Holland – wirklich Ausland oder doch noch Heimat?

Wie viele von euch wissen, bin ich in Warendorf aufgewachsen (und lebe nun ja auch schon wieder knapp 4 Jahre hier). Also nur 80km von der holländischen grenze und 100km von Enschede entfernt. Schon als wir klein waren unternahm Papa immer wieder Ausflüge mit uns nach Enschede auf den Markt. Herrlich! Ein Markt so groß, so bunt, so lebhaft und farbenfroh – mit unserem Wochenmarkt gar nicht zu vergleichen! Wie habe ich es da schon immer genossen all diese fröhlichen und offenen Menschen zu sehen.

Geht hier mal nach Feierabend in einen Supermarkt oder eben Freitags auf den Wochenmarkt und guckt euch die Menschen an. Alle sind schrecklich gestresst, viele schlecht gelaunt und bei einigen kann man (ohne Maske) sogar sehen wie die Mundwinkel nach unten gehen…

Dann kommt man nach Enschede und die Menschen sind laut, happy und entspannt! Stress erlebt man in Holland allgemein viel weniger. Und glaubt mir, nicht weil ALLE Holländer kiffen.

Auch die Vielfalt der Menschen, der Kulturen, der verschiedenen Speisen und diversen internationalen Supermärkte ist enorm. Dort leben alle fröhlich miteinander. Egal ob schwarz, weiss, gelb, rot oder gemischt 🙂 Viele kommen aus Suriname, einer ehemaligen niederländischen Kolonie im Nord-Osten von Südamerika. Genauer liegt Suriname zwischen Venezuela und Brasilien. Aber es gibt auch eine Menge Asiaten, egal ob aus China, Thailand, Indonesien und eben auch viele aus Afrika. Vermutlich haben die Holländer auch dort hier oder da mal ehemalige Kolonien. Mir gefiel das immer schon, dieses Multikulti. Einfach alles war so herrlich anders als hier und eben doch quasi um die Ecke.

In den Oster- oder Herbstferien waren wir öfter mal in Egmond aan Zee oder als Teenies dann auch mal mit Papa in Zandvoort. Dazu erzähle ich euch mal eine lustige Geschichte! Wir Kinder (meine Schwester und ich) durften immer jede eine Freundin mitnehmen. Papa ist also mindestens 1x pro Jahr mit 4 Girls in den Urlaub gefahren – trotz Vollzeitjob und handicap (ja, der Arme!). Als wir dann den einen Herbst nach Zandvoort fuhren, hatte ich wie immer eine Freundin mit. Eine recht Verrückte mit der man jede Menge Blödsinn machen konnte. Wir lernte in dem Center Park recht schnell zwei Jungs kennen. Beide irgendwas zwischen 16-18. Wir waren 15… Die Zwei hatten schon andere Teenies kennen gelernt und einer von denen hatte einen eigenen Bungalow. Da ich mit 15 wirklich eine Menge Freiheiten hatte, durften wir uns mit den anderen Jugendlichen Abends in deren Bungalow treffen. Irgendwer muss über 18 gewesen sei, denn es gab irgend einen Pushkin Vodka und tatsächlich auch etwas Gras. Meine Freundin hatte sich für den Abend meinen Pulli geliehen – er war der letzte Abend für den Pulli… Schnell wurde „ein Eimer“ gebaut (zum kiffen) und alle tranken etwas und rauchten mit. Wir hatten Spaß ohne Ende und einen Lachflash nach dem nächsten. Irgendwann haute meine Freundin immer mit dem Sofakissen um sich und war der festen Überzeugung das dort Sand drin sei 🙂 Wir haben alle so gelacht, mir liefen die Tränen die Wangen runter! Kurze Zeit später übergab Sie sich im Garten, der Pulli hat es nicht überlebt… (der dunkle Pushkin ging einfach nicht wieder raus). Ich hab Sie dort in ein Bett gelegt um etwas zu schlafen, bevor wir wieder nach Hause musste. Dort entdeckte ich so einen lustigen kleinen Affen mit Klettverschluss an den Armen und Beinen. Da meine Freundin nicht mehr viel mitbekam musste ich ihr das Äffchen um den Arm machen 🙂 Das Äffchen hat Sie bis heute nicht vergessen. Auf dem Rückweg trafen wir noch ein paar Holländer, die Sie direkt mal zu uns zum Frühstück einlud… keine gute Idee! Papa war nicht so für das Kiffen, allgemein gab es zu Drogen einen sehr klaren Standpunkt. Werde ich erwischt, fliege ich raus. Papa stand zu 99,9% zu seinem Wort – keine gute Idee! Ich machte direkt klar, dass gefälligst NIEMAND den nächsten Morgen klingelt. Wir hatten Glück und es traute sich keiner. Verrückte Geschichte!

