Krakow und Danzig – zu Besuch bei unseren Nachbarn in Polen

Mein Trip erster Trip nach Polen ist schon ein paar Jahre her. Den machte ich mit einem damaligen sehr guten Freund. Ich hatte Polen bis dahin noch gar nicht gesehen, außer eben mal auf einer Weltkarte oder bei Google.maps. Außerdem sollte es eine recht alternative Tattoo Convention geben und das bei schönstem Wetter. Im Juni 2016 ging es dann los.

Krakow ist wirklich eine schöne Stadt. Wir hatten ein air.bnb in der Nähe der Altstadt und die war bei Preis-Leistung top. Lauter richtig schöne Gebäude, Kirchen, ein jüdisches Viertel, lauter Restaurants und Märkte – die Stadt hat einfach einen tollen Flair. Wie das ja bei so einem Wochenende ist, sind wir ohne wirkliches Ziel einfach durch die Stadt getigert. Als erstes zeige ich euch ein paar Bilder vom imposante Marktplatz Rynek Glówny.

Als nächstes zeige ich euch ein paar Eindrücke aus dem jüdischen Viertel.

Streetart am jüdischen Museum
eine süße jüdische Kneipe mit Blick auf eine weitere (das was nach Ariel aussieht)
bin auch mit drauf

Weiter geht es Richtung Märkte…

… durch die kleine Straßen…

…weiter zum Fluss, der die Stadt in 2 Hälften teil, der Weichsel…

und da kommen wir dann auch zu einem der wichtigsten Punkte dieses Trips! Dem Bier trinken und ausgehen 🙂

das gute wodki i piwa
hoch die Hände Wochenende

Aber natürlich waren wir auch für die Convention in Krakow. Dort verbrachten wir einen kompletten Tag, immerhin gab es für mich gleich zwei neue Kunstwerke von zwei talentierten jungen Männern.

vor dem ersten Tattoo natürlich keinen Alkohol für mich!
los ging es dann für mich mit einem Dolch von Mors, der seinen Stand hier neben dem seiner Freundin Iris hat (beide sind ziemlich bekannt)

Der gute Mors war echt richtig fix und wir hatten noch etwas Zeit zum bummeln und in der Sonne chillen.

Und da es ja eine Convention ist, gab es dann Mittags auch endlich das erste Bier für mich.

ich glaube man kann sehen wie happy ich bin

Und auf zum nächsten Ereignis. Es ging weiter zum Stand von Daniel Anibal, einem Tätowierer aus Spanien und meiner lang ersehnte Kali Göttin.

Kali (Sanskrit, f., काली, kālī, wörtl.: „Die Schwarze“) ist im Hinduismus eine bedeutende Göttin des Todes und der Zerstörung, aber auch der Erneuerung. In der indischen Mythologie stellt sie eine Verkörperung des Zornes der Durga dar, aus deren Stirn sie entsprungen und dann das Weltall mit ihrem schrecklichen Brüllen erfüllt haben soll. In anderen Mythen ist sie die dunkle Seite Parvatis und eine der Mahavidyas. Kali gilt im Volksglauben der Hindus als eine der wenigen Göttinnen, die Wünsche erfüllen können. Viele Texte beschreiben Kali als unabhängig von einer männlichen Gottheit.

Ich hab euch da mal wieder ein paar Zeilen von Wikipedia geklaut, um euch diese Göttin und Ihre Bedeutung etwas näher zu bringen.

happy und inzwischen etwas angeheitert mit dem guten Daniel Anibal

Alles in allem hatten wir ein paar coole Tage. Haben zwei verrückte Finninnen kennengelernt, haben eine super alternative Convention erlebt, eine richtig schöne Stadt mit mittelalterlichem Kern entdeckt, überall gut gegessen und günstig getrunken (im Wodki i Piwa gab es Wodka für einen und ein großes Bier für 2 Euro). Ich kann euch Krakow für einen Ausflug wirklich wärmstens empfehlen, auch wenn ich ab und zu sprachlich an meine Grenzen gestoßen bin.

Weiter geht es mit Danzig oder richtigerweise auch Gdansk. Mein erster Corona Trip nach dem Ausbruch von Covid19. Aufregend alles!

