Mit dem Segelboot über den Atlantik – von Kolumbien nach Panama

Eindeutig das größte Abenteuer, dass ich seit meiner Rückkehr aus Mexiko und Belize in 2020 erlebt habe! Aber eins nach dem anderen.

In meinem letzten Beitrag habe ich über meinen ersten Pauschalurlaub in der DomRep geschrieben. Kurze Zeit später habe ich auf Social Media eine Werbung angezeigt bekommen, die einen Segeltrip bewarb. Von Kolumbien nach Panama mit einem Segelboot, oder auch von Panama nach Kolumbien. 10 Touristen und das Personal sollten auf diesem kleinen Boot Platz finden. Vorbei an einsamen kleinen Inseln, Segeln über die offene See und eventuell konnte man noch Delfine sehen. Ich war hin und weg! Auch wenn mir der Pauschalurlaub oder sagen wir die DomRep durchaus gut gefallen hat, so brennt mein Herz viel eher für das Reisen/backpacken, als für das „normale Urlaub machen“. Zwei Jahre nach meinem Roadtrip durch Mexiko und Belize wollte und brauchte ich einfach wieder ein Abenteuer. Für mich, für meine Happiness und meine Seele!

Ich entschied mich innerhalb kürzester Zeit dafür, dass ich das unbedingt machen möchte. Die Boote fuhren in beide Richtungen und ich für mich beschloss von Kolumbien nach Panama zu segeln. Drum herum strickte ich mir ein paar Tage in Kolumbien und anschließend ein paar in Panama. Zack ein Trip mit vielen Erlebnisse war geboren. Keine 14 Tage nachdem ich die Werbung gesehen hatte, buchte ich auch schon.

Gerade als ich meinen obligatorischen Post auf Social Media absetze, fragte eine Freundin und Arbeitskollegin, ob Sie nicht mitkommen könne? Das ganze klingt so toll, Sie möchte das alles mit mir erleben. Da man ja immer mal wieder wilde Geschichten über Kolumbien und Panama hört, fand ich das Reisen mit Begleitung eine gute Idee und so beschlossen wir das ganze gemeinsam zu starten!

Mit einer Freundin wirklich zusammen gereist bin ich lange nicht mehr. Klar, hier oder da mal einen Kurztrip… und selbst die verliefen meist nicht so unkompliziert wie gewünscht. Nun lebe ich ein bisschen nach dem Motto „no risk no fun“ und ohne das ich Johanna zu dem Zeitpunkt der Buchung wirklich gut kannte, oder wir mal ein paar Tage am Stück miteinander verbracht haben, wurde Sie meine neue und nächste Reisebegleitung. Damit ihr versteht wie wenig wir uns wirklich kannten, hier ein Einblick. Klar, kennengelernt haben wir uns am Arbeitsplatz. Johanna verließ aber vor einer Weile schon meine Gruppe und wechselte in ein anderes Team. Nun sehen wir uns so gut wie gar nicht auf der Arbeit. Es gab vor dem Reiseantritt ca. 4-5 private Treffen. Mehr aber auch nicht…

Nach der ersten Buchung ging im Vorhinein schon so einiges schief. Der geplante Hinflug mit Condor wurde gestrichen und wir mussten kurzerhand eine alternative buchen. Nun wurde es günstiger, wenn wir den Rückflug über eine andere Fluggesellschaft mit buchen würden. Also kämpften wir beide mit Condor via E-Mail und Telefon in X-Gesprächen, bis Johanna es wirklich schaffte, dass wir beide Flüge erstattet bekamen. Das alles fand statt, ohne dass wir zwei uns zwischen Buchung und Ersatzbuchung überhaupt getroffen und gesehen haben. Johanna fand ein super Angebot ab und nach Amsterdam mit KLM, dieses buchten wir dann direkt. Rettung in letzter Minute.

Gute zwei Wochen vor dem Reiseantritt fuhr ich zu Johanna und wir wollten ein bisschen planen und vorbereiten. Das so gut geplante Treffen schlug nach dem Mittagessen recht zeitnah allerdings in gute Laune und ein bisschen mehr Alkohol um. Ende vom Lied wir gingen alles kurz durch und feierten zusammen bis in die Nacht. Ja, in Recklinghausen geht das auch während Corona!

bisschen Beauty durfte auch nicht fehlen

Ein Wochenende vor dem Abflug bekamen wir dann von unserer vorab gebuchten Unterkunft in Cartagena sehr merkwürdige und wenig vertrauenserweckende Nachrichten. Auf einmal sollte vorab bezahlt werden, unsere Bank- und Reisepassdaten vorab nochmal geschickt werden… Weswegen wir dann auch diese stornierten und umbuchten. Alles war irgendwie kurzfristig, spontan und ein wenig chaotisch. Doch woran es am wenigsten mangelte war unserer beider Vorfreude!

kurz eben impfen, Gelbfieber wird in Panama offiziell gefordert
Ready to fly

Am 02.02.2022 ging es dann auch endlich los. Für mich eben Morgens nochmal vorbei beim Doc…Blasenentzündung. Kann man im Urlaub nicht gebrauchen und ich wurde Sie einfach nicht los. Mein Retter in der Not gab mir ein Antibiotika, welches man nur 1x nehmen brauch. Herrlich! 24h keinen Alkohol (ok, die sind im Urlaub immer hart) und dann Abfahrt! Meine beste Freundin brachte mich Mittags eben zum Bahnhof und von Münster aus ging es dann mit Johanna zusammen nach Amsterdam.

Der Flieger ging früh Morgens am 03.02.2022 und wir beschlossen ein Nachmittag und Abend in Amsterdam schadet niemandem.

gut und günstige Bude im Zentrum -> XO Amsterdam City Center

Angekommen, eingecheckt und erstmal zu Primark da wir Helden beide etwas vergessen hatten. Direkt im Anschluss und mit unseren Tüten voller toller Sachen ging es von dort zum Albert Heijn un dann weiter zum Abendessen. Beim besten Thai der Stadt wurden wir leider abgewiesen. Fanden aber in China Town ein anderes hervorragendes Restaurant.

Johanna aß Hühnchen mit Cashew und ich wählte Penang Curry
Amsterdam bei Nacht

Morgens eben schnell geduscht, Sachen gepackt und ab zum Flieger. Wir super Deutschen hatten alles! Impfausweis samt Booster, PCR-Test, Schnelltest, Einreiseformular… was war? Wollte größtenteils keiner sehen. Da waren wir Deutschen mal wieder zu genau und zu pingelig… aber hey, hieß auch es geht loooos! Schnell vor der Security draußen einen Mojito to go und ab durch die Kontrollen.

Natürlich waren meine 24h nach dem Antibiotika nicht so ganz rum und ich hatte nach wie vor Schmerzen, aber hey – ich freut mich so auf den Urlaub und so ein kleiner Mojito? Der tut nix! 🙂

Wir nahmen unsere Plätze ein und waren super gespannt, wie das ganze am Ende wirklich funktioniert. Wir hatten einen Direktflug von Amsterdam nach Cartagena gebucht, allerdings sollte der Vogel kurz in Bogotá landen.

Ich glaube der Herr neben mir hat mich ein wenig gehasst, weil ich doch des Öfteren das herrliche Flugzeugklo aufsuchen musste. Allerdings schlief ich auf dem Hinflug größtenteils und bekam selbst von den Filmen so gut wie nix mit. Das was ich aber sagen kann ist, dass das Essen auf dem Hinflug der Hammer war! Ich habe bisher auf keiner Langstrecke ever so ein super Essen gehabt.

