Los ging es für mich von Zuhause aus mit dem Zug. Erst nach Münster, dann nach Holzwickede und weiter mit dem Omnibus zum Flughafen in Dortmund. Natürlich hatte der Zug von Münster nach Dortmund bereits Verspätung und ich war ziemlich knapp dran. Nicht das letzte Mal auf diesem Trip! Wie viel Chaos man in so kurzer Zeit packen kann? Nahezu unbegrenzt!
Mit noch etwas weniger als 1,5 Stunden bis zum Abflug erreichte ich den Dortmunder Flughafen. Gut, ich hatte natürlich zuvor Online eingecheckt und reiste, wie in Europa immer, nur mit Handgepäck. Der Flughafen selbst ist klitzeklein und somit war mein Zeitmangel natürlich nur halb so wild.
Security Kontrolle erledigt und eben noch im Shop einen Wein und ein Wasser besorgt, um mit mir selbst auf diesen verrückten Trip anzustoßen. Unten am Gate angekommen waren es an die 30 Grad und natürlich all das ohne Klimaanlage. Die Halle war rappelvoll, weil mit uns noch sämtliche Passagiere für zwei weitere Flüge in der Halle standen. Familien mit kleinen Kindern, Senioren und alles ohne ansatzweise genügend Sitzgelegenheiten. Ok, ich trank den Wein im Stehen. Kurz darauf hieß es auch schon, dass es auch schon losgehen sollte. Priority sei dank, stiefelte ich als einer der ersten auf das Rollfeld.

20 Minuten stand ich, zusammen mit anderen Passagieren, in der prallen Sonne, bis wir alle wieder hinein gerufen wurden. Den Grund hierfür würden wir dann erfahren, wenn alle wieder drinnen seien. Also gut, nichts lieber als zurück in die stickige, heiße Halle!

Nun hieß es, es gäbe einen technischen Defekt am Flugzeug. Die Passagiere die in selbigem ankamen waren aber alle quick lebendig und gut drauf. Bis heute weiss ich nicht, was genau das Problem sein sollte. Statt um 16.30 Uhr wurde der Abflug nun auf 19 Uhr verschoben. Dies wiederum stimmte mich direkt happy. Wenn Ryanair aus den 2,5 Stunden 3 Stunden Verspätung machen würde, dann müsste Ryanair mir nach § EU261 der Fluggastrechte 250,00 Euro zurück bezahlen. Ich lernte, als ich mir gerade den Wisch von der Angestellten besorgte, zwei weitere Alleinreisende kennen. Besorgte schnell den Zettel für uns alle und wir setzen uns oben am Bistro hin. Die anderen entschieden sich für Obst, ich mich weiter für Wasser und Wein. War ja auch schließlich mein Urlaub.

Annika hatte jahrelang in England gelebt und sogar die britische Staatsbürgerschaft erlangt. Ihre Kinder – halb Iren, halb Deutsche, sind in England geboren und aufgewachsen. Diese leben nach wie vor in Brighton, England. Annika ist der Liebe wegen zurück nach Deutschland. Sich aber nicht sicher, ob dies dauerhaft ihr Lebensmittelpunkt bleibt.
Michael ist Mixed, halb Deutsch, halb Afrikaner. Lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern, Zwillinge, irgendwo im Ruhrgebiet und er liebt das Deutsche Leben mit Haus, Garten etc. Seine Mutter, der Bruder und weitere Verwandtschaft leben seit einigen Jahren in London. Also ist er nur für einige Tage rüber geflogen. Sein Bruder hatte ein neues Lokal eröffnet und er wollte diesem unter die Arme greifen.
Ich weiss, ich weiss… der eine oder die andere von euch packt sich jetzt wieder an den Kopf oder verdreht die Augen. Nein, ich weiss wirklich nicht wie ich das immer mache so schnell Leute kennenzulernen. Aber vergesst nicht, wir saßen alle im selben Boot. Nun hatten wir Zeit ohne Ende und natürlich lädt das oft ein, völlig Fremden viel offener von sich zu erzählen.
Am Ende ging es mit gut 4 Stunden Verspätung los nach London.

