meerrettich und süßem Senf mit frischem Gurken-Kartoffelsalat. Leute ich verspreche euch es war das beste Schnitzel, dass ich in Jahren hatte! Auch preislich völlig in Ordnung. Zumal der „Teller“ hier eher die große Servierplatte ist. Gut gesättigt und mit der Handynummer von Armin, dem Kellner in seinen 50ern in der Tasche, verließ ich das Lokal. Ich sollte mich ruhig mal melden, wenn ich zufällig mal wieder in München wäre… Scherzkeks der Gute!
Weiter ging es zum Hofbräuhaus, ich musste es mir ja wenigstens mal anschauen.


Ok, ok natürlich habe ich auch ein Bier getrunken. Allerdings schmeckte es mir weniger gut, als das im Dürnbräu. Vom Nachbartisch hörte ich allerdings, wie lecker das Bier sei. Ich glaube das ist einfach Geschmackssache.
Nach fast 14km zu Fuß reichte es dann auch und ich stiefelte in der Dämmerung zurück zum Hotel. Auch in dem Abendlicht strahlte das Riesenrad.

Ich gönnte mir ein letztes Abendmahl von Lieferando. Eine leckere Bowl, samt Mochi und mehr Bubble Tea.

Danach hieß es dann erstmal packen und zum Schluss gönnte ich mir eine meiner Lieblingsserien und ein wenig Erholung.

Geduscht, gesattelt und ausgecheckt. Zum Glück durfte ich den Rucksack unten noch ein wenig stehen lassen und gönnte mir ein leckeres Frühstück bei Sorry Johnny. Wärmste Empfehlung falls ihr mal in der Nähe vom Ostbahnhof seid.

Nach dieser Stärkung ging es auch schon zum Flughafen. Eben das Gepäck aufgegeben, ging ich einer weiteren Empfehlung von Anna nach und testete eines der Saisonbiere im Airbräu, der Brauerei direkt am Münchner Flughafen.

Das Bier war hervorragend, der Service ein wenig unhöflich und an dem Tisch im Hintergrund sitzen 5 junge Männer, 3 mit VoKuHiLa und 4 mit /0er/80er Pornobalken im Gesicht. Ein Trend für den ich mich nicht erwärmen kann.
Nun gut, dann gab es oben am Gate eine Stunde Verspätung, da es keine Busse gab, die uns hätten zu unserem Flieger fahren können…

Also rumsitzen und warten, bis es dann endlich losging. Hier nun zum Vergleich München aus der Luft.

Bis auf die fehlenden Windparks sieht es sich doch ein wenig ähnlich. Fazit – das Gras ist an keinem Ort grüner 😉
Da stand er dann auch schon und hatte brav auf mich gewartet, mein kleiner unscheinbarer Flitzer ❤

Umzingelt von unseren Nachbarn aus Holland. Ab nach Hause und den Abend im Garten meiner Nachbarin mit Lara zusammen ausklingen lassen und natürlich all meine Eindrücke eben berichten. Live und in Farbe ist natürlich immer nochmal was anderes und als alter Entertainer macht mir das fast noch mehr Freude, als für euch zu schreiben.

Jetzt beginnt für mich nochmal ein sehr abwechslungsreicher Herbst mit ein paar Trips, also wundert euch nicht, wenn ich nicht immer up to date bin mit den Beiträgen hier. Erstmal geht es Samstag schon wieder los nach Kreta, zusammen mit Nadine. Eine Woche all-inclusive. Man muss sich ja auch mal was gönnen können. In diesem Sinne bis bald ihr Lieben und dicken Knutscher.