In Bogotá gelandet hieß es zunächst alle aus dem Vogel raus. Geboardet wurde dann eine Weile später. Wir behielten unsere Plätze, nur die Plätze von denen die ausgestiegen sind wurden neu vergeben. Der Flieger sollte dann von Cartagena nämlich zurück nach Amsterdam fliegen.

Wir landeten und ich hatte vorab gesehen, dass es dort am Flughafen einen Geldautomaten geben soll. Diesen fanden wir am Ende auch und es gab das erste Cash. Beide hatten wir aber überhaupt keine Ahnung, was wir abgebucht hatten bzw wie viel. Mit einem Taxi ging es dann direkt zu unserem Hotel oder eher Bed & Breakfast. Uns öffnete ein super lieber und sympathischer älterer Herr die Tür und wir checkten ein. Ebenerdig und direkt neben der Rezeption und dem Pool lag unser Zimmer. Dieses kurz inspiziert waren wir beide super zufrieden, bis wir die Löcher in der Wand zum Bad entdeckten. Optisch wunderschön, aber da wir zwei uns ja noch gar nicht so vertraut waren, durchaus auch etwas beängstigend.

Nach der herrlichen ersten Dusche ging es dann ein bisschen die Umgebung erkunden und wir machten uns auf die Suche nach einer lokalen Sim-Karte. Wie schrecklich wäre es denn, wenn wir irgendwann ohne Internet wären? Von dem einen Supermarkt wurden wir in den nächsten geschickt uns schwupps waren wir schon erfolgreich. Kauften noch ein paar Snacks & Bier und tigerten zurück zum Hotel. Wir waren dann Abends gegen 22 Uhr doch ganz schön platt!

Wir schliefen ganz in Ruhe aus und starteten dann mit einem Frühstück direkt bei uns. Es gab täglich wahlweise Rührei mit Schinken oder mit Tomaten und Zwiebeln, Kaffee oder Tee und einen frischen Smoothie. Einfach, aber lecker.

Unser Pool, Morgens wird drum herum das Frühstück serviert

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg in die City und erkundeten diese. Unser Viertel und die hübsche Altstadt. Endlich mal ein paar mehr Fotos für euch! Cartagena ist wirklich eine wunderschöne Stadt. An jeder Ecke läuft Musik, herrlich!

Getsemani, also das Viertel in dem ich unsere Unterkunft ausgesucht hatte, war bis vor ein paar Jahren das Junkie und Drogenviertel. Inzwischen ist es herrlich bunt, sehr angesagt und man trifft viele junge Menschen. An manchen Ecken kann es sein, dass einem hier oder da nochmal jemand merkwürdiges begegnet, aber im Großen und Ganzen ist es recht sicher.

das Tor zur Altstadt

Die alte Stadtmauer von Cartagena, grenzt das ursprüngliche Stadtzentrum zur Meerseite ab.

Die schönste Tür der Altstadt, wie ich finde.

Zurück in Getsemani machten wir uns einen schönen Abend.

Ist wirklich so -> I ❤ Getsemani! Das Viertel war echt wie für mich gemacht. Überall Graffitis, bunte Wände, junge Menschen, Musik, Streetfood. Es hätte kaum besser starten können!

Statt dem Döner nach dem Bier gab es hier ein Hot Dog auf dem Bordstein. Wie ihr sehen könnt bin ich überglücklich! Das ist wirklich genau mein Ding.

An dieser Stelle möchte ich sagen, dass ich viele Vorurteile gegenüber Kolumbien und den dortigen Gefahren nicht bestätigen kann. Ja, es ist natürlich nicht Europa. Aber wir saßen hier mitten in der Nacht auf einer vollen Straße und aßen in Ruhe. Meinen Rest habe ich an einen Obdachlosen verschenkt und der war genauso happy wie ich.

Auf dem Weg zurück zum Hotel kamen wir an diesem Fenster vorbei ❤

Eine Salsa Bar – alle tanzten, die Musik hörte man bis auf die Straße und ich wäre wirklich von Herzen gerne hinein gegangen. Johanna war müde und alleine traute ich mich am Ende nicht. Aber glaubt mir, es wäre sicher traumhaft gewesen!

Von Cartagena aus wollten wir zum Playa Blanca. Ich hatte zuvor so wunderschöne Fotos von bunten Holzhütten direkt am Strand gesehen und wollte wirklich sehr gerne dorthin. Johanna und ich entschieden uns für zwei Übernachtungen. Ich hatte einen Ticketshop ein wenig außerhalb entdeckt. Dort liefen wir hin und entdeckten den Shop neben diesem Sightseeing Highlight.

Wir erwarben ein Ticket für die Hinfahrt, verstanden aber beide nicht, von wo es losging. Auf dem Rückweg passierte das einzig wirklich unangenehme auf der Reise. An einer roten Ampel grabschte mir ein älterer Herr an den Popo. Ich war viel zu geschockt, um zu reagieren.

Bei uns angekommen entdeckten wir einen weiteren Tour Shop. Dieses verkauften Tickets zum Playa Blanca und zurück… zudem ging es direkt bei uns los. Wir entschieden uns hier erneut Tickets zu kaufen. Den nächsten Morgen sollte es losgehen. Johanna hatte die Ruhe weg und ich bin tatsächlich auch im Ausland die Pünktlichkeit in Person. Somit warteten wir und warteten. Innerhalb kürzester Zeit wurden wir zwei X-Mal angesprochen, die Fahrer wollten unser Ticket sehen…eigentlich wollten die uns nur fahren und nochmal kassieren. Nachdem wir nahezu umzingelt waren von diversen Herren, meldeten wir uns bei unserem Veranstalter. Die Dame kam auch sofort und ca. 15 Minuten später ging es los.

Wir fuhren eine Weile durch das Land und kamen dann auf einem riesigen Schotterplatz an. Alles voller Autos, Busse, es wimmelte von Menschen. Wir beide waren ein bisschen irritiert. Den Weg zum Strand ging es einen unbefestigten Weg herunter und das mit Sack und Pack! Wir hatten ja schließlich alles mitgenommen, anstatt einen Teil in dem Hotel in Cartagena zu lassen. Weiter ging es am Strand entlang. Bei über 30 Grad mit dem ganzen Gepäck eine durchaus sportliche Leistung. Was wir bei all dem nicht beachteten – es gibt und gab an dem Strand kein fließendes Wasser. Somit natürlich auch keine Option so wirklich richtig zu duschen… Der Anblick von dem Strand entschädigte aber für so einiges. Es sah genauso aus, wie auf den Bildern.

Das war unsere kleine Hütte für die nächsten 48h. Wie ihr seht können und konnten sämtliche Insekten immer herein und heraus. Licht und Ventilator funktionierten nur nach 18.30 Uhr. Das einzige Fenster bestand aus einem Mosquitonetz und die Tür wurde mit so einem kleinen Vorhängeschloss wie für einen Spint verschlossen. Super einfach, super günstig, aber eben direkt am Strand! Für uns voll ok.

Zum Start gab es direkt einen Pina Colada, was ein herrliches Leben. Ende der Herrlichkeit waren hier die sanitären Anlagen. Die waren durchaus sehr gewöhnungsbedürftig.

Gespült wir mit dem Plastikbottig aus dem roten Kübel, Hände wurden im Meer gewaschen und Duschen wird ja sowieso überbewertet, wenn man direkt am Meer ist. Was meint ihr wie herrlich sauber man sich fühlt, wenn direkt nebenan ein Süßwassersee oder auch eine Zuchtfarm für Mücken ist? Diese Mischung von Sonnencreme und Mosquitospray auf der Haut – yummy!