An dieser Stelle – ich weiss ich hatte eine wilde und verrückte Jugend! Lebe auch nach wie vor vermutlich etwas unkonventioneller, ein der ein oder andere. Dies aber bewusst und happy damit. Sicher habe ich dennoch nicht immer alles richtig gemacht und bin auch nicht das perfekte Vorbild. Aber ich lerne besonders gut aus Erfahrungen! Ich kann euch sagen ich habe insgesamt in meinem Leben vielleicht 20-25x gekifft und am Ende festgestellt es ist nichts für mich. (gab auch einige nicht so gute Erfahrungen…, aber nein etwas wirklich schlimmes ist mir nie passiert)

Nach diesem kurzen Ausflug in meine wilde Jugend doch mal zu dem warum ich diese Berichte schreibe – den einzelnen Orten und meinen Berichten dazu. gut, Enschede und die Orte meiner Kindheit habe ich ja schon…

…fangen wir also mit meinen all-time favorite an – Amsterdam! Einen Tag nach meinem Geburtstag fuhr ich in 2014 das erste Mal nach Amsterdam. Ich übernachtete im Cocomama Hostel an der Frederiksplein. Super zentral und einfach ein niedliches Hostel. Bis dahin muss man aber mit der Tram, der Straßenbahn. Zumindest war die U-Bahn in 2014 noch nicht so ausgebaut. Bis nach Amsterdam fuhr ich mit dem Zug, wie die anderen Male auch. Ab Münster braucht dieser nämlich nur 2,5 Stunden und man ist direkt am Bahnhof Centraal.

die erste Fahrt 🙂

Dort aus dem Zug ausgestiegen sieht man direkt die Innenstadt von Amsterdam und es steigt einem direkt der Gras Geruch in die Nase. Da Kiffen legal ist, zumindest in den Coffee Shops, sagt auch auf der Straße niemand was. Zwar ist das öffentliche konsumieren untersagt, aber die Polizei sieht das super locker. Also mit der Straßenbahn ins Hostel und danach erstmal zu Fuß die Stadt erkunden. Überall sind lauter kleine Shops, die Grachten und Blumen. Wunderschön! Ich habe leider von dem Trip nur 3 fotos, aber es war unglaublich. 3 Tage und Nächte in Amsterdam! Es gab Kneipentouren zusammen mit anderen aus dem Hostel und der Inhaberin. Die Australier hatten vorher Pilze genommen und waren auf einem völlig anderen Planeten. In einer Bar, meiner Lieblingsbar (es passieren immer crazy Dinge), trafen wir dann einen Kellner, der denselben Schnurrbart hatte wie der Australier.

links der Aussie, rechts der Kellner (wie gesagt, bis 2018 hat er auf alle Fälle noch im Coco’s Outback gearbeitet)

An dem Samstag gab es dann mein Amsterdam bzw. Holland Tattoo – es gab ein 50er Jahre Pin Up Girl mit Bunny Öhrchen von dem lieben Matthew Housten (lebt wieder in Canada) im Salon Serpent. Für mich einer der Besten Tattoo Shops Amsterdams, wenn nicht sogar der Beste. Immer tolle Künstler, super Qualität, mit Glück haben die sogar Zeit für walk ups (spontane Tattoos).