Die große Frage war vorher ewig lange, ob es überhaupt klappt. Da der Trip 14 Tage vorher aufgrund der neuen Reisewarnungen vom RKI nicht stattgefunden hat, es sollte nach Amsterdam gehen, war es hier umso aufregender. Mittwochs kommen die neuen Risikogebiete raus und Freitags sollte es losgehen. Bis Mittwoch Abend aktualisierte ich die Seite vom RKI wie eine Bekloppte… nix. Donnerstag Vormittag dann die Info – Polen kann bereits werden. Ich war happy ohne Ende. Also Freitag nach dem Mittag Richtung Dortmund zum Flughafen. Ich war so aufgeregt, dass doch noch irgend etwas schief gehen könnte – ich habe einfach alle verrückt gemacht. Sooooo sehr hat mir das Reisen und Fliegen gefehlt. Klar, wenn man zur Risikogruppe gehört #Asthma, sollte man vorsichtig sein. Unvernunft ist bei Corona auch wirklich nicht mein Ding. Nur ganz auf das Reisen verzichten? Ich kann es nicht. Glaubt mir, ich bin bei 7 Monaten ohne fliegen wirklich fast durchgedreht.

In der App der Airline stand, man sollte 3 Stunden vorher am Flughafen sein. Ok, ich schaffte es 2,5 Stunden vorher. Reichte für den winzigen Flughafen in Dortmund auf alle Fälle 3x. Es wurde kein Fieber gemessen und auch sonst nichts neues gemacht. Sicherheitskontrolle und ab dafür. Klar, diesmal mit Maske. Aber hier bei uns wird alles nicht so eng gesehen. Alle die essen und trinken wollten, konnten die Maske kurz absetzen. Auch war es möglich in dem Raucher Büdchen zu rauchen… ohne Maske und mit anderen im selben Raum. Nichts für mich! Ich suchte mir ein Plätzchen so weit abseits eben möglich. Auch wenn im Flieger wieder alle Plätze belegt waren. So lange Abstand möglich war, habe ich den nur zu gerne eingehalten.

Als der Flieger abhebte hatte ein kribbeln im Bauch, war aufgeregt und freute mich riesig. Ich liebe und lebe für das Reisen.

In Danzig angekommen stiefelte ich direkt mal zum Bus. Der sollte, so Google.maps, bis fast zum Hotel fahren. Perfekt. Zudem waren die öffentlichen Verkehrsmittel super gut ausgeschildert. Der Ticketautomat sollte sogar Deutsch und Englisch sprechen. Tat er dann doch nicht. Habe mir ein Ticket geholt und später festgestellt es war das richtige. Eine Stunde egal wohin mit Bus, Straßenbahn oder Zug für 1 Euro – herrlich!

Gerade angekommen, war um die Ecke der Bushaltestelle auch schon mein Hotel. Wirklich richtig schön und perfekt gelegen. Da aktuell der Aufenthalt in Hostels schwierig ist, bzw. die dortigen Doppelzimmer unbezahlbar, nutzte ich wirklich ein Hotel. 🙂

Ich kann euch das Hotel Liberum einfach nur wärmstens empfehlen. Tolle Zimmer, wirklich sauber, mitten in der Stadt für 40€/Nacht.

Das Hotel liegt direkt am Langgasser Tor, also quasi dem Tor zu Innenstadt.

direkt hinter dem Tor links liegt das Hotel

Nach meiner Ankunft schlenderte ich dann einmal die Fußgängerzone rauf und runter, bis ich das Restaurant/ die Bar aufsuchte, die zum Hotel gehört.

das Restaurant inkl. live Musik
Pierogi
lecker zu trinken gab es auch

Dann ging es gegen Mitternacht erstmal ins Bettchen. Schließlich war ich seit 6 Uhr wach und nach der Arbeit zu Reisen ist immer anstrengend.

Am nächsten Morgen testete ich das Frühstück in derselben Location, wie das Abendbrot vom Vortag. Neben dem üblichem Frühstück gab es auch grüne Bohnen, Bratkartoffeln, Hering, Eiersalat und eingelegte Gurken mit Zwiebeln in einem Dressing. Interessante Kombinationen auf jedenfall. Mir reichten zum probieren am frühen Morgen der Eiersalat und die Gurken auf Salami, zum probieren.