An dieser Stelle meinen größten Respekt für und an Johanna! Sie hat deutlich weniger Backpackererfahrung, als ich und hat das alles anstandslos mitgemacht. Ohne Gemecker und Genörgel. Ich glaube ihr kamen die Pfadfinder Erfahrungen an dieser Stelle echt Zugute. Ich weiss, dass wirklich kaum jemand aus meinem Umfeld das für 48h ertragen hätte.

Was einen unglaublich entlohnt ist der leere Strand am Morgen ❤ So wunderschön!

Es ist einfach so ruhig und friedlich. Wirklich atemberaubend!

Der Ara hat sich hier ein Häuschen in den Farben seines Gefieders zum verweilen und putzen ausgesucht. Diese leben hier einfach so in freier Wildbahn.

Auch der Sonnenuntergang ist wunderschön.

Den letzten der beiden Abende fuhren wir mit einem Boot raus, um uns das Leuchtplankton anzuschauen. Leider kann man auf den Aufnahmen nichts erkennen. Aber es war wirklich ein Highlight. Durch die Bewegung beim schwimmen leuchtet das Wasser auf bzw. diese ganzen winzigen Tierchen um einen herum.

Die obligatorischen Fotos für Social Media und für euren Anblick dürfen natürlich auch nicht fehlen! 🙂

Die Bilder sind alle ohne Filter, also noch bevor ich die irgendwo gepostet hab. Ihr seht, die Farben sind wirklich so knallig und das Meer ist wunderschön von türkis bis knallblau.

Von diesem Strand nach Hause ging es im Nachmittag. Unser pick up oben an dem großen Parkplatz sollte gegen 15 Uhr kommen. Heisst in der Mittagssonne ging es für uns ca. 20-25 Minuten über Stock und Stein mit Sack und Pack den Strand entlang und dann den nicht wirklich befestigten Weg nach oben. Während wir warteten opferte Johanna ihr Handtuch als Sitzgelegenheit auf dem roten Sand. Zwischen zwei Pkw’s fanden wir ein kleines bisschen Schatten. Nach einer gefühlten Ewigkeit, sicher nicht mehr als 30 Minuten, kam tatsächlich unser Fahrer und brachte uns zurück zu unserem geliebten kleinen B&B nach Cartagena.

Zum Abschied von Cartagena wollten wir es uns gut gehen lassen und gingen Abends so richtig schick essen. Also vorab mit Reservierung und so. Erst wollten wir in eins direkt auf der anderen Straßenseite, das war dann aber so exquisit, dass wir nicht alles mochte was es gab. Also entschieden wir uns für das Restaurante-Bar San Nicolás.

Wir waren wirklich beeindruckt davon, wie groß und voll der Laden war. Zwei Etagen und sicher weit über 100 Sitzplätze. Viele feierten Ihren Geburtstag in kleinen oder großen Runden. Es gab teilweise live Mariachi Bands und Musik. Man traf überwiegend Locals aus allen verschiedenen Kreisen und natürlich ein paar Touristen. Ich bestellte ein Lachs Carpaccio vorweg und Schwein al Pastor als Hauptgericht. Johanna bestellte vorweg einen Salat mit frittiertem Käse und Nudeln als Hauptgericht. Wir hatten gerade unsere Vorspeisen, da kam auch schon das Hauptgericht. Johanna bekam allerdings etwas anderes. Da wir uns einfach nicht beschweren wollten und Johanna beim Essen wirklich unkompliziert ist, starteten wir einfach durch.

Lachscarpaccio
Schwein al Pastor

Keine 10 Minuten später kamen dann doch noch Johanna’s Nudeln. Wir durften die behalten und das andere Essen auch. Heisst wir hatten mal eben 5 Gerichte auf dem kleinen Tisch. Jedes für sich wirklich lecker. Für uns zwei natürlich viel zu viel! Wir aßen beide so gut wir konnten, bis wir schon Bauchweh hatten. Um das Ganze etwas sacken zu lassen gab es für beide noch einen Gin mit Beeren.

Und weil es mein absolutes Lieblingsdessert gab, teilte wir uns das auch noch. Unsere Reste nahmen wir schön brav mit weg und übergaben Sie auf dem Rückweg den Obdachlosen. Diese freuten sich sehr über eine warme und leckere Mahlzeit.

Die Graffitis bei Nacht, auf unserem Rückweg. Morgen ging es los. Endlich auf das Boot. Was habe ich mich gefreut, was haben wir uns gefreut. Einzig eine kleine Sorge gab es. In unserer ersten E-Mail stand, wir könnten die fehlenden 500,00 Euro auch per PayPal bezahlen. In der letzten stand nur etwas von bar. Ich war mir zwar recht sicher, dass man in solchen Ländern nur bar zahlen konnte, Johanna war sich zu der Zeit aber genauso sicher das eine Zahlung per PayPal möglich ist. Sicherer war das in Kolumbien auf jedenfall. Zwei Girls mit 1000,00 Euro sind immer leichte Beute…

Wir entschieden uns dafür unser Glück ein kleines bisschen herauszufordern und fuhren am nächsten Morgen mit dem Gepäck zum Hafen, aber ohne Bargeld. Wie sagt man so schön? „no risk, no fun“

Wir wurden dann mit so einem kleinen Gummiboot mit Außenborder direkt zu unserem Segelschiff gebracht. Dort wurde dann das Bargeld eingesammelt. Ein Pärchen hatte wohl bereits vorab alles bezahlt und sollte erst Abends kommen. Zwei einheimische Damen übernahmen das Geschäftliche. Diese sammelten Bargeld und Pass ein und baten dann an kolumbianische Peso in US Dollar zu wechseln, der offiziellen Währung in Panama. An dieser Stelle gestanden wir dann, dass wir kein Bargeld mitgebracht haben und gerne per PayPal zahlen würden. Dies stieß direkt übel auf und der Kapitän schrie und beide lauthals und vor allen an. „Er habe durchaus besseres zu tun, als uns und dem Geld hinterherzurennen…! Wie wir denn auf diesen Quatsch kämen? Er bringt uns direkt an Land und wir haben dann 1 Stunde Zeit das Geld zu besorgen!“

Nun gut, immerhin blieb „das große Gepäck“ erstmal an Bord. Wir durften für die 5 Tage nämlich nur einen kleinen Tagesrucksack mit unter Deck nehmen. Der Backpack musste an anderer Stelle unter Deck verstaut werden und alles was dort drin war, war für uns unzugänglich.

Jetzt hieß es zack, zack! Die anderen Touris machten alle einen super Eindruck und von denen bekamen wir den wichtigsten Tipp. Es gibt eine Bank, die genug Bargeld ausspuckt. Also ab in das erste Uber und zum Hotel. Dort mussten wir unsere Karten abholen. Aus dem Zimmer direkt das nächste Uber bestellt und ab zur Bank. Allerdings brauchten wir etwas mehr als 2.000.000 Pesos. Bei der Davivienda bekommt man immerhin 2.000.000 Pesos bei einer Abbuchung, statt der üblichen 600.000. Wir also die 2.000.000 in einer rappelvollen Filiale abgeholt, direkt daneben nochmal in eine „normale Bank“ und 600.000 gezogen. Auf die Uhr geguckt und unser Zeitfenster wurde merkbar kleiner! Wir brauchten 20 Minuten zurück zum Pier und exakt die liefen jetzt an. Ein Taxi gesucht und gefunden. Uber dauerte an dieser Stelle zu lange. Jetzt wusste der Taxifahrer den Weg nicht. Nachdem er aber gecheckt hat, dass ich das Navi anhabe, durfte ich den Guten auf Spanisch navigieren. 5 Minuten vor Ablauf der Zeit hab ich Johanna gebeten dem Kapitän zu schreiben, wir sind auf dem Weg. Zeitgleich kamen wir am Pier an. Wir zwei waren völlig geschafft, aber wir haben es geschafft!!! Der cholerische Kapitän grinste leicht und nahm das Geld entgegen. Gut, wir waren dabei! 🙂 Treffpunkt für das Briefing und Boarding war dann 20 Uhr, wir hatten also noch den ganzen Tag Zeit und zum Glück unser Hotelzimmer noch eine extra Nacht. Mehr Komfort ist manchmal mehr.