Den Morgen vor meiner Abreise besuchte ich mit einer Australierin und einer Hostel Bewohnerin einen weiteren Coffee Shop. Wir rauchten irgendwas mit Cheese… Oh mein Gott Leute!!! Ich war so stoned, dass ich immer das Gefühl hatte neben mir zu stehen und über meinen Körper auch einfach nicht Herr zu sein! Zurück im Hostel saß ich bis zu meiner Abfahrt auf der Couch und hoffte ich werde wieder Herr über mich, meinen Körper und meine Sinne. Eine junge Britin, ich glaub Sie war gerade 18, nahm mich dann mit zum Zug. Am Ende klappte alles und passte alles… Aber das Zeug ist echt heftig! #nichtzumkiffengebohren

2016 kam ich erneut, um meinen 30. Geburtstag in Amsterdam zu feiern. Rund um meinen Geburtstag findet in Amsterdam immer eines der größten elektronischen Veranstaltungen statt. Das ADE oder auch Amsterdam Dance Event. Die Holländer sind bekannt für viel Musik und besonders eben die elektronische. Eigentlich nicht ganz so meins, aber ein super Duo aus Südafrika spielte dort im Melkweg und ich konnte mir an meinem 30. ein Konzert von Goldfish einfach nicht entgehen lassen. Kalle, eine gute Freundin zu der Zeit, überraschte mich mit einem Schachtelkranz im Hotelzimmer, weil ich ja eigentlich erst 25. werde.

Ich weiss nicht woran es liegt, ob an der kamera oder dem Portier…

Kurzer Exkurs, selbst mein damaliger Ex-Freund (Holländer), kam und kurz besuchen. Die Woche vorher war ich bei ihm und seiner Familie zu Gast. Ja genau, er lebt polyamor. Bedeutet er kann mehrere Beziehungen parallel führen. Spannendes Konzept auf jedenfall und für mich eines welches ich mal ausprobieren wollte. Nach rund 1,5 Jahren war es dann so das er mich bat seine Familie kennenzulernen. Also traf ich seine Frau, sein Kind und eben auch seine Freunde. Ich weiss es ist nicht das, was die meisten sich vorstellen, aber ich bin dankbar für die Zeit und die Erfahrungen. Ich habe festgestellt, dass ich nicht mehrere Menschen gleichzeitig lieben kann. Ich kann Sex und Liebe wunderbar voneinander trennen, aber mehrere Beziehungen parallel? Da bin ich raus. Gut, wenn man Freundschaften als Beziehungen sieht dann kann ich mich unendlich oft teilen. ❤ Liebe euch alle!

Zurück zum Event! Mein 30er Geburtstag. Wir hatten super viel Spaß. Erst spielte Mome (durch das O kommt eigentlich ein Strich, aber mein Computer hat leider keine skandinavische Tastatur) und dann Goldfish. Der Hammer! Die ganze Halle war ausverkauft. Zum Glück kamen wir an dem Gin Stand jederzeit sofort dran. Es gab Gin mit Rosenblättern und wild berry Limo. Sooooo lecker! Wir begriffen erst nachher, warum alle anderen Wasser tranken. Die hatten vorher irgendwas chemisches Genommen. Vermutlich Ecstasy… für uns eine willkommene Win Win Situation! Es war für mich der beste 30. den ich mir wünschen konnte! Danke Kalle ❤

2017 dann wieder Amsterdam, so wie 2019 auch. Beide Male, um Ahmet zu besuchen. Meinen süßen schwulen kleinen türkischen Holländer ❤ Was ein Schicksal und trotzdem einer der herzlichsten Menschen, die ich kenne.

2017 kam ich von einem Besuch aus Paris und schlief dann im flying pig downtown. Super zentral, vom Bahnhof top zu erreichen und einfach ein super cooles Hostel. Man kann leider erst ab 3 Nächten buchen. Passte da für mich aber super! Hatte den Tipp von einer befreundeten Amerikanerin. Ich wusste dann auch warum 😀 Sie ist DIE Kifferin unter dem Herrn und neben der eigenen Bar liegt der eigene Smoker Room. Ein extra Zimmer für die Kiffer. Ich glaube sowas geht auch nur in Amsterdam! Cooles Hostel auf alle Fälle, hab den Raum aber nicht getestet. Dafür aber die Bar.