Eine Stunde Flug plus eine Stunde Zeitverschiebung später, landeten wir gegen 22 Uhr Ortszeit. Michael haben wir gar nicht mehr gesehen. Annika und ich nahmen den Stansted Express bis Tottenham Hale, stiegen um in die Victoria Line und verabschiedeten uns an der Victoria Station. Annika fuhr direkt weiter nach Brighton, zu ihren beiden Söhnen. Ich hingegen konnte von dort zu meiner Unterkunft laufen.
An der Rezeption erfuhr ich dann, dass mein Appartement ca. 5-7 Gehminuten entfernt sei. Die Schlüssel gab es per App auf das Handy. Ein Code für die Eingangstür und einen für das Appartement selbst. Das war selbst für mich neu, aber super praktisch! Man wischt den entsprechenden Code nach rechts und die Tür öffnet sich für 8 Sekunden. Ist man zu langsam dasselbe nochmal von vorn. Tolle Technik! Was heute nicht so alles geht. Also mit meinem Wrap, den ich unterwegs noch ergatterte, meinem Koffer und einem Wasser, natürlich ohne Klima, ab in den 4. Stock.




Aber wie ihr sehen könnt, mein Appartement war mega! Also ein letztes – „ich hab’s geschafft“ Selfie und ab ins Bett. Schließlich hatte ich am nächsten Tag einen vollen Terminkalender.

Der nächste Morgen begann mit einem ordentlichen Frühstück. Endlich der erste richtige Urlaubstag. Gute Laune hatte ich direkt schon am frühen Morgen!


Ich weiss, ich weiss…immer diese Brote mit Avocado und Ei. Aber ich mag das wirklich gerne. Mein Urlaub, meine Reise und mein Essen. Was ich tatsächlich weniger aß, waren überall so wirklich lokale Speisen. Aber gut, wenn ich mal hier aus dem Nest wieder rauskomme, gibt es einfach das, was ich gerne mag.
Gut gestärkt gönnte ich mir ein wenig Erholung. Zeit für meine erste Thai Massage, nach meinem Thailand Trip im November und Dezember 2022.

Ganz ehrlich Leute? Ich hatte gefühlt überall die heftigsten Verspannungen. Auch vor dem Trip war es wirklich lange stressig. Der gebrochene Fuß und all die Rennerei zu den Ärzten, dann habe ich mich nach 10 Jahren zu einem Jobwechsel entschieden, also all die Bewerbungen und Gespräche und das kündigen. Plus natürlich mein ständiger Freizeitstress, weil ich ja immer auf jeder Hochzeit tanze 🙂 Also war die Massage wirklich bitter nötig.
Weiter ging es zu einem Shop für Tanzzubehör, ja ihr hört richtig. Auch wenn ich vom Naturell her ja wirklich eine faule Socke bin, Tanzen gehörte und gehört immer zu meinen Leidenschaften/Hobbys. Neben meinem wöchentlichen Zumba hatte ich mich in London nämlich für einen Salsakurs angemeldet. Bachata wäre mir noch lieber gewesen, aber diese Kurse kosten normalerweise so viel. Ich fand zwei Stunden für 30 Pfund, ein Schnapper. Aber ich brauchte Schuhe. Meine Highheels gingen mit dem gebrochenen Fuß noch nicht wirklich und sonst hatte ich keine passenden im Schrank. Ich fand welche zu einem guten Kurs und entdeckte auf dem Rückweg eine Ausstellung an der Haltestelle Tottenham Court Road.

Es war ein echtes Lichterschauspiel. Weiter ging es Richtung Spitalfields. Dort fand mein Kurs statt. Noch ein kurzer Stop für eine kleine Stärkung durfte nicht fehlen. Yummy, Burger von Five Guys.

Frisch gestärkt und mit dem passenden Schuhwerk ausgestattet ging es dann endlich zum Salsa Kurs in’s Juju’s Bar and Stage am Spitalfields Market. Was habe ich mich darauf gefreut endlich mal wieder Salsa zu tanzen. Ich hab mich gefreut wie Bolle.
Der Trainer selbst kam aus Kuba und seine Partnerin aus Puerto Rico. Wenn die zwei nicht wissen, wie es richtig geht, wer dann?
Was ich allerdings nicht wusste? Ich Trottel hatte mich natürlich nicht für einen Anfänger Kurs angemeldet, sondern gleich den Fortgeschrittenen Kurs gebucht. In der ersten Stunde gab es von dem Mädel netterweise noch ein paar Grundlagen für den Solotanz, bevor es dann in der nächsten Stunde, mit anderen Teilnehmern die offensichtlich sehr regelmäßig kamen, zum Paartanz überging. Oh man – nach Mexiko Anfang 2020 war dies so ziemlich das erste Mal Salsa für mich. Auch wenn ich in Cetral America und der Karibik immer gerne all diese Tänze tanze, war dies wirklich eine Herausforderung. Wie die Latinos so sind, war das mit der Pünktlichkeit so eine Sache. Nach gut 2,5 Stunden war der Kurs vorbei. Ich war nass geschwitzt und meine Füße waren an manchen Stellen komplett auf/wund (eine Macke hielt auch locker noch bis 3 Wochen nach dem Trip).

