Pattaya, Koh Chang und Chiang Mai – Nutten, Ruhe und Elefanten

Schon während meines ersten Aufenthalts in Thailand beschlossen Gareth (der Aussie, dem ich sein Tattoo nachgestochen hab) und seine Frau Erica mich mit auf einen Ausflug zu nehmen. Es würde ein „crazy“ Tag und ich müsste einfach nur alles mitmachen. Gut, kein Problem. Bis ich an deren Hotel ankam, die beiden schliefen nicht in dem Tattoo Shop in Bangkok, wartete auch schon ein Taxi. Gareth hatte bereits eine große Plastiktüte mit Dosenbier für den Weg besorgt und ich noch nicht einmal gefrühstückt. (bin ja nicht so der Frühaufsteher oder morgens früh Esser) Aber was soll’s, es war mein freier Tag und man ist ja auch nur einmal jung. Auf ging es nach Pattaya… wie ich dann, im Auto und mit dem ersten Bier in der Hand, erfuhr. Ok, ich hatte bislang wenig gutes gehört. Aber Gareth und Erica schienen beide große Fans zu sein. Wir kamen an der Strandpromenade an und setzten uns direkt mal in ein Deutsches Brauhaus. Was ordentliches Essen. Ich durfte dort dann die Auswahl des Bieres treffen, schließlich waren die mir ja alle gut bekannt. Ein bisschen shoppen in den ganzen kleinen Shops durfte ja nicht fehlen. Mir waren bis dahin die absoluten Touri Hotspots völlig fremd. So wurde mir dann auch direkt mal das handeln beigebracht. „Izzy niemals mehr als 50% bezahlen, wenn kein Preisschild dran steht“. Ui ok, aber wenn die Menschen mir leid tun? Egal, die wollen nur Kohle. Puh, wie sollte das zu meinem bisherigen Bild von Thailand passen? Weiter ging es die Promenade hoch und vorbei an dem Hardrock Café und dem endlosen Straßenstrich in einen Stripclub. Ok, aber warum haben die Frauen Nummern am Bikini? Naja, man kann die beim Inhaber buchen. 50 Euro die ganze Nacht ohne no-goes. Ok, so läuft das also. Nach einem Bier ging es für uns weiter. So viel aufregendes an einem Tag, ich war völlig aus dem Häuschen! Aber die beiden hatten noch eine Überraschung geplant. Zurück im Taxi und auf dem Weg nach Bangkok meinten beide „wenn dich nachher einer nach Geld fragt, bezahl einfach und komm mit“. Was zum Teufel sollte denn Geld kosten? Der Taxifahrer war die ganze Zeit am Lachen und meinte „das ist ein ganz besonderer Nightmarket!“ Oh ein Nightmarket, ja super! Da ich ja immer neugierig bin und mir gerne alles angucke war ich sofort dabei. Geld am Eingang abgedrückt und es wurde super dunkel. Allerdings war das dann erblickte Geschehen weit entfernt von einem Nightmarket! Wir landeten in einer Ping Pong Show mit Live-Sex direkt vor unserer Nase. Immerhin gab es reichlich zu trinken. Das ganze geht ja auch immer nur 20-30 Minuten und wir düsten dann nach Hause. Als ich vom Hotel zurück gelaufen bin war mein Kopf voll! Bangkok war so anders als all das – puh!

Hardrock Café Pattaya

So sehr ich den Ausflug und all die Erlebnisse genossen habe und so dankbar ich Garteh und Erica dafür war, dass die zwei mir all dies gezeigt haben, so klar war für mich auch – hier muss ich nie wieder hin! Ein paar Jahre später ließ sich ein kleiner Stopover aber nicht vermeiden. Es ging nach Ko Chang, ganz in der Nähe von Pattaya. Ich buchte mich in ein Hostel direkt an der Promenade ein. Der Ausblick auf mindestens 50 in der Reihe aufgestellter Nutten, die eine higher als die andere, machten mich froh keine 24 Stunden hier bleiben zu müssen!