Hier die Beleuchtung über dem Billardtisch

Ich lernte am ersten Abend direkt ein paar Jungs kennen und wir zogen um die Häuser. Wie schon bei meinem ersten Ausflug schleifte ich die Jungs in die Bar mit dem Schnurrbart. Coco’s Outback. Dieses Mal wurde ich von einer lesbischen Finnin angebaggert und musste mich echt am Ende von den Jungs retten lassen. 2018 gab es einen kurzen Abstecher mit meinem letzten Ex zum Koningsdag nach Amsterdam und was soll ich sagen, der Kellner arbeitete immer noch dort 🙂

ich hatte ganz offensichtlich auch hier jede Menge Spaß!

Weiter aber in 2017 – ich nutzte die Zeit um mir Amsterdam mal genauer und etwas mehr anzuschauen. Besuchte das Sex Museum, das Rotlichtviertel, eine super Burger Bar, guckte mir eine Menge Streetart an, shoppte in den unzähligen kleinen Geschäften… so schön einfach.

Im Hostel lernte ich eine süße Amerikanerin kennen, die war in meinem Zimmer – Adriana – und ich nahm Sie mit zu meinem Treffen mit Ahmet. Er brachte Shrishti mit, seine beste Freundin. Wir aßen in Wagamama, einer asiatischen Kette, die aber top Essen hat (nur etwas tuer). Inzwischen Ahmet und mein running Gag, wann immer wir uns in Holland treffen. Später gingen wir alle zusammen noch was trinken und hatten einen super schönen Abend.

Ahmet, meine Wenigkeit und Adriana v.l.

Auch 2019 kam ich natürlich wieder zurück. Gut, der kurze Abstecher in 2018 zählt ja kaum. Eine Freundin von Zuhause kam nach. Zuerst traf ich Ahmet, direkt im Wagamana der Certraal Station.

Wir aßen in Ruhe, quatschten ein bisschen und er haderte noch wegen seiner frisch unterspritzten Lippen. Später kam die Freundin aus der Heimat nach, sie musste länger arbeiten. Von dem Hauptbahnhof wechselten wir die Seite des Buiten-IJ, denn Britta und ich hatten Tickets für Lookout Amsterdam. eine Schaukel hoch oben über dem Fluß mit der Aussicht über die ganze Stadt! WOW – was ein Erlebnis.

bisschen Posen

Danach fuhr Ahmet nach Hause und wir machten aus, dass wir uns den nächsten Tag wiedersehen.

Wir zwei Warendorfer hatten Schwein ohne Ende. Es gab ein super Hotel! Klein süß und normal sicher unbezahlbar. Super modern, frisch renoviert und Morgens sogar mit Frühstück. Mega! Das Hotel heisst La Remise, falls ihr mal eine wirklich exklusive Unterkunft haben möchtet. Diese liegt direkt an der Prinsengracht. Besser geht es wirklich nicht. Laut google liegt die Nacht bei ab 170-200€, wie gesagt wir hatten einfach last minute Glück!

Den nächsten Tag besuchten wir nach dem Ausschlafen und einem top Frühstück die Amsterdam Tattoo Convention. Kleiner und versteckter, als ich dachte. Aber viele coole Leute und eine Menge süßer Foodtrucks. Ahmet kam etwas später dazu und wir verbrachten den Tag zusammen.

Mal ein Bild ohne Bier (steht vor mir auf dem Tisch) von einer Convention 😀

Von der Veranstaltung aus ging es in die Stadt. Ahmet zeigte uns den Blumenmarkt direkt am Kanal, wir schlenderten durch die Fußgängerzone und am Rathaus vorbei, er zeigte uns seinen Liebsten Secondhand Laden, wir tranken in einem Öko-Shop verrückte Cafés und Säfte… es war so schön!

Ein bisschen Spaß muss sein 🙂

Abends machten wir uns alle etwas frisch und trafen uns dann wieder zu Essen. Britta und ich holten und am Treffpunkt ein schnelles Wegbier, bis wir von einem Passanten nach einer Zigarette gefragt wurden. Gaben bereitwillig eine ab und Ahmet kam. Er klärte uns darüber auf, dass Trinken in der Öffentlichkeit, sowie Minderjährigen eine Zigarette geben strafbar sei. Puh, Glück gehabt.