Ich gönnte mir zur Belohnung ein großes Bier, schlüpfte wieder in meine Flip Flops und trat den Heimweg an. Abends im Zimmer reichte es dann auch nur noch für meine Lieblings Erfrischungsgetränke und ein koreanisches Essen im Appartement.




Ich fiel todmüde in mein Bett. Schließlich musste und wollte ich den nächsten Morgen topfit sein, es war nämlich Zeit für ein bisschen mehr Farbe unter der Haut 🙂

Ich war ausgeruht und (wie fast immer) gut gelaunt. Hielt unterwegs für ein kleines Frühstuck und fuhr zurück Richtung Spitalfiels zum Cloak and Dagger Tattoo Shop, wo ich Anna treffen wollte. Eine super liebe Tätowiererin aus Südafrika. Sie lebt seit ein paar Jahren in London und liebt das Reisen und die weite Welt fast so sehr wie ich. Daher vermutlich auch ihre Motive. Sie arbeitet in Black & Grey. Die meisten Motive sind angelehnt an den Hinduismus und das Kamasutra. Nach meiner Kali Göttin und meiner Zeit in Nepal, wo es so viele Zeichnungen und Bilder rund um das Kamasutra gibt, gefielen mir ihre Werke sehr. Gut, nun könnte man natürlich stundenlang darüber diskutieren ob und warum man sich sowas tätowieren lässt, oder warum man sich grundsätzlich tätowieren lässt… aber wie schon so oft gesagt, für mich ist es eine moderne Form der Kunst. Zudem bin ich mit 36 sicherlich alt genug, um selbst zu entscheiden, was mir gefällt und was ich mit meinem Körper tue. Als nun hier für euch mal ein paar Eindrücke, die ausnahmsweise nicht auf Social Media sind.



Das neue Tattoo ist für andere kaum sichtbar an der Innenseite meines Oberschenkels. Also keine Panik, vermutlich wird es kaum einer je zu Gesicht bekommen. (also hier in good old Germany)

Es dauerte an die vier Stunden, bis das wunderhübsche Bild auf und unter der Haut war. Mir gefällt es wirklich total. Ihr erinnert euch vielleicht noch daran, wie heiss es im Juni war? Ja, genau an einem dieser Tage entstand das Tattoo. Ohne Klimaanlage im Shop. Zum Glück mag ich die Hitze, sodass mein Kreislauf nicht abgeschmiert ist.
Anschließend entdeckte ich ein bisschen mehr Streetart.



Bevor es zurück Richtung Unterkunft ging. Auf dem Weg entdeckte ich einen Mexikaner und da ich Schmacht bis unter beide Arme hatte, hieß es – rein da!
Ich startete mit einem Modelo, einem meiner Lieblingsbiere aus Mexiko. Dann gab es Beef Tacos mit lauter Extras und zum Dessert einen Erdbeer Margarita.



Um 5 Uhr Morgens sollte der Wecker gehen. Nachts gegen 4 Uhr wurde ich wach und schaute, glücklicherweise, auf das Handy. Alle U-Bahnen, sowie der Zug fielen aus. Schnell buchte ich einen Bus und machte mich fertig.

Müde und noch zwischen „aua Muskeltkater“ und „autsch neues Tattoo“ lief ich dann Richtung Busbahnhof. Auch in der Eile und gefühlt mitten in der Nacht, blieb Zeit für Bilder. Die letzten Eindrücke aus London für 2023…



Ich bekam den Bus und schon hieß es nach 2,5 Tagen „bye bye London“.