Abends um 20 Uhr ging es für uns dann zum 3. Mal zum Hafen. Wir nahmen erstmal alles mit. Morgens hieß es, dass es aber noch nicht 100%ig sicher sei, ob wir Abends starten, oder am nächsten Morgen. Der Hafenmeister von Cartagena sei neu und es gibt gerade Machtspielchen. Heisst, der weigert sich die Pässe für die Ausreise zu stempeln. Als wir am Pier die ersten unserer Reiesegruppe trafen, kamen welche einer anderen Truppe dazu und teilten uns mit, dass unsere beiden Boote heute noch auslaufen würden. Juhuuuu, wir freute uns.

Dann ging es an die Zimmerverteilung. Johanna und ich hatten zwar als Erste gebucht, aber offensichtlich ein kleines bisschen den Kapitän verärgert. Statt unserer gebuchten Koje bekamen wir die Sitzbänke im Casino oder auch dem allgemeinen Wohnzimmer. Miserabler Schlaf und äußerst kurze Nächte olé.

die „normalen Kojen“
der Blick aus „meinem Bett“ – man beachte das helle Licht in der Küche, dass war auch Nachts an, sobald Chefchen Kaffe kochte
unser „Schlafzimmer“ die „große braune Tür“ über den Köpfen war unser Schrank für alles an Bord

Nun gut, die Stimmung war ein wenig getrübt. Aber der Ausblick wunderschön. Leider kann ich hier nach wie vor keine Videos hochladen und euch so nicht den Blick vom Boot auf die Skyline zeige. Aber jeder der mich auf Facebook oder Insta hat, oder die Videos privat gerne haben/sehen mag – einfach anschauen/melden.

Tipp des Tages war die erste Vomex beim betreten des Boots und die zweite direkt vor dem Schlafen. Vomex eigenen sich hervorragend gegen Seekrankheit. War mir bis zu diesem Tag völlig unbekannt. Neben der üblichen Verwendung bei Magen-Darm habe ich die guten zwar des Öfteren schon nach einer herrlichen Party zweckentfremdet (nenne sie dann gerne Vamos), aber dass die kleinen rosa Pillen auch die Übelkeit bei Seegang eindämmen – mir völlig neu!

Die Pillen machen so herrlich müde, dass man trotz Seegang, lauter Menschen die durch das „Schlafzimmer“ laufen und Licht in der Küche dennoch schlafen kann. Nachts wurde ich irgendwann wach und ich war super neugierig, wie die offene See bei Nacht aussieht. Schwarz, schwarz in allen Variationen. Das ist wirklich unglaublich. Es war außer ein wenig Beleuchtung auf dem Boot einfach Meilenweit nichts zu sehen. Die diversen Töne von schwarz sind super faszinierend und beängstigend zugleich. Klar war, der Kapitän hatte recht. Wer Nachts über Bord geht, der ist weg. Für immer! Ich blieb eine Weile oben, alleine mit der Dunkelheit.

Der erste Morgen kam und wir segelten immer noch über den offenen Atlantik. Nirgendwo war Land in Sicht und die See durchaus rau. Gut der Chef vom Ganzen fand das alles halb so wild. Aber wenn man in die ersten weiss/grünlichen Gesichter schaut, weiss man was man sich hier antut. Kurz nach dem Frühstück, es gab Müsli und Obst aus den Plastiknäpfen, kamen uns die ersten Delfine besuchen. Die spielen gerne mit den Booten und schwimmen ein wenig nebenher oder unten durch. Wir gönnten uns alle Vamos Nummer drei und genossen die Zeit an Deck. Zudem konnten wir uns alle in Ruhe kennenlernen, da niemand freiwillig nach unten wollte. An dieser Stelle sei erwähnt, dass so ein kleines Seegelboot kein Vergleich zu einem Kreuzfahrtschiff ist. Wir waren 10 Touristen und der Kapitän.

Der Kapitän war eine echt harte Sau. Gorrean ist Schwede, ich tippe auf Anfang/Mitte 60. Ehemaliger Militär und Marine Soldat. Er hat sicher viele Dinge gesehen und erlebt, von denen wir gar nichts wissen. Er war auch in einer Spezialeinheit zum Tauchen. Er segelt, wenn ich mich nicht irre, seitdem er 16 ist. Das Boot hat er ein paar Jahre und er hat es selbst umgebaut und von Schweden nach Kolumbien gesegelt. Davor war er aber auch schon in der Antarktis. Demnächst möchte er das Boot in die Bahamas umsiedeln und Tauchtouren anbieten. Es gibt klare Regeln und Strafen bei Verstößen, aber wer sein Boot so sehr liebt, dem sei es gestattet. Der Mann braucht etwas um warm zu werden, ist etwas harsch und cholerisch, kann aber auch humorvoll sein. Ich hab ihn und das Boot inklusive dem, was er alles geleistet hat wirklich zu schätzen gelernt. Er segelt das Boot alleine, sorgte super für uns und unsere drei Mahlzeiten und hielt das Boot sauber und in Schuss.

Nach 1,5 Tagen auf hoher See sahen wir passend zum zweiten Frühstück das erste Mal Land. Wir ankerten vor der ersten der San Blas Inseln. Diese gehören bereits zu Panama. Noch bevor die Sonne wirklich aufging, war ich bereits an Deck.

hier sieht man die vordere Hälfte vom Boot

Es sieht wirklich aus, wie im Paradies! Ohne Witz, dieser Ausblick war einfach unglaublich. Was habe ich nur für ein verdammtes Glück, sowas erleben zu können? Wie krass ist das bitte? Hier an Bord mit coolen Menschen ein schönes Frühstück (dieses Mal sogar von richtigen Tellern) zu genießen und später einfach von Bord zu springen und zu der Insel zu schwimmen? Jeder konnte machen, was er wollte. Die, die schnorcheln wollten konnten schnorcheln. Die, die die Insel erkunden wollten, spielten Robinson Crusoe. Es war das, warum ich diesen Trip gebucht habe. Live und in Farbe ist es aber natürlich alles noch 100x schöner, die Farben leuchtender und die Eindrücke einfach unvergesslich!

Ich entschied mich dafür zu der Insel zu schwimmen. Nachdem ein paar der anderen erst schnorcheln waren, schwammen wir zusammen rüber. Warum ich nicht schnorcheln war? Laut Kapitän leben dort Haie. Ich mag seit meinem Haifischkäfigtauchen in Südafrika keine Haie… wenn ich sie nicht sehe, kann ich keine Angst haben.

unser Boot und ich
und nochmal
Alex, ich, Johanna
ich als Robinson 🙂

Ist es nicht unglaublich schön? Also nicht ich, die Landschaft und die Natur ❤

Es gab ein paar verrostete Kühlschränke, große Muscheln und leere Flaschen. Vermutlich wurden hier mal sehr wilde Partys gefeiert! Die Insel selbst war aber unbewohnt.