Wir trafen Leah eine Freundin von Ahmet zum Abendessen und gingen ins Bazaar, ein arabisches Restaurant. Als ich gerade mal kurz in dem wunderschönen Bad verschwand besorgte Ahmet eine kleine Überraschung als nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Ich habe mich sooooo gefreut! ❤

Ist das nicht mal ein wunderschönes Bad? ❤
Awwwwww ❤ so schön!

Danach ging es noch auf einen kleinen Absacker in eine Bar. Ahmet raucht lieber, als zu trinken…also hier mein Glas und der kleine Ahmetje:

yummy – Gin Tonic (ich stehe ja nicht so auf süße Drinks)

Letztes Jahr habe ich Ahmet dann in seiner Heimat besucht. Er lebt in Maasluis bei Rotterdam.

Da Ahmet noch bei seinen Eltern wohnt und Maasluis doch ein recht kleiner Ort ist, entschied ich mich direkt in Rotterdam zu übernachten. Ich fand ein recht kleines Hotel direkt an der Metro Haltestelle Eendrachtsplein. Das lag wirklich super zentral und es sah sehr neu und modern aus. Zudem stimmten die Preise, ich zahlte 50 Euro / Nacht. Für ein Hotelzimmer mit eigenem Bad völlig in Ordnung…dachte ich. Abends besuchte ich direkt mit meinem kleinen Koffer Ahmet auf der Arbeit, er brauchte aber noch und so stiefelte ich erstmal Richtung Hotel. Wir zwei suchten dann Abends das gute Wagamama auf und gönnten uns ein Abendessen.

Wie immer super lecker. Danach liefen wir weiter die Witte de Withstraat runter und trafen ganz am Ende im Supermercado, einem brasilianischem Restaurant mit Bar zwei Freundinnen. Es gab Cocktails, Bier und gute Unterhaltung. Ein wirklich perfekter Erster Abend!

Die erste Nacht war auch auf jedenfall super und ich schlenderte Morgens auf der Suche nach einem Kaffee einfach durch die City. Denn ich war mit Ahmet in Maasluis verabredet und er wollte mir direkt an seinem ersten Tag seine Heimat zeigen. Frühstück gefunden, nahm ich schon die Metro und düste los.

In Maasluis angekommen, wimmelte es am Bahnhof nur zu von Polizei. Ahmet verspätete sich etwas und ich musste in dem ganzen Gewusel warten. Maasluis ist ein kleiner Ort, mit rund 32.000 Einwohnern. Entspricht übersichtlich war der Bahnhof mit seinen 4 Gleisen. Allerdings war ich durch die ganzen Polizei Fahrzeuge erstmal etwas verunsichert.

Ahmet kam und er rätselte mit mir, was denn wohl passiert sein könnte. Schnell kramte er sein Handy raus und auf der Polizeiseite kann man live mitverfolgen was gerade passiert. Eine Straße weiter war eine Frau erstochen worden und offensichtlich war die Tätersuche gerade in vollem Gange. Da war ich dann gleich mitten drin im Actionfilm, statt nur dabei.

Wir machten uns auf den Weg um alles für ein Picknick einzukaufen, denn Ahmet wollte mir einen seiner Lieblingsorte am Fluss zeigen.

diese hübsche Windmühle stand auf dem Weg einfach rum

Wir shoppten den halben Albert Heijn leer und danach in einem türkischen Geschäft noch etwas frisches Obst. Vollbepackt mit tollen Sachen ging es dann Richtung Wasser. Wir hatten wirklich bestes Wetter. Ahmet der kleine Perfektionist war perfekt vorbereitet! Es gab eine Decke, Becher zum trinken, Pappteller zum Essen… und Sonnenschein pur! Ein paar Meter weiter sprangen ein paar Teenie Girls ins Wasser und erfreuten sich auch diesem herrlichen Tag.

Plötzlich änderte sich das Wetter und es fing an zu nieseln. Recht zügig packten wir alles wieder ein und machten uns auf den Rückweg. Da ich aber noch nicht viel von der Stadt gesehen hatte, sind wir noch durch den Ort gelaufen.