Gut gestärkt ging es in die Stadt. Einfach drauf los, schließlich kannte ich die im hellen ja noch gar nicht.

was für wunderschöne Häuserfronten!
die moderne Variante am Martwa Wisla
das berühmte Kranhaus
die Oper neben dem Stadtschild und einem Riesenrad
das Milchkannentor
die Bernsteingasse

Nachdem ich mir eine Menge der Sehenswürdigkeiten, der historischen Bauwerke und auch die Bernsteingasse angeschaut hatte, Danzig ist berühmt für den Bernstein, war es Zeit für ein ordentliches Mittagessen. Es ging in das Woosabi, ein asiatisches Hipster Restaurant quasi.

die Misosuppe vorweg
Bao Buns – links Huhn, rechts Lachs

Bao Buns bestehen aus Reismehl und kommen aus der vietnamesischen Küchen. Sehr lecker auf jedenfall und sehr zu emfpehlen. Frisch gestärkt ging es, aufgrund von Regen, dann zu einer der Shopping Malls. Ich war im Forum. Die Polen haben gerade die Kleidungsgeschäfte überwiegend nicht in der Fußgängerzone, sondern eben in Malls. Ich schlenderte etwas herum, trank einen frischen grünen Smoothie und shoppte etwas – gab 20% auf alles. Anbei mein Lieblingsbild und eine wunderschöne Dekoidee, wie ich finde.

Nach einer kleinen Verschnaufspause und ein bisschen Erholung im Hotel, Urlaub ist und bleibt ja Urlaub, ging es dann auch wieder um das leibliche Wohl. Auch da hatte ich mich vorab informiert (dachte ich). Es ging zu einer ortsansässigen Brauerei. Mich wunderte nur, dass in demselben Gebäude eine Tapas Bar war, namens „Hola!“ Wie sich später herausstellte gehören beide Läden zusammen. Für mich immer noch rätselhaft – polnisches Bier und spanische Speisen!? Ich blieb beim Bier für den Anfang.

hier ein frisches Pils

Mein Plan war es dann zu einem Fancy Mexikaner zu gehen, aber die waren doch recht unhöflich (meine einzige unhöfliche Begegnung). Also entschied ich mich kurzerhand für einen all time favorite -> Pizza.

Pizzeria Napoli auch sehr zu emfpehlen

Nach einem Absacker (oder auch 2-3) in der Hotelbar und einem netten Pläuschchen mit einem Pärchen am Nachbartische (er Brite, Sie Polin), huschte ich ins Bett.

Nach einer doch sehr lauten Nacht, gut warum sollte es auch anders sein als mit den Nachbarn Zuhause, gönnte ich mir Morgens schick einen gratis Tee auf dem Zimmer und düste los. Zu Fuß ging es zum Hauptbahnhof. Ich wollte mit dem Zug nach Sopot, an den Strand. Während ich mir am Automaten schön mein Ticket zog, fuhr mir der eine Zug direkt vor der Nase weg. Ok, 30min warten und ab in den nächsten. Da aber weder Durchsagen kamen, noch irgendwo eine Anzeige auf Englisch war und selbst Google.maps zwischendurch aussetzte, war dies dann der Teil Abenteuer den ich so vermisste.

Einfach in einem fremden Land im Zug zu sitzen und nicht wirklich wissen wohin man fährt und ob man ankommt bzw. ob alles richtig ist. Ende gut, alles gut. Ich schaffte es natürlich 😉 und gönnte mir erstmal einen großen Kaffee und ein herzhaftes Tartlette. Meine Idee Picknick am Strand. Auch wenn das Wetter während des Picknicks umschlug, war immer noch Zeit für einen Regentanz im Sand.

die Mole
die Mole von unten
ein paar Schwäne vor einem Boot
die Möwen dürfen auch nicht fehlen
so wie ich beim happy Regentanz 🙂

Nach einem regnerischen Strandspaziergang tingelte ich dann wieder Richtung Bahnhof. Ich war in Sopot echt überrascht, dass die Menschen hier selbst in der Fußgängerzone alle Ihre Masken trugen. Machte ich natürlich auch direkt. Nur wie ich später hörte, wurde Sopot genau an diesem Tag zu einer roten Zone erklärt, bedeutet in Polen Maskenpflicht überall.

