Wo Faultier und Äffchen sich gute Nacht sagen – Costa Rica

Erstmal ein großes Sorry für die lange Pause. Corona macht es einem manchmal nicht leicht. Zwischen drei Urlaubsplanungen für umsonst kam dann auch noch wieder mein Asthma samt Nebenerscheinungen ins Spiel. Aber ich will nicht jammern und schreibe sicher auch nicht um oder für euer Mitleid. Also auf geht es.

Nun aber zu meiner eigentlichen Geschichte – was ein unglaublicher Trip. Wieder eine Reise, die ich niemals vergessen werde. Nach ein paar Jahren Asien brauchte ich einfach mal was anderes. Aber ich liebe ja die Wärme und das gute Wetter. Also suchte ich nach etwas, was dazu gut passte. Zudem, so hieß es, sei die Kriminalität in Costa Rica nicht so hoch. Um das alles aber noch zu toppen gibt es Faultiere – mega! Definitiv eines meiner Lieblingstiere 🙂

Es ging erstmal von hier nach Madrid. Kurzer stop-over mit einer Übernachtung im Cats Hostel. Direkt am frühen Morgen ging es dann weiter nach Panama und von dort aus weiter nach San José, der Hauptstadt Costa Ricas. Ich landete Abends und draußen war es bereits dunkel. Über das Hostel, in dem ich die erste Nacht schlief, hatte ich einen Transport organisiert. Mit einem Arbeitskollegen hatten wir vorher Witze darüber gemacht, dass mich so ein alter lateinamerikanischer Typ mit dreckigem Muskelshirt und Schnauzer einsammelt und tauften diesen Chico Martinez. Natürlich kam mir genau so ein Herr in den 50ern entgegen und war mein Fahrer. Herrlich, in mir stieg ein minimales Unwohlsein auf. Am Fahrzeug angekommen, saß dort schon ein Pärchen und wir düsten los. Nachts und in das völlig Unbekannte.

Ich muss gestehen, ich war schon ein bisschen aufgeregt. Das erste Mal alleine in Central America. Die Leute sprachen alle Spanisch und bei weitem nicht alle Englisch. Mein Spanisch ist so Lala. Es reicht für sämtliche Bestellungen und Unterhaltungen im Restaurant, Hotels & Hostels, mit dem Busfahrer etc… aber eben nicht für einwandfreie Gespräche. Immerhin war durch die vorherige Reiserei mein Englisch bereits fließend. Also was soll’s irgendwie kommt man doch immer zurecht.

Im Hostel lernte ich einen jungen Mann kennen, dessen Herkunft ich leider nicht mehr auf die Kette bekomme. Er sprach Spanisch als Muttersprache, aber auch akzeptables Englisch. Er wollte den nächsten Tag weiter und nach Puerto Viejo. Klingt cool, dachte ich. Ein paar Bierchen später sagte ich zu. Erstmal also ins Bett und ein paar Stunden schlafen, dachte ich… bis ich die Kakerlaken entdeckte. Zum Glück nur die kleinen, wie in Afrika. Aber Sie waren eben überall. Gut, was soll’s tun ja nix. Augen zu und durch.