Klar, Corona gab es ja schon, aber die Geschäfte in Holland ließen einen immer noch überall rein. Also kurze Kaffee Pause zum aufwärmen. Nein, es war nicht April sondern Mitte Juni.

Als es dann von Nieselregen in richtigen Regen Umschlug, fanden wir es eine gute Idee uns zu trennen. Ahmet lief nach Hause und ich zur Bahn. Am Hotel angekommen war ich komplett nass. Also Zeit für eine heiße Dusche und ab ins Bett!

So dachte ich es mir zumindest! Das Hotel sollte super neu und modern sein. Alles nur mit einer EC-Karte und QR-Codes. Nur leider bekam ich den über das ganze Wochenende nicht zugeschickt. Jedes Mal musste ich klingeln, mich per Sprechanlage autorisieren und dann eben auch wieder dasselbe Spiel oben am Zimmer. Unglaublich nervig. Trotz Beschwerde und kurzem Gespräch mit dem Ansprechpartner, der 1 Std. am Tag mehr oder weniger Rezeption machte, änderte sich in 4 Tagen an dieser Situation nichts! Noch besser wurde es in dieser 2. Nacht! Mitten in der Nacht wurde ich durch wildes Geschrei auf dem Flur geweckt. Gleich mehrere Menschen hatten sich in den Haaren. Ich sah einige Männer mit Migrationshintergrund und etwas stärker pigmentiert die sich um offensichtlich sehr leicht bekleidete Damen stritten. Diese hatten die Flaschen mit Schnaps in der Hand und schienen bewaffnet zu sein. So gerne ich auch für meine Nachtruhe einstehen wollte, so ungern wollte ich mich in deren Konflikte einklinken. Es gab drei Stunden wilde Argumente und diverse Handgreiflichkeiten, so wie Musik in Disko Lautstärke, bis sich dieses Gewusel und Theater gegen 5.30 Uhr am Samstag Vormittag in Wohlgefallen auflöste. Wie sich später herausstellte, hatte ich mir ein super Eckchen gebucht 🙂 Die Haltestelle ist in der Nähe der Witte de Withstraat und somit in der Nähe DES Ausgehviertels von Rotterdam. Die Metrostation diente also auch als einer der Umschlagsplätze für den Handel mit illegalen Substanzen. Lauter Farbige Mitbürger tummelten sich dort, um zu verkaufen was das Chemielabor so hergibt. (Gras bekommt man ja im Shop an jeder Ecke) – Ahmet geht davon aus, dass aufgrund des Preises des Hotels und auch in Anbetracht der Lage evtl. die Zimmer auch für das horizontale Gewerbe genutzt werden. Genug Anonymität würde es ja bieten. Sagen wir, es war ein spannender Aufenthalt. Ich für meinen Teil kann sagen ohne die Technikprobleme mit QR-Code und meiner Karte und ohne diesen Zwischenfall – ein top Hotel. Zentral, gut und günstig.

Den Samstag verbrachte ich erstmal alleine, da Ahmet arbeiten musste. Wir waren später zum Abendessen und für Drinks verabredet. Zuerst besuchte ich ein Geschäft um die Ecke, welches ich am Vortag gesehen hatte. Ich war schon seit gefühlten Ewigkeiten auf der Suche nach einem Outfit für eine Hochzeit im Herbst 2020 und irgendwie bin ich nicht so der Kleidchen Typ. Oder sagen wir ich kann mich mit den typischen konservativen Schnitten einfach nicht anfreunden! In dem Geschäfte gab es wirklich so viele tolle Kleider. Moderner Schnitt, ausgefallene Muster – perfekt! Zudem war die Verkäuferin einfach Klasse. Ich hab sicher 10-15 Kleider anprobiert. Am Ende habe ich gleich zwei gekauft und war überglücklich etwas gefunden zu haben, in dem ich mich auch wirklich wohlfühle. Denn, wenn man sich verkleidet und somit unwohl fühlt, hat man einfach weniger Spaß!