Ich hatte auf dem Hinweg ein schönes Café entdeckt und das war echt gut besucht. Auch im Regen saßen viele draußen und die Plätze waren teilweise überdacht. Ich ergatterte mir ein Plätzchen und bestellte die Empfehlung der Kellnerin, eine Halloumi Bowl. Halloumi ist ein Käse aus der griechischen/türkischen Küche. Zusammen wurde er mir mit eingelegter roter Beete, frischem Spinat, Tomaten, Knoblauch Baguette, Guacamole und einem Spiegelei serviert. Dazu entschied ich mich für eine selbstgemachte Ingwerlimonade. Ich sag euch Leute, es war ein top Essen!

im Café Caly Gawel

Es ging zurück nach Danzig. Entgegen der Hoffnung der Regen würde weniger, wurde dieser aber immer mehr. Also beschloss ich mir eine kleine Auszeit mit Netflix im Bett zu gönnen.

Zum Abendessen ging ich dann aber natürlich wieder aus. Ich wollte nochmal ein echt polnisches Restaurant besuchen. Laut einer Empfehlung bei Google entschied ich mich für eins direkt am Fluss. Das waren allerdings 10 min zu Fuß. Damit ich nachher nicht aussehen würde wie der begossene Pudel des Jahres (mein kleiner Schirm tut es nicht unbedingt bei Wolkenbrüchen), testete ich meine neue Mütze.

ihr seht das Fenster und den Regen…

Auf in das doch recht stürmische und regnerische „Nordseewetter“. 😉 Nach gut 10 Minuten kam ich an dem Restaurant an, reserviert hatte ich nicht. Es war doch schon recht voll, 3/4 der Plätze waren von einer Reisegruppe aus Ostdeutschland belegt. Alle Ü65 und mit einem durchaus starken sächsischen Akzent. Sonst gab es noch 4 Tische, 2 davon waren ebenfalls belegt. Aber ich ergatterte einen der letzten.

Es gab verschiedene selbstgebraute Biere und die Möglichkeit eines kleinen Bier tastings.

links das Ale, in der Mitte das Weizen und rechts das Pils

Der Anfang war schon mal genau nach meinem Geschmack. Zu Essen gab es Hühnchen und Kartoffelpüree an einer Weißweinsauce mit Rotebeetejus und dazu einen gemischten Salat mit diversen Kernen und Wassermelone.

Gesättigt war ich wohl, aber einmal muss doch auch ein Dessert sein. Also her mit dem warmen selbstgemachten Apfelkuchen 🙂

Das riesige Stück samt Eis und Sahne war dann doch etwas zu viel. Aber wer mich kennt weiss, wie Appetit gesteuert ich bin und das auch ab und an die Augen größer sind als der Magen. Es gab einen Absacker auf Kosten des Hauses.

Für euch habe ich natürlich auch mal ein bisschen den Laden selbst geknipst 🙂

auf den Platzdeckchen gab es gratis Geschichtsunterricht
das oben ist der Name des Restaurants – Gdanski Bowke
bester Mann

Gegen 20.30 Uhr hatte der Regen für den Tag dann auch endlich mal aufgehört und ich machte mich wieder auf den Rückweg. Packte dann schon mal ein paar Sachen und machte es mir gemütlich. Um 5 Uhr hieß es schließlich raus aus den Federn und ab zum Flughafen, die Heimreise antreten.

Wie oben auch bereits einen Trip nach Krakow, kann ich euch Danzig für einen Ausflug echt empfehlen. Flug und Hotel sind, sowie das Essen & Trinken, echt preiswert. Die Flugzeit beträgt etwas über eine Stunde und besonders in Danzig waren die Menschen super freundlich. Die meisten Sprachen auch Englisch, gut mal mehr mal weniger… aber man konnte super zurecht kommen. Alles in allem, kann ich euch Polen wirklich empfehlen. Traut euch einfach 🙂

Veröffentlicht von easy-the-gypsy

Bunt, verrückt und für jede Reise zu haben

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