Bevor es kurze Zeit später auch schon hieß „Buenas Dias Espana“ (sorry der Laptop nimmt das ~ nur ohne Buchstaben). Ich flog von Stansted aus nach Reus. Einem winzig kleinen Flughafen bei Tarragona, ca. 100km südlich von Barcelona. In dieser Ecke, in der ich viele Sommer als Kind/Teenie und auch junge Erwachsene verbracht habe, fühle ich mich immer weiser ein bisschen wie Zuhause. Wenn auch nur für eine Nacht, konnte ich es mir einfach nicht nehmen lassen, diese Orte wiederzusehen!

Ich wartete draußen als Einzige auf den Bus nach Tarragona. Die meisten wollten nach Salou, einem Party Ort für überwiegend britische Touristen, oder direkt nach Barcelona. Ich wartete und wartete, war ich doch das spanische Zeitverständnis von Kindesbeinen an gewöhnt. Nach einer guten Stunde sprach mich ein Busfahrer an, der nach Reus in den Ort fuhr. Er fragte, ob der Bus nach Tarragona nicht gekommen sei? Nein, es war ganz sicher ein Bus da. Ok, er könne mich mitnehmen nach Reus zum Busbahnhof, da würden häufiger Busse nach Tarragona fahren. Oder ich müsste noch 2 Stunden warten. Als ich fragte, was er für den netten Service haben wollte, verneinte er. Es wäre ja auch sein Job zu helfen. Dankbar wie nur eine und ein bisschen stolz, das alles auf meinem gebrochenen Spanisch geregelt bekommen zu haben, stieg ich ein. Klar, man hätte für die 15km auch ein Taxi nehmen können…aber wozu?
Wir kamen an dem Busbahnhof an und 5 Minuten später fuhr auch schon mein Bus nach Tarragona. Hier traf ich auf Xavi, den Inhaber meiner Unterkunft. Ein super netter, lustiger und hilfsbereiter Mann in seinen 50ern, der mir erstmal den Stadtplan in 5 Farben anmalte, um sicher zu gehen, dass ich auch weiss wo ich bin. Meine Versuche ihm zu erklären, dass ich die Stadt sehr gut kenne, ignorierte er gekonnt. Mein Zimmer war SEHR einfach, aber für eine Nacht voll ok. Ich hatte ein eigenes Bad gebucht, dies lag weiter den Flur herunter und war separat.

Kurz eben geduscht und fertig gemacht, ging es dann zu meinen Orten der Kindheit.




Ich hatte ernsthaft völlig vergessen, wie wunderschön das Meer hier war. Ich konnte einfach gar nicht anders und musste direkt zum Wasser. Wenigstens mit den Füßen durch den Sand und in das Meer. Ich Fuchs hatte mein Strandtuch eingepackt und gönnte mir zwei Stunden Sommer, Sonne, Strand, Meer und ein Nickerchen. Jap, ich kann super in der Sonne schlafen. Ging immer schon, herrlich. Top erholt gab es Sangria und etwas zu Essen an der Rambla. Kleiner, als die in Barcelona, aber auch sehr schön.