Es gibt das Paradies und wir haben es gefunden. Ich war schon an so vielen Orten und habe so viele Länder bereist und gesehen. Dies hat mich einfach wieder umgehauen! Wie unglaublich schön diese Welt ist. Also falls ich eines Tages nicht mehr zurück komme, dann bin ich hier oder auf dem Sonnendeck 🙂

Abends gab es frischen Hummer. Der wurde Morgens oder Mittags, bin mir nicht mehr so sicher, von einem Einheimischen in seinem Einbaum (kleines Boot aus einem Baumstamm) gebracht. Dieser köpfte die Tiere kurzerhand und überließ unserem Kapitän die Schwänze und die Zubereitung. Wie kann ein Tag bitte noch perfekter sein? Sonnenschein, Meer, ein schönes Boot, so eine Kulisse und dann noch Hummer? Ich hab mich den ganzen Tag auf das Essen gefreut und ich muss sagen, die Kochkünste des Kapitäns waren nicht ohne. Er hatte es drauf. Seht selbst:

Es war einfach himmlisch. In diesem Moment wusste ich schon, dass dieser Trip jeden Cent wert war. Das war genau das Erlebnis, welches ich mir gewünscht und erhofft habe. Besser noch, es übertraf einfach alles!

wenn der Mond schon am Himmel strahlt

Wir segelten weiter zu unserer zweiten Inseln. Übrigens für alle die, die es interessiert – auf einer dieser Inseln wurde „der Fluch der Karibik“ gedreht.

So oder so ähnlich verbrachten wir die meiste Zeit an Bord. Alle zusammen oben auf weniger als 10qm.

Jap, es war voller 🙂

Auf der zweiten Insel lebten auch die ersten Menschen. Zwei Familien, eine rechts und eine links auf der Insel. Die links hatte einen Affen als Haustier. Wir haben den Häuptling und den Affen aber nicht gefunden. Ein paar der anderen schon.

Nach einem Rundgang um die Insel und nachdem wir tausende Kokosnüsse gesehen haben, beschlossen wir eine bzw. zwei zu mopsen. Die anderen hatte noch nie frische Kokosnuss gegessen und ich dachte es wäre doch super cool, wenn wir zwei mit an Bord bringen und uns die alle teilen. Sorry für die unvorteilhafte Pose…

Bauch raus 🙂

Am Ende haben wir dafür wirklich Ärger bekommen. Die Kokosnüsse sind die einzige Einnahmequelle der Einheimischen und sie wachsen schließlich in deren Gärten. Wir sind Gäste und zu Besuch… wir klauen hier ja auch nichts aus anderen Vorgärten. Die Rüge vom Chef saß und wir legten die Kokosnüsse an die Seite. Unsere Chance bot sich nämlich noch, es gab später mit allen zusammen eine Coco Loco. (Kokosnuss mit Rum)

von links: Yannick, Matilde, Lotte, Hub, Gorrean, Verena, ich, Simon, Johanna, Christian, Alex

Der Fotograf hatte an dem Tag zum ersten Mal in seinem Leben ein Handy in der Hand und hat zum ersten Mal ein Foto gemacht. Wie unterschiedlich doch das Leben sein kann!

Weil dieses Leben so schön und so leicht ist, neuer Tag, neue Insel! Die letzte der San Blas Inseln die wir besuchten war bewohnt und gleichzeitig Hotspot für Tagestouristen. Es wurde also immer voller.

Während die anderen mehr Spaß am tauchen hatten, haben Alex und ich uns die schönsten Spots für herrliche Erinnerungsbilder gesucht.

Um die Menschen herum zu fotografieren war gar nicht so leicht. Aber gut, selbst auf dieser „busy Insel“ waren nicht mehr als 50-60 Leute. Ich gebe aber zu, man war so viele auf einmal schon gar nicht mehr gewohnt.

Sonnenuntergang auf dem Boot ❤ hach ich habe das wirklich alles sehr genossen. Die letzte Nacht wurde wieder ordentlich der Atlantik überquert und entsprechend gab es Futter aus den Plastiknäpfen.

Die Nudeln waren wirklich lecker, aber ich fühlte mich dabei immer ein bisschen wie ein Hund. Der Seegang bekam mal wieder nicht jedem…mir schmeckte es dennoch.

Wir erreichten unser Ziel, den Hafen von Portobelo. Wie komisch es war zu wissen, dass der Trip vorbei ist. Zu guter Letzt entschuldigte sich Gorrean noch bei uns, er hat die E-Mail gesehen und er hat eingesehen, dass er zu Beginn absolut über reagiert hat. Von mir bekam er ein ordentliches Trinkgeld. Von einigen anderen auch.

ich habe mich an Bord einfach pudelwohl gefühlt, denke dieses Bild drückt es am Besten aus

Zeit das Boot zu verlassen – Willkommen in Panama.

Die ganze Truppe verließ gemeinsam das Boot und bis auf Verena und Simon fuhren wir auch alle zusammen bis nach Panama City. Simon und Verena reisten nämlich mit dem Fahrrad. Die beiden haben ihr Fahrrad aus Deutschland mitgenommen und bereisen Central und Südamerika mit dem Rad. Dabei alles, was man zum Campen braucht. Also auf alle Fälle noch mehr Abendteuer, als ich sonst mit meinen Hostels! Klar, die beiden schliefen auch mal im Hostel oder einen Bed & Breakfast. Aber eben auch öfter in ihrem Zelt. Ich habe den größten Respekt vor den beiden.

Wir restlichen 8 stiegen in den Minivan und düsten ab nach Panama City.

Es ging vorbei an Ruinen in Portobelo, durch viele kleine Dörfer…

… bis wir in der Stadt ankamen. Ich war sehr überrascht. Es sah alles so unglaublich europäisch aus und ganz anders, als noch rund um Portobelo oder damals in Bocas del Toro. Als ich vor Jahren in Costa Rica war, bin ich von Puerto Viejo über die Grenze und es war so herrlich karibisch rund um Bocas.

Die Realität in Panama City war eine völlig andere. Es war wie in den USA, es sah überwiegend so aus und die Menschen verstanden und sprachen auf einmal auch wieder viel besser Englisch.

Wir sollten die ersten sein, die am Hotel abgesetzt wurden. Da Johanna und ich ja vor der Abreise schon ein Problem mit der Kohle hatten, ging das hier direkt weiter. Wir hatten keine US Dollar dabei und vorher auch nicht gewechselt. Nun nahm in Panama aber auch niemand die kolumbianischen Pesos. Die anderen hatten Dollars, manche aber nicht genug, um uns auszuhelfen und anderen wollten dies einfach nicht. Schnick, Schnack, Schnuck und Johanna machte sich auf die Suche nach einer Wechselstube, während ich mit Sack und Pack als Sicherheit mit all den anderen wartete. Die Fahrer waren durchaus ein wenig genervt. Aber wir gaben unser Bestes! Statt einer Wechselstube fand Johanna einen Bankautomaten und so kamen wir immerhin an die Kohle für den Transport. Top, die restlichen 6 stiegen mit den zwei Fahrern wieder in den Minivan. Von Madeleine und Hub, sowie von Lotte und Yannick (den Holländern von Bord) verabschiedeten wir uns. Alex und Christian wollten wir Abends in der Altstadt wiedersehen.

Nun checkten wir ein, in das gute Bestern Western. Oder doch nicht so gute? Das Zimmer überzeugte auf den ersten Blick. Zwei 1,40m Betten, großes Bad, Platz satt und eben direkt in der City.

Nach all den Entbehrungen, die wir sonst so hatten war das jetzt hier natürlich purer Luxus! Den gönnten wir uns nun auch. Die kleinen Mankos am ersten Tag – die Minibar funktionierte nicht und das Wlan im Zimmer genauso wenig. Alles aber halb so wild, zumindest für mich, da es 50m weiter einen 7/11 gab der 24h geöffnet war und kalte Getränke anbot. Internet besorgten wir uns im Supermarkt um die Ecke durch eine lokale Sim-Karte – alles also halb so wild.