ich saß in einer Hängematte und die Sonne schien – die Reise konnte beginnen

Den nächsten Morgen gab es ein paar Toast und Wasser und wir düsten mit dem Taxi zum Busbahnhof. Vor dem hatte meine Schwester mich schon gewarnt. Sei einer der gefährlichsten Orte im Land (Sie hatte mal etwas Zeit in Bolivien verbracht und war dann durch Südamerika gereist)… war auch so. Aber es war auch die einzige Chance irgendwo hinzukommen. (außer man hatte einen Leihwagen) Also ab in den Bus und einige Stunden später strandeten wir in Puerto Viejo. Nicht alleine, also erstmal an ein paar andere Backpacker gehalten und in den Hostels nach Betten gefragt. Internet klappte da nicht so und booking.com oder hostelword.com kamen erst deutlich später wirklich groß raus – zumindest in dem Teil der Welt. Nun ja, die Hostels im Stadtzentrum waren alle voll. Ich buchte vorab mal für die nächste Nacht. Musste aber weiter laufen und kam nach einem Kilometer Orts auswärts und wieder im Dunkeln in dem Hostel an, in dem ich dann schlief. Das war das Rocking J’s. – nein, ich erinnerte mich nicht an den Namen, aber google. Das Hostel war riesig und es gab alles. Zwei Plattformen mit Zelten (ein 1 Personenzelt neben dem nächsten), Plätze um dort einfach seine Hängematte aufzuhängen, oder eben dorms (Schlafsäle). Nach dem Einchecken ging es zur Bar, denn es gab gratis irgend einen Punsch. Optimal, man lernte direkt viele andere Leute kennen. Wir sind alle so versackt, dass ich gar keinen Schlafplatz gebraucht hätte. Ich hab mein Bett nämlich gar nicht gesehen. Lustigerweise hatte ich mir vor dem Trip das erste Mal ein Nasenpiercing stechen lassen und verlor dies direkt in der Nacht. War eine wilde Nacht.

Gut, eben kurz in mein Zimmer, den Rucksack so genommen wie er war und wieder ab Richtung Centrum. Dort lag dann das Hostel, aller Hostels. Null Comfort und Sauberkeit! Was war noch Sauberkeit? Aaaaaber die beste Lage ever!!!! Direkt am Strand, oben mit einer Terasse, von der man auf die Bar darunter und das Wasser gucken konnte. Zudem echt nur seeeehr entspannte Leute. Das Hostel heisst lazy loft und wurde offensichtlich bis heute nicht renoviert. Zudem hat es nur 6 von 10 Punkten bei booking.com. Eine richtige Ramschbude. (aber dank des Internets kann ich euch sagen es gibt echt einige richtig schicke neue Buden!) Die Bar direkt darunter war vor Jahren der Party Hotspot und bat jeden Abend Programm.

der Blick von oben auf die Tische der Bar und den Strand

Ich lernte dort echt Hans und Franz kennen, am besten verstand ich mich mit zwei Belgierinnen – Laure und Fanny. Die zwei waren echt crazy. Wir unterhielten uns auf gebrochenem Spanisch, denn die Sprachen nur Französisch als Alternative… Beide hatten zuerst in San Jose einen Spanischkurs gemacht und waren nun hier unten in dem Karibischen Teil. Eine von beiden hatte auch einen Freund vor Ort – Laure, oder nennen wir es eine Urlaubsbekanntschaft. Der einzige Herr, weit und breit der einen nagelneuen Bentley fuhr. Tadaaaa, die Drogen können nicht weit sein! Klar, von Kolumbien über Panama ist das Koks schnell da 😉 Die beiden Mädels gönnten sich natürlich auch davon immer mal. Gut, nicht mein Ding. Ich trank dann lieber mein Bierchen.

der Strand vor der Haustür am frühen Morgen
er Strand am Tag
die üblichen Spinnen dort – schön auf Gesichtshöhe und giftig…

Es gab hier aber auch die guten Beach Boys. Diese versuchten sich an Touristinnen ranzumachen, um einen besseren Pass zu bekommen. Die meisten dealten zugleich. Einer davon war Rob. Selbst der krasseste Kiffer, den ich kenne und eben dort bekannt dafür an alles zu kommen, was gewünscht wird. Naja, wenn man sich mit solchen Leuten gut versteht, hat man vor Ort weniger Probleme. Das lief super. Wir Girls wurden überall mit hingenommen und konnten uns alles angucken. Auch eine Radtour mit Laure, einem der belgischen Mädels in Puerto Viejo an mehreren Stränden vorbei bis Punta Uva war kein Problem. Wir waren absolut safe. Crazy einfach, was einem so alles passiert. Aber die Radtour war unglaublich. Mitten durch den Jungle über die einzige Straße zwischen Strand und Urwald hindurch. Über und neben einem lauter kleine Äffchen.