Es ging zurück zum Hotel und ich machte mich hübsch, wollte ich doch eigentlich in eine schöne Bar. Tadaaa, Pustekuchen! Es regnete in Strömen. Ich zog mir eben doch wieder was „chilliges“ an, nahm einen Regenschirm und besorgte mir eine Flasche Wein um die Ecke. Unten in dem Bed & Breakfast gab es einen Essbereich. Dieser erfreute sich nun reger Besucherzahlen. Ich lernte zunächst ein australisches Pärchen mit lettischen Wurzeln kennen, die gerade durch Europa reisten. Wir unterhielten uns eine ganze Weile, bis die beiden ins Bett wollten. Zeit für mich, um eine zu rauchen. Draußen stand ein russisches Paar und hatte sich wohl ordentlich in der Wolle. Vielleicht klingt das manchmal auch drastischer, als es ist. Aber ich rauchte super schnell, um dieser unangenehmen Situation aus dem Weg gehen zu können.
Wieder drinnen trank ich ein wenig Wein, als der Typ von dem russisches Pärchen fragte, ob er sich dazu setzen kann? Ja klar. Ich, wie ich so bin, quatschte auf Englisch los. Er „ne, kein Englisch“. Ach dachte ich mir, dann Spanisch. Nicht ganz so flüssig, laberte ich weiter. Er „kein Spanisch“. Ich „Deutsch?“ Er „nein, kein Deutsch“. Gut, an dieser Stelle widmete ich mich wieder Wein und Handy. Er war aber hartnäckig und so schlug er vor über Google Translator zu „sprechen“. Es ist ja nicht so, als würde ich diese Form der Unterhaltung nicht schon aus Thailand von vor über 10 Jahren kennen…Freunde habe ich darüber auch gefunden, also warum nicht?
Indiskret wie ich so bin, fragte ich zunächst was draußen das Problem war. Seine Frau sei wohl nicht so dankbar für die Reise und irgendwie wäre es nie gut genug. Nach ein bisschen Smalltalk stellte ich dann die Fragen, die mir unter den Nägeln brannten! Hier ist aber sehr zu betonen, dass ich vorher mehrfach gesagt habe, er braucht nicht antworten. Es war mir auch sehr wichtig, dass klar war, ich frage aus reiner Neugierde und aus Interesse. Nicht, weil ich politische Diskussionen führen, oder jemanden verurteilen möchte. Alle meine Reisen lehren mich immer etwas Neues. Hier hatte ich die einmalige Chance in dieser Zeit, eine andere Sichtweise gezeigt bekommen zu können. Wie kann man in ein Land reisen, ohne auch nur ein Wort Englisch, oder der Landessprache zu können? Das wäre dort normal. Es gibt ja Google. Wie ist die Lage derzeit für Russen in Russland? Schwierig, viele junge Menschen müssen in den Krieg. Sein Bruder ist Vater zweier kleiner Kinder und kämpft derzeit auch. Er selbst habe kurz vor der Reise die Info bekommen, auch kämpfen zu müssen. Wie fühlt man sich dabei, wenn man in den Krieg einberufen wird? Gerade als Zivilperson? Schrecklich! Sein Bruder und er wollen nicht kämpfen, sie sind gegen den Krieg.
An dem Punkt habe ich mich schon fast schlecht gefühlt überhaupt so viel zu fragen. Niemand der nicht im Krieg gewesen ist, kann wirklich nachvollziehen, was dort passiert. Ich habe mehrfach pure Armut gesehen und das waren bereits schreckliche Eindrücke, die man lange verarbeiten muss. Krieg ist etwas, dass ich mir weder wirklich vorstellen kann, noch jemals möchte. Den Gesichtsausdruck von jemandem zu sehen, der wider seines Willens bald kämpfen muss und dessen Bruder bereits kämpft, ist schrecklich!
Eine letzte Frage konnte ich mir dennoch nicht verkneifen. Wie steht er zu Putin? Er sagt, Putin ist gut für Russland und es gäbe viele andere unter denen es viel schlimmer würde.
Wir haben uns die halbe Nacht unterhalten. Er trank den teuren Rum mit Cola und ich inzwischen Wasser, da der Rotwein leer war. Nachts gegen 3.30 Uhr fiel ich todmüde ins Bett.
Dankbar war ich für die Offenheit und Ehrlichkeit mir gegenüber. Den absolut respektvollen Umgang miteinander. Dafür, dass ich die Chance hatte, mal einen anderen Blickwinkel sehen zu dürfen. Für die Einblicke in eine andere Welt, obwohl sie gar nicht mal so weit weg ist.
Um 10 Uhr ging der Wecker. Duschen, packen und ab zum Bahnhof. Weiter ging der wilde Kurztrip!

Ein letzter Ausblick vom Balkon, ab durch die City…


…fand ich auch schon den Bahnhof. 1:30 Std. mit dem Zug an der Costa Daurada und Costa Brava vorbei ging es nun nach Barcelona.

In Barcelona angekommen, machte ich mich auf die Suche nach meinem Appartement. Check-In war in einer anderen Location, als die Unterkunft selbst. Ich schaffte alles und erreichte meine Unterkunft für die nächsten 3 Nächte, bevor es wieder nach Hause ging.



Erstmal happy, bis ich dann genauer hinschaute…

Im ganzen Bett waren schwarze kurze Haare – eindeutig nicht von mir. Auf dem Weg ins Bad, trat ich dann in einen abgeschnittenen Herrenzehennagel. Ein Traum, oder doch eher Alptraum. Naja, was sollte ich machen? Kurz eben durchgeputzt und das Bettzeug ausgeschüttelt, sollte es wohl gehen. So an sich war die Bude ja ganz schön. Leider gab es weder drinnen, noch draußen einen Stuhl. Also saß ich oft nur einfach auf dem Boden, wenn ich auf dem Balkon saß. Aber hey, ich war in Barcelona. Einer meiner Liebling Städte. Ok, vielleicht habe ich davon ein paar mehr 🙂 Also los, raus in die City!