Ko Chang

Der Pick Up kam und der Transport ging nach Ko Chang. Herrlich, weg hier. Es gibt immer die gleich/ähnlichen Transporte. Man sollte nur vorher schauen, wer es am günstigsten anbietet. Heisst Minivan, Boot, Minivan…oder wie in diesem Falle dann ein Tuktuk. Ausgelegt sind diese in der Regel für 4 Passanten. Wir schafften es auf dem größeren Modell für 6 Personen zu zwölft mitzufahren. Es war das Ende der Hauptsaison und entsprechend sehr warm. Aber ich freute mich auf eine, auch bei thailändischen Touristen, beliebte Insel. Diese sollte ruhiger sein und genau das war Sie auch.

Der Strand bei Ebbe
mehr Strand, mehr Ebbe

Das Hostel lag an der Hauptstraße, nur war dort weit und breit nichts, außer dem Obst- und Gemüseladen gegenüber. Der nächste Supermarkt war fußläufig nicht erreichbar, aber über den Strand konnte man Restaurants finden. Gesagt getan. Wie immer lernte ich schon vor meiner Nahrungssuche eine andere Touristin kennen und wir gingen zu zweit. Alleine essen macht einfach keinen Spaß. Wir saßen im Restaurant und genossen unser Abendessen, als wir neben uns am Nachbartisch eine Horde Thais entdeckten, die den Spaß ihres Lebens hatten. Wir kamen ins Gespräch. Kurze Zeit später fing es heftig an zu regnen. Alle rannten rein, wir auch. Neben der Gruppe Thais waren wir aber die einzigen Gäste, alle anderen waren zurück in den umliegenden Unterkünften. Aus zwei Tischen wurde ruckzuck ein großer und wir hatten einen super Abend! Es gab irgend einen billigen Thai Whiskey (hier gestreckt mit Wasser und Eis) und dazu Bier. Alle waren am Ende des Abends mau (betrunken/high) mak mak (sehr). Das beste aber war, die Thais sprachen kaum Englisch und das andere Mädel kein Wort Thai. Irgendwie ging es aber super und wir verstanden uns alle hervorragend!

Den nächsten Tag ging es erstmal nur an den Pool/Strand und es wurde nichts gemacht. Chillen hoch 10! Das beste bei Kater 🙂 Am Ende des Tages lag ich faul am Pool rum, als eine Thai ankam und unbedingt ein Foto mit mir wollte. Ach, warum nicht. Dies wurde dann nachher mit so vielen Filtern belegt, dass ich auf dem Bild (war da schon einige Wochen unterwegs) immer noch aussehe als hätte ich keinen einzigen Sonnenstrahl gesehen. Weiss sein ist in Thailand so in, wie wir unbedingt Sommerbräune nach dem Urlaub haben wollen. Es gibt natürlich auch extra whitening Cremes, auch in der Sonnenmilch…

Verrückt, nach drei Tagen verließ ich dieses herrliche kleine Fleckchen schon wieder.

Nun aber zu einem anderen absoluten Highlight welches Thailand zu bieten hat – Chiang Mai. Im Norden Thailands sind sowohl Natur, Menschen, Tiere, als auch das Essen anders. In der Nähe von Chiang Mai und nicht weniger interessant ist Pai, eine reine Hippie Stadt. Von den zwei Tagen finde ich nur leider keine Bilder mehr.