Erster stop Playa Cocles, der Strand der Surfer in der Ecke. Also nicht irgendwelcher Surfer, sondern der Weltspitze. Wow.

er berühmte kleine Felsen von Cocles

Von hier weiter über die Straße zum Playa Chiquita. Ein kleiner Strand, den man von der Straße aus gar nicht sieht und zu dem man nur durch einen kleinen Sandweg zwischen dem ganz Jungle kommt.

hier ist der Hibiskus Strauch etwas größer, als bei uns

Ich muss sagen, ich hatte Respekt vor der Natur. Es gab überall und recht tief auch große Spinnen. Zudem gibt es in Costa Rica auch giftige Schlangen. Gut, ich habe keine gesehen, bin mir aber sicher ein paar von denen bin ich schon aufgefallen. Der Strand war super schön und später waren wir komplett alleine.

ein bisschen Posen musste natürlich auch sein 😉
Möchtegern Model 2.0 🙂

Wir sind erstmal eine Weile geblieben und haben uns ein super Picknick am Strand gegönnt, bevor es weiter ging. Weiter Richtung Punta Uva. Dies ist das Mekka der Beach Boys und wir drehten, nach einem Essen an irgend einer Bude, einfach wieder um. Auf dem Rückweg dann das, wofür ich gekommen war ❤ ich sah ein Faultier. Live und nicht weit weg. Ich war wirklich überglücklich.

Leute, diese Tiere sind soooooo entspannt und tanzen sogar beim kacken

Später gab es wieder etwas gute Laune und Stimmung in der Bar, dazu wurde jeden Abend getanzt und ich lernte meine ersten Schritte Salsa, Merenge und Bachata. Die tägliche Feuershow war natürlich auch nicht zu verachten und am Ende dieses Tages durfte ich eine lokale Delikatesse probieren, Schildkröten Eier. Männer trinken diese roh, für mehr Potenz. (nicht, dass es den Latinos daran jemals mangeln würde) Lecker ist anders!!! Zudem stehen die Tiere unter Natur- und Artenschutz. Grundsätzlich ist es strengstens verboten diese Eier roh oder gekocht zu essen. Für mich ist der Reiz etwas neues auszuprobieren manchmal größer als mein Verstand. Aber bitte tut das nicht und unterstützt nicht die Geschäfte mit geschützten Tierarten. Egal in welchem Land.

Auch nicht zu vergessen ist der Playa Negra von PV. Ein riesen Strand nur mit schwarzem Vulkansand. Ich weiss , alle Lanzarote Fans unter euch kennen das. Aber ich hatte vorher noch nie schwarzen Strand gesehen. Wirklich sehr beeindrucken. Wir mussten uns hier nur etwas beeilen, der liegt im recht ärmlichen Teil der Stand, in dem Weisse nicht so unbedingt bei Dunkelheit sollten.

ich hatte offensichtlich schon immer bunte Fußnägel
sorry für den Popo, aber der Unterschied war so krass, als hätte ich noch keine Sonne gesehen

Von hier ging es mit Laure weiter nach Montezuma. Fanny trennte sich von uns, weil Sie direkt nach Panama weiter wollte. Also von der Seite des karibischen Meeres und im Süd-Osten des Landes einmal quer rüber nur Richtung Westen an die Pazifikküste. Fanny sollten wir später in Jaco wieder treffen. Also Morgens früh mit einem guten Kater ab in den Bus und nach Puntareas und von dort dann mit dem Schiff rüber nach Montezuma. Das erste Schiff, auf dem laut Reggaeton lief und die Menschen tanzten.

der Hafen und Puntarenas
er dortige Leuchturm
und der Sonnenuntergang über dem Meer (mit mir unbekannten Menschen im Bild)

Montezuma ist ein wirklich kleiner Ort an der Pazifikküste. In Montezuma gab es rund herum kleinere Wasserfälle. Es war ein Nest und echt wenig los. Für uns der Grund, warum wir nur 2 Nächte blieben. Dennoch gab es einen kleinen niedlichen Strand und ein paar süße Cafe´s, sowie wirklichen schönen selbstgemachten Schmuck.