Abends düsten wir mit dem Uber in die Altstadt. Wir waren mit Alex und Christian zum Pizza essen verabredet. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem riesigen Platz vorbei und alles war chinesisch geschmückt. Da das chinesische Neujahrsfest eigentlich vorbei war, fragte ich unseren Taxifahrer was denn hier gefeiert würde? Das chinesische Neujahrsfest, dazu gibt es drei Tage lang ein Festival in der Stadt. Wegen Corona nun zum ersten Mal an der Stelle und im Freien. Normalerweise gäbe es eine andere Location und die sei noch viel größer. Über 30% der panamaischen Bevölkerung sind Chinesen oder Menschen mit chinesischen Wurzeln und Einflüssen. Durch den Bau des Panama Kanals und die ganzen Zuwanderer gibt es unter den Panamaern wenige, die noch zu 100% der ursprünglichen Lateinamerikanische Kultur angehören. Viele haben chinesische Verwandte, oder eben die Franzosen oder auch Amerikaner wegen des Kanals. Man darf aber auch die Spanier als Eroberer nicht vergessen und die Afrikaner als damalige Sklaven. Er erklärte ganz offen, wie Multi-Kulti Panama und die „Einheimischen“ so sind. Machte nun auch Sinn, warum all die Menschen so unterschiedlich Aussahen. Es liegt an all den verschiedenen Kreuzungen der unterschiedlichen Kulturen. Spannend! Da waren wir gerade einmal ein paar Stunden in dem Land und lernten gleich so viel über das Land, die Menschen und die Kultur. Ich war happy, dass meine Sprachkenntnisse reichten um all das zu verstehen.

Nach dem Essen entschieden wir uns zu versuchen auf das Gelände des chinesischen Neujahrsfest zu kommen. Normalerweise brauchte man wohl ein Bändchen. Später am Abend konnten wir uns aber so reinschleichen.

Das ist ja genau was für mich! Ich liebe die asiatischen Kulturen und dann das alles bei 30 Grad in Panama. Etwas irritierend war das spanisch-sprachige Bühnenprogramm. Zumindest für jemanden der so viel Zeit in Asien verbracht hat. Aber gut, spanische live-Musik und asiatische Optik? Warum nicht!

Zur Feier des Tages wurde extra und passend zu unserer Ankunft ein Feuerwerk veranstaltet. Ich liebs, insbesondere nachdem ich Silvester das 2te Jahr nicht böllern durfte.

Anschließend gab es einen Absacker in einer kleinen Bar, die eindeutig ein super cooles Klo hatte!

Tag 2 in Panama startete für mich so aufregend wie Tag 1. Es war Tattoo Time 🙂 Erstmal also ab zum Frühstück. Wir zwei hatten uns so ein richtig gutes Frühstück á la Best Western in Deutschland erhofft. Zur Auswahl gab es zwei Sorten Toast, zwei Sorten Saft, Kaffee, Tee, zwei Sorten Käse und zwei Sorten Wurst plus eine Auswahl an örtlichen Frühstücksspeisen. Das aber auch nur, wenn alles da war (passierte an keinem Tag). Oft fehlten dann Saft, Kaffee, Butter, Aufschnitt oder was auch immer. Für das was wir bezahlten eindeutig richtig, richtig schlecht. Um die ecke gab es eine lokale Bäckerei und wir dachte das wäre künftig eine gute Option. Aber das Frühstück abbestellen? Hier leider nicht möglich. Wir hatten ja schon bezahlt und zurückerstattet bekämen wir nix. Ärgerlich!

Ein wenig gestärkt ging es im Mittag zum Shop. Der war tatsächlich um die Ecke. In unserer Straße waren allgemein sehr, sehr viele Tattoo Shops. Mindestens 5 oder 6. Antonelis hatte vorher mehrfach betont, wie sehr er meine Pünktlichkeit schätzen würde. So weit so gut. Johanna und ich kamen gegen 12.55 Uhr dort an – die guten Deutschen – und der Shop war zu. Davor saß eine sehr aufreißend zurecht gemachte Dame, die zu dem dazugehörigen Friseursalon gehörte. Als auch um 13.10 Uhr noch niemand vor Ort war, schrieb ich Antonelis. Wie sich dann rausstellte, sprach er so gut wie kein Englisch. Hieß die vorherigen Nachrichten hatte entweder Google geschrieben oder sein Kollege. Er ließ mich dann wissen, dass er noch Zigaretten holen war. Wie Johanna, richtig vermutete, kam der Gute mit 30 Minuten Verspätung. Immerhin ging es dann auch los. Ab in den Shop, kurz nochmal das Design besprochen und er machte sich an das Zeichnen des Stencils. Für Johanna war es der erste Besuch in einem Tattooshop. Neben Antonelis war ein weiterer Tätowierer im Shop. Jack. Der kam entweder aus den USA oder Canada, lebte offensichtlich aber schon eine Weile in Panama, da sein Spanisch fließend war. Jack macht kleine Handpoke Sachen und bat Johanna direkt an, ihr auch wohl ein Tattoo zu stechen. Ihre Haut ist noch jungfräulich. Johanna lehnte das nette Angebot ab, ihr Freund findet bunte Haut so gar nicht gut!

Was sollte es auch anderes werden? Natürlich ein Segelboot! 🙂

Wenn man sich anschaut wie viel Spaß ich auf diesem Boot hatte, musste ich ein solches einfach für immer unter die Haut bekommen!

Young (mehr oder weniger), wild & free

Johanna besorgte uns aus dem Café vor der Tür zwischendurch was zu trinken. Mir war wegen der Klimaanlage natürlich Arsch kalt und ich gönnte mir einen Matcha Latté. Sieht aus wie frisch gemähter Rasen und besteht aus Grünem Tee mit Milch. Nach dem Kalt-/Heissgetränk verabschiedete sie sich und ging zurück zum Hotel. Johanna wollte für ihren Fachwirt lernen und ich war noch eine Weile beschäftigt. Nach ein paar Stunden, jap die ganzen kleinen Details und so, hatte ich es dann geschafft.

Ist das Segelschiff nicht hübsch geworden? Ein bisschen größer, als das auf dem wir waren, aber mindestens genauso schön ❤

Abends kippte bei uns die Stimmung. Nach einem riesigen Buffet über Uber eats (haben schön den Lieferdienst bemüht), lagen wir zum chillen so im Bett. Johanna plante lauthals die nächsten Tage und ich war von all der Planung und dem so bei mir ankommenden Stress zusehends genervt. Problem war, Johanna’s Kalender war noch in der Deutschen Zeitzone und ihr fehlten 24h… Wir gerieten doch ordentlich aneinander. Gut, man darf eben auch nicht vergessen: wir kannten uns vorher kaum, haben 9 Jahre Altersunterscheid, ganz unterschiedliche Reiseerfahrungen, unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche von dem was wir jeweils noch gerne machen würden… Ansich war es sowieso ein riesen Wunder, dass es überhaupt so lange gut ging. Wir zickten uns ordentlich an und ich verabschiedete mich für 15 Minuten, um nach unten zu fahren und zu rauchen. Wa sich noch viel schlimmer fand, als diese Zickerei und das unnötige Theater war tatsächlich war das ich zurück in ein leeres Zimmer kam. Johanna hatte sich verdünnisiert und das, ohne ein Wort zu sagen oder mir eine Nachricht zu schicken wo sie ist oder einfach nur, dass sie Zeit für sich und etwas Abstand braucht. Wenn man schon zusammen reist und so eine Reise macht, ist es für mich auch mit und nach einem Streit wichtig ordentlich miteinander umzugehen. Impulsiv, wie ich bin, überlegt ich dann einfach auch abzuhauen und nichts zu sagen. Um die Ecke waren ein paar Kneipen und ich wusste Johanna würde sie dorthin nicht verirren. Allerdings kann ich nicht dasselbe tun, wenn mich das Verhalten von jemand anderem stört. Ich kann nur etwas ändern, wenn ich anders handel. Ich fuhr auf die Dachterasse, um Johanna zu suchen. Ich wollte den Mist klären und aus der Welt räumen. Wir hatten schließlich noch 4 Tage und mussten miteinander auskommen. Ich fand sie auch, mein Anblick löste allerdings wenig Begeisterung aus… Naja, nach ein paar Gläsern Wein waren wir zumindest Bett fertig und am nächsten Mittag war die nächste Tour geplant. Mit Gehangen, mit Gefangen…