Ich bummelte durch die Stadt und guckte mir ein paar Highlights an. Ganz entspannt und ohne Stress. Was ich sah gefiel mir wirklich sehr! Rotterdam hat viel Wasser drum herum, immerhin die Stadt mit dem größten Seehafens Europas. Es gibt eine tolle Markthalle (Markthal), mit lauter unterschiedlichen Köstlichkeiten und unten drunter mit einem fairen Langzeitparkplatz. Super gelegen und direkt mit einer Sehenswürdigkeit verbunden. Zudem sind in der Markthal wunderschöne Bilder an den Wänden und man kann beim Snacken und Schlendern toll alles anschauen! Direkt vor dem Haupteingang liegt auf der anderen Seite das Kubushaus, ein Haus aus lauter Würfeln.

Auch schön zu sehen sind der alte Hafen und die Erasmusbrücke. Dort kann man bei guten Wetter dann wieder das spazieren am Wasser geniessen.

Im Nachmittag sammelte Ahmet mich ein und zeigte mir noch ein paar weitere Ecken Rotterdams. Wir aßen vietnamesisch und für mich im letzten Jahr eindeutig bei besten Asiaten.

Som Tam Thai oder auch Papayasalat
Sommerrollen mit Hoisin Sauce
und irgendwas mit Garnelen 🙂

Von dort ging es dann wieder zur Witte de With, Bier tasting mit einem der kaum trinkt – herrlich! Es gab auch Plätze draußen… die wurden allerdings in einem ganz überraschenden Wolkenbruch etwas ungemütlich. Mein Gott haben wir den Hinter nass bekommen! Ahmet schlief die Nacht selbst in einem Hostel auf der Straße und wir schafften es gerade noch dorthin. Haben dann mal kurz den Vergleich gemacht, wer brauner ist 🙂 Trotz super nasser Klamotten und wenig zum Wechseln…ich reise ja trotz Auto nur mit Handgepäck, ein wirklich super schöner Abend!

Den nächsten Morgen sammelte ich Ahmet in seinem Hostel wieder ein, wo wir erstmal zusammen frühstückten. Nach dem gemeinsamen Frühstück machten wir bei bestem Wetter einen Ausflug zum Strand von Hoek van Holland. Schönes Picknick und bestes Wetter!

Whoop whoop – Strandliebe!
einen kleinen Snack nach dem Strand

Zum Abschied aßen wir Abends im Supermercado – mit Abstand mein Lieblingsrestaurant und auch die coolste Outdoor Bar.

Yummy yummy yummy i got love in my tummy 🙂

An meinem letzten Morgen brachte Ahmet mich zum Auto. Auf dem Weg machten wir allerdings noch einen kurzen Stop bei seinem ehemaligen Arbeitgeber und ich durfte mir Sneaker zum Mitarbeiter Preis gönnen 🙂 Herrlich! Alle seine Kollegen waren super lieb zu mir. Zwei Paar waren zwar mehr als ich geplant hatte…aber zu dem Kurs?

Ich schnappte mir auf dem Weg noch einen Snack in der Markthal und wir zwei verabschiedeten uns. Mit etwas Glück kommt Ahmet in 2021 mal wieder hierher und guckt sich meine neue Wohnung an.

Aber natürlich war es das noch nicht mit Holland. Ein weiteres Highlight für mich ist Den Haag. 2018 war ich das erste Mal für zwei Nächte hier und es gefiel mir super. Insbesondere der Grote Markt. Ein Platz mit rund herum gelegenen Cafés, Bars und Restaurants. Unter den Sonnen-, oder bei schlechtem Wetter auch Regenschirmen befinden sich Heizstrahler und man kann jederzeit auch Abends lange und gut draußen sitzen. Letztes Jahr im August war ich mit einer Freundin zusammen erneut in Den Haag. Gut, mein Lieblings Café/Restaurant/Club Ding hatte keinen freien Platz, aber wir haben trotzdem ein super Lokal erwischt und hatten echt schöne Abende. Falls ihr aber dennoch zum Frühstücken oder Abendessen einen Platz ergattern solltet, testet mal das ZETA 🙂 Von super tollen Frühstückskreationen bis zu tollen teilweise auch asiatischen Gerichten gibt es hier alles! Sogar #healthyfood!