unsportlich klettern in flip flops – immer wieder ein higlight!!
Montezumas kleiner Strand am Rande des Jungles

Von hier aus düsten wir weiter nach Santa Teresa. Santa Teresa besteht aus einer wahnsinnig langen Küste. Dort führt nur eine Schotterpiste her, geteerte Straßen sind hier Mangelware. Der kleine Ort hat ein Zentrum ganz zu Beginn, von da ziehen sich die Straße und die Shops wirklich mehrere Kilometer. Aber es ist wunderschön. In dem Hostel waren die Menschen einfach so lieb. Wir fühlten uns gleich wohl. Eine Frau Ende 30 lebte hier seit ein paar Monaten mit Ihrer kleinen Tochter (circa 3). Die Mutter ging Morgens surfen und das Personal achtete mal eben kurz auf das Kind. Es war alles so unkompliziert, so leicht. Es war auch der Ort, an dem ich mich eigentlich tätowieren lassen wollte. Das Good Life Tattoo Studio hat einen ausgezeichneten Ruf, nach wie vor. Wirklich ein super Studio. Problem an der Sache war der ganze Staub in der Luft, von der unbefestigten Straße, den die Moped und Motorräder immer wieder aufwirbelten. Man fühlte sich quasi wie in einer einzigen Staubschicht. Duschen ging man auch nur für das Gefühl es getan zu haben. Somit fiel das mit dem Tattoo direkt wieder flach. Auf ein entzündetes Tattoo beim Reisen hatte ich keine Lust.

bestes Leben – Sonnenuntergang und Bier am Playa Santa Teresa

Von Santa Teresa düsten wir dann mit dem Speedboot nach Jacó. Ich erntete während der 3 Stunden Überfahrt einen der übelsten Sonnenbrände meines Lebens! Trotzdem war es die beste Bootsfahrt ever!!! Nur gibt es ab hier leider so gut wie keine Bilder mehr von dem trip. Es tut mir echt leid Ihr Lieben. Ich komme auch noch dazu zu erzählen, warum und wieso. Die Bootsfahrt war so unglaublich überragend, weil einfach rund um das Boot Delfine schwammen und auch immer wieder in die Luft sprangen. Wirklich direkt neben uns. Unglaublich! Ich liebe Tiere, sonst hätte ich ja auch in Südafrika nicht mit Geparden gearbeitet. Aber Delfine so nah zu sehen ist wirklich schön.

Erstmal zu Jacó. Jacó ist eine Stadt an der Pazifikküste von Costa Rica, südwestlich der Hauptstadt San José gelegen. Sie ist bekannt für ihre Surfstrände und das Nachtleben. Außerdem dient sie als Tor zu den Nationalparks. Der felsige Strand Jacó mit grauem Sand liegt westlich der Stadt. Der Hermosa-Strand im Südosten bietet hohe Wellen. Im Norden leben Krokodile im Rio Tárcoles und Rote Aras im Nationalpark Carara. Ganz in der Nähe führt ein Pfad durch den Regenwald zum Bijagual-Wasserfall.

Jacó war eine coole Stadt, es war eine Menge los. Viele Kneipen und Bars, viele Surfer, viele kleine Läden und Shops, viele Restaurants und sogar den besten Pizzashop der Welt. Wer mich kennt weiss, bei einem Kater hilft mir Pizza immer wieder auf die Beine 🙂 Hier trafen wir dann auch direkt die andere Belgierin, Fanny, wieder. Wir organisierten uns kurzer Hand vor Ort ein Hostel direkt am Strand und genossen das Leben. Keine 30m von dem Hostel in Richtung Stadt lag eine super beliebte Bar. Hier verbrachten wir gleich ein paar Abende. Es gab einen Kicker, Beerpong und andere Aktivitäten. In die andere Richtung erreichten wir nach 150-200m den Strand. Herrlich. Ok, der Fairness halber – Jacó ist sicher nicht die schönste Stadt und ich liebte die Karibik bei Puerto Viejo an der Grenze unten zu Panama. Aber hier konnte man super gut rumhängen. Pura Vida (pures Leben) wie der Costa Ricaner zur Begrüßung, Verabschiedung und sicher auch noch 20x am Tag einfach so sagt. Man muss eben auch sagen, dass man die Menschen in der Karibik und die Ticos so nennen sich die Costa Ricaner der Pazifikküste) – nicht mit einander vergleichen kann.