Nach einer kleinen abendlichen Runde durch die Nachbarschaft, hieß es eben noch einen Schlenker vorbei am Arc de Triomf.

Man muss ja auch mal ein bisschen Touri sein 🙂 Nun war es aber auch wieder Zeit für das leibliche Wohl. Heute Abend – Hot Pot! Wie sehr ich es liebe.

Ich entschied mich für eine Seite mit Chili und eine mit Hühnerbrühe und Miso. Dazu bestellte ich jede Menge von dem folgenden Menü:

Ein Video vom ganzen Essen, so wie auch von der Zugfahrt die Küste entlang, könnt ihr auf Facebook oder Insta sehen 🙂
Der nächste Tag stand voll und ganz im Zeichen von Sightseeing!

Ab jetzt nehme ich euch einen Tag mit an einige meiner Lieblings Orte in Barcelona.

Dieser Springbrunnen begegnet euch vom Placa Catalunya aus links parallel laufend zur Rambla. Weiter geht es durch ein paar Seitenstraßen.


Zeit für einen Besuch am Placa Reial, für mich einem der schönsten Plätze.


Über die Ramblas wechselte ich mehrfach die Straßenseite samt der ganzen süßen Seitenstraßen. Bis mein nächster Stop dann die schönste Markthalle der Welt sein sollte!




Ich liebe ja das spanische Leben und alles was es so mit sich bringt. Alles schön tranquilo, schön langsam und entspannt. Ich schlenderte wieder rüber auf die andere Seite und weiter Richtung Meer. Vorbei an der Catedral de Barcelona, Papa’s Lieblings Kirche. Aber Sie ist wirklich mega. Eine Kirche ohne Dach und der einzige Ort an denen Schwäne mit einem Kamm auf den Kopf leben. Ok, der einzige Ort an dem ich sie je gesehen habe.





Wie das letzte Bild euch schon verrät, liegt die Kirche im Gotischen Viertel von Barcelona. Von dort ist man Ruckzuck am Meer und für mich hieß es mal einer Empfehlung zu folgen. Die liebe Anna, eine ehemalige Kommilitonin aus Köln, verriet mir wo ich eine lokale Cava Bar finde. Cava ist lokal produzierter Sekt, dazu gibt es Pinchos. Also Kleinigkeiten, die mit einem Zahnstocher gegessen werden können. Hier gab es auch noch 2-3 anderes Kleinigkeiten. Ich kann das Can Paixano nur wärmsten empfehlen!

Es gab Schinken vom Iberico Schwein, Manchego Käse, ich hatte noch lauter eingelegtes Zeug und zwei Gläser Rosato. Anschließend gönnte ich mir eine kleine Pause am Meer, schön im Schatten.
Langsam ging es zurück für eine Siesta. Natürlich mit den neuen Bikinis die ich unterwegs kaufte.

Nicht, dass ich sonst nicht auch viel zu viel Mist kaufe…aber Bikinis sind eindeutig mehr schon eine Sucht, als eine „schlechte Einkaufs-Gewohnheit“. Zeit für ein Nickerchen, bevor es Abends nochmal weiter ging. Immerhin waren die ersten 10,000 Schritte längst erledigt. Das alles mit einem nicht einmal 48 Stunden alten Tattoo…
Ausgeruht und ready für den Abend ging es wieder los.

Nächster Stop war das Haus Batllo. Eines der Kunstwerke Gaudis, der auch die Sagrada Familia designt hat. Er hat in Barcelona noch den Park Güell und andere Gebäude gestaltet. Er war seiner Zeit weit voraus und hatte Visionen, die damals als völlig verrückt galten. Trotz all der Zeit in Barcelona, hatte ich mir das Haus Batllo nie angeschaut. Es hat mich total fasziniert, aber seht selbst. Sorry, kleiner Foto Spam!







Natürlich darf auch ein Bild von dem Raum nicht fehlen, den die Maus gerade betritt 🙂

Bei so einem verrückten Haus, muss ich auch verrückt spielen! Also ein bisschen Isy allein in der Wildnis, oder in dem Haus eines verrückten Architekten.




Die letzten beiden Fotos stammen aus einer Show, die das Gehirn und die ganzen Irrungen und Wirrungen im Kopf von Gaudi wiedergeben soll. Für euch auch einmal das Haus von außen.