Nach dem Wein vom Vorabend und mit der Histamin Unverträglichkeit ging es Johanna am nächsten Morgen nicht so gut. Alex musste Arbeiten und Christian und ich erkundeten unsere Gegend, also die bei uns um’s Best Western. Alex und Christian hatten ihr Hotel in der Altstadt. Falls einer von euch mal hinfahren sollte – die Altstadt ist die bessere Wahl! 🙂 Zwar sind dort noch viel mehr Touris, aber eben auch lauter kleine Geschäfte, die schöneren Häuser etc. Zurück zu uns und unserer Hood…hier mal erst der Blick von oben.

es sieht einfach aus, wie in den USA

Wir stiefelten so los, ohne Ziel und Idee was wir sehen wollten. Ein bisschen den Robinson Crusoe vom Boot dabei. Nach einigen Minuten entdeckten wir eine Kirche. Um die war ein hoher Zaun, der am Ein- und Ausgang von einem Security bewacht wurde. Wir zwei beide schlichen so um die Kirche herum, voller Neugierde, aber trauten uns erst nicht so recht. Erst als der Security zu uns meinte wir können einfach reingehen, taten wir das auch.

Die Kirche war überraschend schön und ich schmiss ein bisschen was in die Teelichter. Zack sprangen gleich 10 künstliche Kerzen an. Mein einer Dollar schien wahre Wunder zu bewirken. Da ich selbst aus der Kirche ausgetreten bin und mich nicht als gläubige Katholikin oder Christin bezeichne, finde ich hier oder da ein bisschen im Klingelkorb gar nicht verkehrt.

Weiter ging unsere Tour durch die Straßen der Nachbarschaft. Wir erreichten auch die weniger schönen Wohngegenden. Diese sind im Vergleich zu Kolumbien aber immer noch sehr zivilisiert und westlich!

Nach unserer Tour gönnten wir uns einen Kaffee/Kakao in dem Café bei uns um die Ecke. Sammelten dann Johanna ein und düsten in die Altstadt zu Alex. Wir hatten zu viert eine Tour gebucht. Vorab gab es in dem Café bei denen beiden um die Ecke noch ein schnelles Mittagessen – lecker Wrap mit Kartoffelecken. Yummy! Aber dort sah wirklich alles sehr gut aus! Auf geht’s – Sightseeing wir kommen!

Der Guide holte uns bei den anderen beiden am Hotel ab und wir stiegen ins Auto. Er fing auch direkt an zu erzählen und ich übersetze für die anderen hier oder da nochmal von Englisch auf Deutsch. Der erste Stop waren die Miraflores Schleusen und der Panama Kanal.

Wenn man ein großer Fan von großen Schiffen und oder Schleusen ist, ist das sicher suuuuper cool! Ich fand den Hype ehrlich gesagt etwas unbegründet und das Ganze absolut überbewertet. Hier jetzt aber mal ein paar Informationen, die ihr gerne überspringen könnt, wenn es euch nicht interessiert.

Mit einer feierlichen Eröffnung am 3. September 2007, dem 30. Jahrestag des Abkommens über die Rückgabe der Kontrolle des Kanals von den Vereinigten Staaten an Panama, wurde der Ausbau begonnen. Im Beisein des früheren US-Präsidenten Jimmy Carter, zahlreicher lateinamerikanischer Staatschefs sowie rund 40.000 Schaulustiger ließ Präsident Martín Torrijos, der Sohn von Omar Torrijos, mehr als 13 Tonnen Sprengstoff explodieren.[63] In der ersten Bauphase mussten rund 47 Millionen Kubikmeter Erde und Gestein abtransportiert werden.[64] 40.000 Arbeiter waren beteiligt. Die neuen Schleusen wurden am 11. Juni 2015 probeweise geflutet.

In der ersten Bauphase waren es überwiegend die Franzosen, die am Bau beteiligt waren. Die Arbeiten am Bau bewirkten die Migration von über 100.000 Arbeitern in die Region, von denen die meisten niemals heimkehrten[83] (Die Originalberichte zu dieser Migration sind inzwischen von der UNESCO als Weltdokumentenerbe eingestuft[83]). In der Bauzeit von 1881 bis 1889 starben bei dem Bau 22.000 Arbeiter (7,5 Menschenleben pro Tag) in der Sumpflandschaft an Gelbfieber und Malaria, deren Erreger noch unbekannt waren. Auf Anraten französischer Ärzte wurde 1883 beim Bau des Kanals angeordnet, zum Schutz vor Malaria die Pfosten der Betten der Arbeiter in Wassereimer zu stellen.[84] Die Eimer wurden allerdings zu Brutstätten der Malariamücken, die Krankheit breitete sich rasend schnell aus, der Bau musste nicht zuletzt auch deshalb abgebrochen werden. Rund um die Baustelle standen Kreuze; Leichen wurden in Essigfässern nach Europa verschifft, damit nicht noch mehr Kreuze aufgestellt werden mussten. [Beleg?]

1894 übernahm eine Auffanggesellschaft, die Compagnie Nouvelle du Canal de Panama, die Fortführung der theoretischen Arbeiten und verkaufte 1902 den Gesamtkomplex für 40 Millionen US-Dollar an die Vereinigten Staaten, die etwa 40 % der bis dahin geleisteten praktischen Arbeiten verwenden konnten. Senator John Coit Spooner hatte Präsident Theodore Roosevelt überzeugt, dass nun die Gelegenheit gekommen war, beim in Panama steckengebliebenen Projekt einzusteigen. Mit dem 1902 verabschiedeten „Spooner Act“ machte der Kongress den Weg dafür frei.

Ihr seht also, erst migrierten die Franzosen, dann die Amerikaner. Es ist wirklich spannend. Man darf auch nicht vergessen, dass Panama gleichzeitig das Land mit der Zentralbank aller lateinamerikanischen Länder ist und somit auch der wirtschaftliche Dreh- und Angelpunkt. Man denke an dieser Stelle mal an die Panama Paper… In diesem Land ist so viel passiert und es ist so reich an Geschichte. Aber leider eben nicht der, der Eingeborenen.

Direkt nachdem wir die Schleusen verließen, riss Johanna ein Bändchen an den Sandalen. Unser Guide war so lieb und fuhr uns zu einer Shopping Mall. Es war DIE Shopping Mall. Es handelte sich um die größte Shopping Mall Lateinamerikas. Diese wurde von den Amerikanern gebaut und als diese überwiegend nach der Rückgabe des Kanals das Land verließen, blieben die meisten Gebäude. Wir stoppten kurz an der Albrook Mall. Johanna kaufte eben Flip Flops und ich in der Zeit ein schnelles Outfit.