in unserem Hostel – das Oberteil lebt immer noch 🙂

Laure wollte noch dringender ein Tattoo, als ich. Also stiefelten wir los. Wir fanden auch einen Shop, der sehr günstig war. Aber ich vertraute dem Braten nicht. Suchte mir hier aber dennoch den Shop für mein ultimatives Andenken. Ein Faultier mit Surfbrett und Bierflasche. Nicht, dass jetzt einer von euch denkt ich kann wirklich surfen… Kann ich nicht. Aber nach dem Versuch in Südafrika, habe ich es hier wirklich nochmal versucht. (später auch auf Bali)… Nur fragen die Surflehrer alle irgendwann „sag mal, wollen wir vielleicht einfach lieber ein Bier trinken?“ So der Stand der Dinge 🙂 Also passte dieses Tattoo zum Land und mir, wie Arsch auf Eimer. Ein paar Tage später lag auch ich dann wieder unter der Nadel.

Nachdem ich mich von den beiden Belgierinnen trennte, die wollten in eine andere Richtung, lernte ich im Hostel neue Leute kennen. Ein paar Deutsche. Neben Franzosen und Kanadiern aus dem französischen Teil, die einzigen anderen Gäste. Die einzigen eben auch, die nicht NUR französisch Sprachen. Es gab das besagte Tattoo und ich unternahm mit den neuen Leuten die nächsten Tage ein bisschen was drum herum. Einen Besuch am Playa Hermosa (einer DER Surfstrände), lernte ein paar jüdische Reisende kenne, für die es dort sogar ein eigenes großes Resort gab oben am Eingang mit Judenstern (richtig krass einfach), ich aß das beste Thunfischsteak meines Lebens und wir feierten bis der Arzt kam.

Das hier war wirklich ein Gedicht.

Das Hostel hieß übrigens Hostel de Haan, falls ihr mal gucken wollt. Der Tattooshop hieß Anchors End Tattoo Jacó Beach und der junge Mann, der mir das Schmuckstück dieses Trips verliehen hat heißt Fito de la Rocha.

Von hier aus ging es nach ein paar weiteren verrückten Tagen weitr nach Tamarindo. Der Weg führte wieder mit dem Boot von Jacó über Mal Pais. Ich hatte einen heftigen Kater. Also eine weniger schöne Überfahrt. Ab Mal Pais ging es dann mit dem Bus weiter. Leute ich bin so viele Stunden Bus gefahren – unglaublich. Costa Rica wäre mit einem Mietwagen eindeutig wesentlich unkomplizierter zu erkunden gewesen. Alles ist ungefähr 7-11 Stunden von San José weg und auch diese Tour war ähnlich lang.

Tamarindo – was ein Ort! Ich kann das Hostel leider nicht mehr finden. Wirklich ein schöner Strand, aber am Anfang nur dicke Hotels und suuuuper viele Amis. Mein Hostel war mitten in der City. Es gab keine Locker/Schließfächer und nichts, wo man seine Wertsachen hin tun konnte. Alles blieb zwar im Hostel, aber mit einem richtig schlechten Bauchgefühl. Der Inhaber des Hostels war auch ein mega dubioser Typ. Sicher verdiente er sein Geld nicht nur mit dem Hostel… Pass und die Bankkarten blieben dennoch im Zimmer, aber es fühlte sich komisch an. Wertsachen nur einfach zwischen ein paar dreckigen Klamotten? Nun gut, Augen zu und durch. Ich lernte zwei Chileninnen kennen. Valentina, klein und drall mit schwarzen Haaren – typisch Latina. Sowie ihre Freundin Fernanda – mind. 170cm, schlank, blond, blaue Augen. Ich war irritiert. Seit wann sind Latinas blond und zierlich? Chile hatte viele europäische Auswanderer und darunter einige Deutsche. Ok, verstanden.