Hier mal eine der Frühstücksoptionen!

2020 wurden wir dann Fans vom Hoender en Hop…

Schön unter der Markise und trotzdem mittendrin
den ersten Abend verbrachten wir mit einem Bier tasting
den Zweiten dann mit Longdrinks – ich bleibe bei Gin Tonic
Mal ein Kloselfie, was zum Lachen ist doch immer gut!

Sightseeing kam etwas kurz, da wir einen ganzen Tag in Scheveningen am Strand verbrachten. Mensch war hier ein Getümmel. Trotz Corona war der Strand und sämtliche Buden, Restaurants und Attraktionen rund herum rappelvoll!

Wir lagen schon so ziemlich in der letzten Reihe, damit wir wenigstens 1,5m zum Nachbarn hatten. Puh, wenn man hier die ganzen Regeln hat und es in Holland zu der Zeit gefühlt keine gab, fühlt man sich doch einfach etwas verunsichert!

Ein Bierchen am Strand war dennoch Pflicht
ein bisschen Posen auch
ein bisschen Kibbeling am Strand gab es natürlich auch

Aber wir trugen schön brav unsere Masken. In den Öffis, im Supermarkt… sollte halt irgendwer blöd gucken. Immerhin sind wir mit Asthma beide eher froh kein Corona zu bekommen. Trotzdem tut ein Tag mit Sonnenschein, am Strand und mit einem kühlen Bier in der Hand einfach schrecklich gut!

Auch unser Hotel war echt ein Traum. Wir haben über irgend eine Seite blind booking gemacht und so echt um die 50% gespart. Wir wussten nur die Bude hat mind. 3 Sterne und liegt recht zentral. Untergekommen sind wir im NH Hotel Den Haag. Super modern, sehr zentral und mit direkter Anbindung an die Metro. Zudem, ich bin echt kein großer Frühstücker, hatten wir selbiges aber einfach mit drin. Was soll ich sagen? Frische Säfte, guter Kaffee, verschiedene Eierspeisen… es gab wirklich alles! Ich kann euch nur nicht den regulären Preis nennen, denn den kenne ich nicht. Leider weiss ich auch nicht mehr wie die Internetseite heisst. Es gibt einfach zu viele.

das echt überragende Frühstück

Auf dem Rückweg legten wir noch einen Stop in Katwijk aan Zee ein, einfach nochmal Sonne, Strand und weniger Leute. Oh man, ich vermisse Sonne, Strand und Meer sehr! Hoffen wir mal, dass es dieses Jahr wirklich noch was wird mit ein bisschen Urlaub. Denn so lange am Stück wie jetzt, war ich 15 Jahre lang nicht in Deutschland.

Isy + Isy 2 (entschuldigt den Hintergrund :D)

Natürlich waren das nicht alle Orte die ich besucht habe, aber eben die mit existierenden Fotos. Super schön für einen Samstag ist Winterswijk, direkt bei Bocholt . Ich glaube wir brauchten von dort keine 20-30 Minuten. Auch Apeldoorn ist einen Besuch wert. Klar hier lebt die Familie von meinem Ex, aber falls ihr mal einen Stop macht – schöne Innenstadt mit vielen Kneipen und Restaurants.

Es gibt natürlich auch noch ein paar Städte und Orte die ich in Holland gerne sehen möchte, Utrecht und Eindhoven sind nur zwei davon. Für mich fühlt sich ein Besuch in Holland aber ehrlich gesagt auch einfach nicht nach Ausland an. Alle sprechen super Englisch. Gut, wenn man schon als Kind nur englisches TV guckt und nur die holländischen Untertitel hat – kein Wunder… Ein paar Ältere Mitbürger an der Grenze sprechen manchmal auch noch ein bisschen Deutsch. Für mich immer wieder ein tolles Land mit super tollen Menschen, welches ich gerne besuche.

Mal schauen, ob der Mädelsausflug nach Amsterdam in 2021 klappt oder doch erst in 2022… aber wir kommen ganz sicher und ich vermutlich so oder so auch schon dieses Jahr 🙂

Veröffentlicht von easy-the-gypsy

Bunt, verrückt und für jede Reise zu haben

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