Nach Chiang Mai ging es mit dem Flieger und definitiv für unter 30 Euro. Ich überlegte die ersten Male immer „lohnt sich das wohl, so ohne Meer und Strand“? Auf jedenfall!!! Ich hatte tolle Tage im Norden. Im Hostel angekommen, sprach die Inhaberin hervorragendes Englisch. Zudem war die Haut auch deutlich heller. Spannend. Wir kamen ins Gespräch und ich fragte, was man denn alles so machen könne. Neben den üblichen Kochkursen (das hatte ich inzwischen schon drauf), boten sich natürlich auch die Tempel an (nichts für ungut, aber nach mehr als 30 Tempeln wir das öde)… ok, was noch? Es gäbe ein Elephant Sanctury , also quasi eine Rettungsstation für Elefanten. Eben ohne Ketten und Schlagstöcke, sondern frei in der Natur. Super, musste ich machen. Aber erstmal ab in die City und einfach rumlaufen. Das ist tasächlich, was ich an jedem neuen Ort am liebsten mache – mich treiben lassen. So ein Gefühl für den Ort und die Menschen bekommen, denn alle Orte haben Ihren ganz besonderen Vibe. Ich mochte Chiang Mai auf den ersten Eindruck. Die Menschen waren deutlich ruhiger, als im Süden. Sie waren gelassen und man wurde auch nicht alles 5m angesprochen, weil man etwas kaufen sollte. Herrlich. Die Häuser sahen hier auch anders aus. Deutlich stabiler und aus Stein. (die alten Häuser im Süden sind entweder Hütten oder aus Holz, nur die aus dem Boden gestampften Hotels und Restaurants sind aus Stein/Beton) Überall hängen schöne Lampions und es ist so friedlich. Man kann Nachts alleine durch die Stadt laufen (ok, mache ich in Asien fast immer), aber wirklich ohne auch nur eine Sekunde ein komisches Gefühl zu haben. Ich entdeckte einen Nightmarket mit lauter verschiedenen Essensbuden und probierte mich durch. Schlenderte weiter und kam mit reichlich Straßenverkäufern ins Gespräch. Kaufte hier oder da mal was, aber ich musste nicht groß handeln oder Feilschen, wie im Süden. Es war einfach anders.

Nach einem kleinen Frühstück am nächsten Morgen ging es zu den Elefanten. Was freute ich mich! Es ging in ein Dorf der Karen, oder auch Langhalsfrauen. Die dehnen ihren Hals in dem Sie immer weitere Metallringen drum herum legen. Die Karen versorgten und kümmerten sich um die Elefanten. Es gab einheitliche Shirts für alle Besucher, etwas typisches für uns zu Essen und dann ging es in den Dschungel. Ich war völlig aus dem Häuschen. Man hörte den Elefantenbullen aus dem tiefen Dschungel, aber es hieß der würde nicht kommen. Ok, gut. Vor Ort waren dann 3 Weibchen, von denen eins trächtig war und ein Jungtier. Wir durften Fotos mit den Tieren machen, Sie aber nicht festhalten. Wenn Sie gehen oder sich bewegen wollte, sollten Sie das tun.

das Baby und ich ❤
ich, überglücklich!

Anschließend bekamen die Elefanten ein Schlammbad und alle durften mit. Bevor es dann in den Fluss ging und wir die Elefanten wieder sauber waschen durften. Was ein Erlebnis!

falls ihr mich sucht, hinten die Blonde die steht und Peace zeigt
hier schütte ich gerade das Wasser in die Nähe des Elefanten

Mit ein paar Leuten, die ich den Vorabend im Hostel kennengelernt habe und zum Abendessen aus war, ging es den nächsten Tag zum Canyon. Also bei uns würde man Baggerloch sagen. Aber man konnte Klippenspringen – whoop whoop. Ich weiss leider nicht mehr wo das Video von mir ist, aber irgendwo gibt es auch das. Die Klippe war 12 oder 15m hoch. Sieht auf den Bildern aber gar nicht so wild aus. Mein Gott was hatte ich einen Spaß da runter zu springen.

rechts im Bild die Klippe 🙂

Ich durfte auch gleich mehrfach runter springen, weil die anderen Mädels die ersten Videos verkackt haben. Was ich hingegen nur einmal machte, war mit den Seilen an der nassen, glitschigen Wand hochzuklettern. Man konnte nämlich auch außen rum laufen 🙂 Klettern ist überhaupt nicht meine Stärke. Barfuß und auf nassem Untergrund nur im Bikini noch weniger. Zurück ging es auch hier mit einem überladenen tuktuk zum Hostel. Den nächsten Tag ging es wieder weiter Süden, hierzu aber dann mehr im nächsten Beitrag.

Veröffentlicht von easy-the-gypsy

Bunt, verrückt und für jede Reise zu haben

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