Weiter ging es zu einigen wichtigen Gebäuden und Denkmälern, die bekomme ich aber nicht mehr alle zusammen. Dabei waren Behörden für den Bau und die Aufsicht des Kanals, die Post – Menschen haben in Panama keine Briefkästen sondern können sich Fächer an der Post mieten, sonst gibt es eben keine Briefe, schöne Pflanzen.

Von dort ging es weiter zu einer super schönen Promenade am Meer entlang.

Bis hin zum Panama Zeichen, vor dem wir alle zusammen posierten.

Von dort ging es zurück in die Altstadt und dort mit dem Sightseeing. Diese ist wirklich lohnenswert.

Wie ihr seht, es ist wunderschön. Man könnte eben auch einfach in Spanien oder Frankreich sein. Es sieht so aus wie in Europa. (für mich fühlte es sich größtenteils auch genauso an)

Abends trafen wir Simon und Verena in dem Restaurant, in dem wir Mittags schon waren. Das war einfach so cool, dass wir 6 uns dort einen Tisch gönnten.

Für mich gab es lokales Bier und ein paar frittierte Shrimps, war ich doch von Mittags noch satt.

Jetzt aber mal dazu, warum der Laden soooo cool ist!

Wie unglaublich cool sind bitte alle diese Malereien auf dem Klo??? Aber damit nicht genug, es geht weiter.

ein koksender Indianer 🙂

Ein paar der Bilder scheine ich irgendwie nicht mehr zu haben. Aber der Laden ist super cool!

Wir verabschiedeten uns von Alex und Christian, da es für die beiden weiter ging mit Ihrer Reise. Ich glaube nach Mexiko. Mit Simon und Verena machten wir ein Date für den nächsten Abend aus.

Wir trafen uns bei den beiden am Hostel. Ich hatte zuvor dort in der Nähe einen Tipp von meinem Tätowierer bekommen. Es sollte Foodtrucks geben. Aber wir landeten vor einer großen Halle. Wir vier hatten dennoch Bock auf Foodtrucks und suchten uns einfach welche. Es gab Burger und Sangria.

Den letzten vollen Tag den wir hatten starteten wir mit unserem Coronatest. Jap, KLM schickte uns die Info das wir einen benötigten. Nun gut, so nach 2,5 Wochen in Süd- und Centralamerika weiss man jetzt halt nicht so genau, ob man sich was eingefangen hat oder nicht. Aus heutiger Sicht und nachdem es mich später getroffen hat, hätte ich es sicher gemerkt… Wir fanden ein echt seriöses Labor und die Preise lagen bei der Hälfte von dem was so’n Test am Flughafen kosten sollte. Gesagt, getan. Wir zwei beide waren negativ und der Ausreise stand nichts mehr im Wege.

Also los mit der letzten Tour. Wir liebten die Ubers. Man kann angeben wo man hinfahren möchte, der Preis wird vorher angezeigt und man kann live über GPS gucken wo man ist und ob der Fahrer richtig fährt. Wir starteten mit den Ruinen Panama la Vieja.

Die Selfies dürfen an dieser Stelle natürlich auch nicht fehlen 🙂

Einen hübschen riesigen Baum zweckentfremdeten wir natürlich auch noch… wenn schon denn schon!

Von dort aus ging es nochmal zur Albrook Mall, Johanna wollte dort gerne hin zum shoppen. Ich gebe zu, ich bin eine schreckliche Shoppingbegleitung und hatte wenig Lust.

Die Mall ist ungefähr 10x so groß wie das Centro in Oberhausen – für die, die einen Vergleich haben möchten (und aus der Regio sind).

Noch 1x schlafen und es ging für uns nach Hause. Wir fragten nach einem Late Check Out und wollten statt um 13 Uhr gerne um 14.30 Uhr auschecken. Das ging natürlich auch nicht. Zwischenzeitlich ließ auch das Housekeeping merklich nach. Innerhalb von 5 tagen haben wir 1x neue Handtücher bekommen, keine neue Fußmatte und gewischt wurde gar nicht. Für ein 4-Sterne-Hotel mit „normalen“ Standards schon wirklich ein Witz! Nach den letzten tagen freuten wir uns aber beide merklich auf Zuhause. Bis in den Flieger schafften wir es ohne weitere Zwischenfälle.

Auf dem Flug gab es dann den ersten Zwischenfall. Jemand hatte einen medizinischen Notfall und es wurde Ärzte an Board ausgerufen. Zum Glück war einer da und konnte die Situation beruhigen. Mit einigen Turbulenzen, die mich immer schön schlafen lassen, ging es bis Amsterdam. Ich freut mich schon riesig auf die erste Zigarette, da ich in Panama keine mehr bekam. Dort ist das gesamte Flughafengelände Nichtraucher Gelände. Wir liefen Richtung Bahnsteig und Johanna verabschiedete sich plötzlich im Gehen und wollte einen Zug erreichen. Ich stiefelte gemütlich nach draußen und rauchte eine. Gerade mit ein paar anderen Rauchern im Gespräch kam Johanna schon an, es fahren keine Züge.

Vielleicht erinnert ihr euch, im Februar gab es die heftigen Stürme. Ja schade, in Deutschland sollten die ersten Züge an dem Samstag wieder fahren. In Holland sind allerdings sämtliche Züge ausgefallen. Johanna wollte erstmal zum Hauptbahnhof und auch wenn ich nicht an irgend einen anderen fahrenden Zug glaubt, fuhr ich mit in die City. Am Bahnhof angekommen zeigten alle Anzeigetafeln nur dies…

Überraschung, es fuhr natürlich nichts. Somit hielt ich es für eine gute Idee erstmal in Ruhe frühstücken zu gehen und die Lage zu checken. Irgendwie gibt es immer eine Lösung und hey, wir waren ja quasi schon Zuhause. Johanna hatte es deutlich dringender nach Hause zu kommen. Sie hatte ja nun ihren Freund auch 2,5 Wochen nicht gesehen.

Ich holte mir erstmal einen leckeren Kaffee und ein Baguette mit Brie, Rosinen und allem möglichen an Leckerein. Es war warm, schmeckte und ich kenne den Amsterdamer Bahnhof wirklich gut. Ich fühlte mich bis dahin recht wohl.

Nach dem Frühstück ging ich zur Reiseinfo. Klar sei, wir hatten 11 Uhr, dass bis 16-17 Uhr gar nichts fährt. Ob und wie es dann weiter geht könne man noch nicht sagen. An dieser Stelle wäre ich für eine Übernachtung in einem Hotel gewesen. Geteilt durch zwei alles halb so wild. Johanna bemühte sich stattdessen um unsere Rückfahrt und so verrückt es klingt, ihr Freund holte uns ab!

Jetzt mussten wir nur noch bis 17 Uhr aushalten. Aber hey, in der Passage war es warm. Es gab ein paar Shops in den man bummeln konnte. Man hätte essen gehen können, ich hab aber lauter Blödsinn im Albert Heijn gekauft.

So chillte ich mind. 5 Stunden 🙂

Christian kam und gegen 21 Uhr sammelten Holger und Diana mich am P&R in Dülmen ein. 22 Uhr war ich dann auch Zuhause – whoop whoop! An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an Christian für diesen Einsatz!

Seitdem ruht auch still die See. Ich denke wir zwei Girls sind froh, dass wir den Trip gemacht haben und beide genauso froh, dass sich unsere Wege derzeit einfach nicht kreuzen. Mit etwas Zeit und Erholung voneinander glätten sich die Wogen sicherlich und man lacht im Nachhinein über diese Kinkerlitzchen.

Veröffentlicht von easy-the-gypsy

Bunt, verrückt und für jede Reise zu haben

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