Nach all den Eindrücken des Tages war es Zeit für ein ordentliches Abendessen. Ganz im spanischen Stil war Zeit für Tapas. Ich hatte extra reserviert, sollte es doch immer Recht voll sein. Es ging ins La Flauta.

Es gab eine Mini Tortilla mit typisch katalanischen Brot. Dies wird mit Knobi und Tomate bestrichen und gilt als DIE Beilage. Dazu ein kleines Baguette mit Tomate, Thunfisch, Salat und Co.

Es gab noch ein Baguette mit Bacon, Manchego Käse, Datteln und Feigenmarmelade, dazu gegrilltes Gemüse. Puh, eigentlich platzte ich schon. Aber es gab mein Lieblings Dessert Crema Catalan. Ein bisschen wie Creme Brulee, aber irgendwie auch nicht.

Nach dem Abendessen ging es zu Fuß weiter zu einer Cocktail Bar, die ich vorher Online mal irgendwo gesehen hatte. Der Orient Express Cocktail Bar.

Super coole Bar. Du bekommst einen „Reisepass“ und Stempel für die Cocktails/Länder, die du abgehakt hast. Die Cocktails kommen mit einer kleinen Eisenbahn angefahren und die Kellner sehen aus wie Zugpersonal. Wirklich eine mega coole Bar!


Ich war „Südafrikanischer Herkunft“ für den Abend, was für ein lustiger Zufall.
Die Stadt belohnte mich auf dem Heimweg noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang, ich hätte glücklicher nicht in mein Bett fallen können.

Der nächste Morgen begann kurz mit einem kleinen Schock. Eine Stelle des neuen Tattoos hatte sich entzündet. Das erste Mal, dass das passiert ist. Natürlich dann bei höchsten Temperaturen und im Ausland.

Gut, ich kann mir immer gut selbst helfen und zum Glück spreche ich genug Spanisch, um in der Apotheke zurecht zu kommen. Somit ging es noch vor dem Frühstück eben in die Apotheke um die Ecke. Dann aber zu einem Café mit besten Bewertungen. The Egg Lab – Hammer!

Mit Abstand das geilste Frühstück auf dem ganzen Trip! Pastrami Sandwich mit Spiegelei, Avocado, frischem O-Saft und einem Cold Brew Latté. Joa, absoluter Himmel auf Erden! So voll gefuttert lässt es sich am Besten Faulenzen. Also ab zum Playa Barceloneta, dem Hipster Strand von Barcelona.

Kurz zum Vergleich einmal Bilder von meiner Ankunft im späten Vormittag und einmal gegen Nachmittag, kurz bevor ich den Sittich gemacht habe.

Ich hatte noch ein Ticket für’s BRUNCH einem Festival in der Altstadt von Barcelona. Mit dem entzündeten Tattoo, den Blasen an den Füßen aus London und dem Muskelkater vom Vortag, entschied ich mich dann doch für einen entspannten Abschied aus Barcelona. Es muss aber mega sein, also falls ihr die Chance mal habt und an Tickets kommt, geht zum BRUNCH!
Für mich hieß es packen, duschen, chillen und Tacos vom delivery Dude. Yummy!

Nachts um 3 Uhr kam dann auch schon mein Uber zum Flughafen. Adios Barcelona, hasta pronto!

So früh kann ich einfach nichts essen, aber die Familientradition muss aufrecht erhalten werden. So gab es einen Café con Leche und einen frischen O-Saft.

Als ich dann im frühen Nachmittag Zuhause ankam war noch Zeit für ein kurzes Nickerchen, bevor es Abends zum Klassentreffen ging. 20 Jahre Abschluss der Realschule – ich werde offiziell alt. Auch wenn ich mich noch nicht so (an)fühle 😉
Noch mal ein kurzes Sorry, dass ich Held so lange für den Bericht gebraucht habe. Mit dem Jobwechsel zum 01.07.2023, dem neuen Tagesrhythmus, der Fahrerei täglich nach Münster… ich hab es einfach nicht schneller geschafft.
Ich wünsche euch allen viel Spaß bei den Eindrücken und hoffe ihr hattet auch wieder Freude beim lesen. Bald geht es endlich wieder weiter mit lustigen Berichten aus meinem Reiseleben.
Fühlt euch gedrückt und habt einen schönen Rest-Sonntag ❤