Mit den Girls unternahm ich auch einen Tagestrip nach San Juan del Sur in Nicaragua. Da es keine Fotos mehr gibt, berichte ich es euch einfach mit bunten Worten. Vom Nord-Westen Costa Ricas bis zum Süd-Westen Nicaraguas sind es nur ein paar Kilometer. Die Menschen sehen sich äußerst ähnlich und natürlich geht es auch in San Juan del Sur überwiegend um’s Surfen oder Skateboard fahren, sowie natürlich das Bier trinken und tanzen. Die Jungs sind genauso charmante und etwas aufdringliche Latinos wie etwas weiter südlich in Costa Rica. Auch sind Reis und Bohnen sehr weit oben im Kurs auf jeder Speisekarte. Um es mit dem Standard Spruch aus Thailand zu sagen – same same but different. Es war ein schöner Ausflug und wir genossen den Tag sehr. Nicaragua ist, neben dieser Touri Metropolen, aber etwas weniger touristisch und ärmer als Costa Rica. Für Abenteurer ein tolles Land zum erkunden und einfach treiben lassen.

An meinem letzten Tag in Tamarindo lagen Kummer und Spaß äußerst dicht beieinander. Dieser Tag wird sicher das absolute Highlight der Story. Für alle die noch keine 18 sind – bitte einfach den nächsten Beitrag anklicken 🙂

Morgens nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg zur Bank, um für meine letzte Woche Geld abzuholen. Morgens und im Hellen ist allgemein eine gute Zeit. Ok, Morgens trifft es im Deutschen Sinne nicht wirklich, es war irgendwas zwischen 11-12 Uhr. Ich holte also 300 US $ ab und war auf dem Weg zurück zum Hostel. Nur kam ich gar nicht so weit. Nach ca. 200m kamen mir meine Chileninnen entgegen. Die beiden waren auf dem Weg zur Sharky’s Sports Bar, einer der beliebtesten Bars am Ort. Sie fragten, ob ich nicht eben auf ein Bier mitkommen würde? Mhhh nee, ich wollte eben das Geld wegbringen und nachkommen. Ich wusste ja, wie gefährlich es war und ist wenn man etwas mehr Bargeld dabei hat/hatte. Die beiden ließen aber nicht locker und wollten unbedingt, dass ich dabei bin. Wer mich kennt, weiß, hier liegt eine große Schwäche von mir. Ein Bierchen in Ehren kann niemand verwehren und ich sowieso nicht. Ich ging also kurzerhand mit. Ein Bier, zwei Bier… wir blieben eine Weile. Ich hatte schon völlig vergessen, dass ich mein IPhone, das Bargeld und die Bankkarte dabei hatte. Wir gingen ins Hostel, um chilenische Trinkspiele zu spielen und den Pisco (chilenischer Schnaps) zu testen. Super, da es immer darum ging „wer ist am größten, wer hat die größten Füße, wer hat die kleinste Familie…“ verlor ich häufig und der Pegel stieg. Wir hielten es spät am Abend oder auch mitten in der Nacht (die Grenze ist hier schwimmend) für eine super Idee zum Strand zu gehen. Ich hatte mein Zimmer bisher immer noch nicht betreten und natürlich alles weiterhin in meiner Handtasche. Wir tigerten los, Getränke dabei und gabelten unterwegs noch zwei Schweizer auf. Am Strand unterhielt sich Fernanda etwas näher mit einem der Jungs und die beiden liefen etwas weiter nach rechts den Strand herunter. Valentina hatte keine Lust mehr und war voll genug, sie ging zurück. Remo und ich blieben übrig. Wir tingelten den Strand weiter nach links und entdeckten einen Bootssteg. Nach ein paar Minuten Gespräch führte eins zum anderen… Sand, Meer, Bier, Pisco – Mann und Frau bei sternenklarer Nacht unter freiem Himmel… Als er dann vorschlug sich anschließend noch die Sterne anzugucken, war ich raus und wollte lieber erstmal nach meiner Tasche suchen. Ok ich weiss, ich bin einfach nicht so der Romantiker. Meine Tasche war auf den ersten Blick nicht zu sehen. Schnell in die Klamotten gehüpft und auf die Suche. 3m weiter lag die Handtasche im Sand. Handy weg, Portemonnaie da, aber Kleingeld und Geldscheine raus. Zu meiner Überraschung war die Kreditkarte noch da. (die Amis haben eine mit Pin, somit wussten die Ticos nicht das unsere auch ohne geht) Was für eine Scheisse! Auf dem Handy waren alle Bilder und Videos des Trips. Das Internet funktionierte oft nicht oder eben nur schlecht. Somit wurde auch nix in die ICloud geladen. Alles weg, nie wieder herstellbar. Das mit dem Geld war ärgerlich, aber nicht zu ändern. Jetzt aber zu dem lustigsten Teil dieser Geschichte – Remo wurde ein Armband von seinem Armgelenk entwendet. Wir haben beide niemanden um uns herum gesehen, oder gehört. Also die Taschen- und Trickdiebe sind äußerst geschickt. 😉

Zurück im Hostel wurde mir dann gesagt, „das man ja weiss, dass man Nachts nicht an den Strand gehen soll…“ zudem hätte der Besitzer einen Safe in den ich meine Wertsachen hätte packen können… Ähm ja, danke für nichts! Ich blieb dann einen Tag länger, weil ich auf dem local Markt versucht habe mein Handy zurück zu kaufen. Dort gibt es „gebrauchte“ Handys. Aber leider war meins nicht dabei. Ok, eine nette Kanadierin aus dem Zimmer half mir den Tag darauf mit ihrem Wecker aus. Ich hatte ja weder eine Uhr, noch einen Wecker, noch eine Kamera oder irgendwas an Elektronik. Es ging erstmal nach Jacó mit einer Übernachtung. Von dort den nächsten Tag über San José nach Puerto Viejo. Ich wollte nochmal ein bisschen in die Karibik. Dort ist das Land vermutlich nicht am schönsten – besonders rund um den Hafen in Limon. Aber die Tierwelt ist sooo beeindruckend und die Menschen einfach die entspanntesten ever. Ich brauchte nach dem Schock einfach nochmal mein geliebtes PV (auch mit den bekannten Schattenseiten). Ich ergatterte ein Bett in meinem Hostel direkt am Strand und genoss 4 Tage hier.

Einen der Tage ging es nach Bocas del Toro in Panama. Knappe 130km von PV entfernt. Klar, hier braucht man etwas länger und eine Bootsfahrt gehört auch dazu… aber es lohnt sich. Bocas del Toro ist auch bekannt als die Schildkröteninsel. Hier schlüpfen nämlich eine Menge, der weltweit unter Schutz stehenden, Meeresschildkröten. Es ist wirklich super schön all die kleinen Babies durch den Sand krabbeln zu sehen. Zum Glück wird der Großteil der Eier nicht verzehrt. Ich würde mit euch so gerne Bilder teilen. Habe aber leider keine.

Zurück ging es mit einer Nacht in San Jose, über Panama nach Madrid. Dort wartete ich auf meinen nächsten Anschluss und gönnte mir einen schönen spanischen Café con Leche (Milchkaffee), einen frischen O-saft und irgendwas zu Essen. Saß dort so herrlich tiefenentspannt in meinen schrecklich bequemen Hippie Hosen, wie man nach knapp 4 Wochen Reisen eben so ist und ich auf die erste Deutsche. Sie am Handy, offensichtlich Business Frau – „der Kaffee ist viel zu teuer, in Deutschland regnet es schon wieder *augenrollen* und Verspätung haben wir auch“. Wie herrlich es doch ist, zu der Bevölkerung zu gehören, deren Hobby meckern und nörgeln ist. 🙂 (solche Situationen gibt es auf fast jedem Rückflug und man fragt sich – warum flieg ich nochmal nach Deutschland?)

Veröffentlicht von easy-the-gypsy

Bunt, verrückt und für jede Reise zu haben

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